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Engpass dauert 1,5 Jahre

Dübendorfer Kulturzentrum verliert 80 Parkplätze: Ist das zu schaffen?

Weil in der Nachbarschaft das neue Hallenbad gebaut wird, müssen die Betreiber der Oberen Mühle auf einen Grossteil der Parkplätze verzichten. Die Reaktionen: eine Mischung aus Ärger und Zwangsoptimismus.

Hier war mal ein grosser Parkplatz (und ein Betriebs- und Garderobengebäude): Weil das Hallenbad gebaut wird, fehlen der Oberen Mühle (im Hintergrund) nun Parkplätze.

Foto: Thomas Bacher

Dübendorfer Kulturzentrum verliert 80 Parkplätze: Ist das zu schaffen?

Weil in der Nachbarschaft das neue Hallenbad gebaut wird, müssen die Betreiber der Oberen Mühle auf einen Grossteil der Parkplätze verzichten. Die Reaktionen: eine Mischung aus Ärger und Zweckoptimismus.

Wenn viel los ist in der Oberen Mühle, dann können die Besucher auf den Parkplatz vor dem Freibad ausweichen. Der ist nur ein paar Schritte vom Dübendorfer Kulturzentrum entfernt und bietet eine Abstellfläche für knapp 80 Autos. Doch seit Mitte November ist der Parkplatz gesperrt, weil das ganze Areal wegen des Hallenbads eine einzige Baustelle ist– und das noch für mindestens eineinhalb Jahre.

Das macht Giorgio Frey hässig. «Die Stadt streicht die Parkplätze, ohne für einen Ersatz zu sorgen», sagt der freie Mitarbeiter der Oberen Mühle und frühere Betreiber des Kinos Orion. Und jetzt stehe man mit dem neuen Saal für 300 Personen und den Proberäumen von heute auf morgen mit nicht einmal mehr zwei Dutzend Parkplätzen da.

«Ich weiss nicht, wer sich das ausgedacht hat; die Badi-Parkplätze waren bei grösseren Veranstaltungen immer gerammelt voll», sagt Frey. Die Obere Mühle sei ein Kulturzentrum mit regionaler Ausstrahlung. So zählten etwa auch Personen aus Winterthur zu den Besuchern. Ebenso wie Menschen, die nicht gut zu Fuss sind. Von denen könne man nicht erwarten, dass sie mit dem öffentlichen Verkehr anreisten, zumal die Verbindungen am Abend nicht gut seien.

Parkplätze im Quartier?

Giorgio Frey ist einer, dem man nicht blöd kommen muss. Rolf Hiltebrand hingegen, der Leiter der Oberen Mühle, ist vom Typ her eher konsensorientiert. Er findet die Situation nicht ideal. Rückmeldungen von Abenden mit grossem Publikumsauflauf hätten aber gezeigt, dass es zumindest übergangsweise «einigermassen» auch ohne die Parkplätze bei der Badi funktioniere.

Blick auf eine Baustelle und ein Gebäude mit Giebeldach.
Rechts die Baustelle, links die Obere Mühle: Der Engpass mit den Parkplätzen wird mindestens eineinhalb Jahre dauern.

«Es ist ja nicht so, dass es in der Umgebung keine Parkplätze hat – im Gegenteil», sagt Hiltebrand. Es gebe Parkmöglichkeiten im Quartier, aber auch im Stadtzentrum, auf dem Chilbiplatz oder beim Bahnhof. Die meisten seien zu Fuss nur wenige Minuten entfernt.

Damit die Besucher die Parkplätze auch finden, bekommen sie per Newsletter – oder wenn sie den Vorverkauf nutzen – eine Karte mit den eingezeichneten Parkmöglichkeiten.

Den Badi-Parkplatz zu sperren, liess sich nicht umgehen.

Reto Lorenzi

Leiter Stadtplanung Dübendorf

Das ist für Giorgio Frey aber keine Lösung. «Die gut erreichbaren Parkplätze im Quartier sind am Abend besetzt, die stehen nicht zur Verfügung.» Dass der Chilbiplatz oder der Bahnhof als grosse Parkplätze eingezeichnet sind, ist für ihn «ein schlechter Witz», wie er sagt. «Die sind zu Fuss zehn Minuten entfernt und nützen gar nichts.»

Verkehrsdienst als Option

Reto Lorenzi, der Leiter der Dübendorfer Stadtplanung, sieht es pragmatisch: «Den Badi-Parkplatz zu sperren, liess sich nicht umgehen», sagt er. «Jede Baustelle bringt gewisse Einschränkungen mit sich. Und wir benötigen den Platz für die Baustelleninstallationen für das Hallenbad.» Man habe geschaut, ob sich anderswo in der Nähe Parkmöglichkeiten schaffen liessen, doch das sei nicht möglich. Auch die Wiese gegenüber der Oberen Mühle komme nicht infrage, das sei eine Freihaltefläche.

«Wir sind im Austausch mit den Verantwortlichen der Oberen Mühle», so Lorenzi. Falls es Probleme gebe, könne man zum Beispiel darüber nachdenken, einen Verkehrsdienst einzusetzen. Aber: «Bis jetzt habe ich direkt noch von keinen Reklamationen von Besucherinnen und Besuchern gehört. Wir verfolgen aber die Situation und unterstützen die Obere Mühle bei Bedarf.» 

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