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Trinkfest am Chlausmärt

Gibt es ein Leben ohne Glühwein am Dübendorfer Chlausmärt?

Die «Glattaler»-Redaktion hat am Chlausmärt in Dübendorf Glühweinalternativen getestet – ein Wechselbad zwischen bitterer Enttäuschung und trunkener Glückseligkeit.

Zum Wohl, lieber Chlausmärt!

Foto/Montage: Thomas Bacher

Gibt es ein Leben ohne Glühwein am Dübendorfer Chlausmärt?

Die «Glattaler»-Redaktion hat am Chlausmärt in Dübendorf Glühweinalternativen getestet – ein Wechselbad zwischen bitterer Enttäuschung und trunkener Glückseligkeit.

Okay, Glühwein gehört zu Weihnachtsmärkten wie der Duft von Raclette und Bekannte, denen man am liebsten gar nicht begegnen möchte. Aber man kann es mit der Tradition auch übertreiben. Oder anders formuliert: Es muss ja nicht an jedem zweiten Stand ein grosser Kübel mit Glühwein vor sich hin dampfen. Vielfalt, Baby! Denn schliesslich gibt es im Bereich «alkoholhaltige Heissgetränke» nette Alternativen. Die «Glattaler»-Redaktion hat sich am Dübendorfer Chlausmärt auf die Suche gemacht.

Glüh-Whiskey

Naturtrüber Apfelsaft, Whiskey, Orange, etwas Zimt, viel Nelke und wohl auch etwas Sternanis – das ist der Glüh-Whiskey der örtlichen Footballmannschaft. Das Heissgetränk hat ein ausgewogenes Verhältnis von Süsse und Säure, insgesamt geschmacklich aber etwas wenig Wumms und Tiefe. Und wegen der heiligen Dreifaltigkeit an Weihnachtsgewürzen ist es auch nicht wirklich eine Glühweinalternative, sondern eher eine Variante. Für Fr. 7.50 bekommt man ganze 3 Deziliter, der Glüh-Whiskey geht also schon fast als Durstlöscher durch. Einen zusätzlichen Schuss Whiskey gibt es für weitere Fr. 1.50. Will man das ganze Paket, kratzt das Getränk also an der oberen Preisgrenze.

Heisser Lumumba

Lumumba geht eisgekühlt am Strand mit Blick aufs Meer oder auch heiss serviert mit Blick auf das Dübendorfer Stadthaus. Die heisse Schokolade bekommt hier einen guten Schuss Captain Morgan Spiced Gold, das ist Rum mit Aromen wie Vanille und Trockenfrüchten sowie einer süsslichen Holznote. Normaler brauner Rum hätte es in der ohnehin schon überwürzten Weihnachtszeit auch getan. Oder noch lieber Brandy, der einfach unglaublich gut zu Schokolade passt. Aber wir mosern hier auf hohem Niveau: Der Drink mit seiner Schlagrahmhaube ist süffig, mit ein bisschen mehr Süsse hätte das Ganze noch etwas mehr Körper. Der Preis von Fr. 7.50 ist zwar kein Schnäppchen, insgesamt aber noch okay.  

Whiskey-Punsch

Na das ist doch mal ein Punsch mit Punch: Apfelsaft ist die Basis, dazu gibt es einen ordentlichen Schuss Whiskey, der nicht zu sehr erhitzt wurde und daher seine Seele – sprich: den Alkohol – nicht verloren hat. Die Spirituose kommt geschmacklich gut durch, erschlägt aber nicht die übrigen Zutaten. Orange unterstreicht die Fruchtigkeit. Und ist da eine klitzekleine Zimtnote? 2 Deziliter gibt es für Fr. 5.50, ein fairer Preis für dieses heisse Leckerli.

Schneemaa-Kaffi

Natürlich gibt es am Chlausmärt neben Glühwein auch zig Varianten von Kaffee mit Schuss, meistens Chrüter, Pflümli oder Kirsch. Probieren wir doch mal den Schneemaa-Kaffi mit Amarula. Das ist ein südafrikanischer Rahmlikör, der angeblich an Baileys erinnert. «Angeblich» deshalb, weil der Geschmack wegen der niedrigen Dosierung nicht durchkommt, und das, obwohl der mit löslichem Pulver zubereitete Kaffee recht wässrig ist. Insgesamt zu dünn und zu fade. Das können auch das Rahmhäubchen und der eigentlich faire Preis von 6 Franken nicht mehr retten.

Heisse weisse Schokolade mit Baileys

Volles Yummy-Level gibt es für die heisse weisse Schokolade mit Baileys. Was braucht es mehr als dieses cremig-rahmige Mischmasch mit Butter-, Vanille- und Kakaogeschmack und leckerer Whiskey-Note im Abgang, um glücklich zu sein? Okay, wer Süsses nicht mag, ist hier raus. Für den Rest ist der Drink einfach nur paradiesisch. Und herzerwärmend obendrein. Denn die nette Frau am Marktstand legt zur Krönung noch einen kleinen selbst gebastelten Marshmallow-Schneemann in den Becher. Und das für 6 Franken. Yummy!

Jagertee «13 Geheimnisse»

Während der Jagertee bei unseren österreichischen Nachbarn ein traditionelles Wintergetränk ist, tut man sich in der Schweiz recht schwer damit – wohl nicht zuletzt wegen der gottlosen Fertigmischungen, die einem hierzulande meistens verkauft werden. Eine wohlige Ausnahme ist der Jagertee mit dem lustigen Namen «Alpengeheimnis 13». Da ist drin: Schwarztee, eine Mischung aus 13 Kräutern, etwas Rotwein, gerüchteweise Obstler, aber ganz sicher Strohrum. Kräftig, aromatisch schön ausbalanciert, nicht zu süss. Dafür zahlt der Gast doch gerne 6 Franken. Man habe lange gepröbelt, um den Jagertee in der Alphütte im Österreich-Urlaub geschmacklich nachzukochen, heisst es am Tresen. Und tatsächlich: Das versprochene Après-Ski-Feeling stellt sich bereits nach zwei Schlucken ein. Also nichts wie rein ins Zelt des Feuerwehrvereins neben dem Stadthaus.

New York Style Hot Chocolate

Die Amis müssen es immer übertreiben, und das ist zumindest in Sachen Kulinarik meistens eine gute Idee. Der Beweis ist die New York Style Hot Chocolate am Chlausmärt: feine, heisse Flüssigschoggi mit dezentem Lebkuchenaroma, Rahmhäubchen, zwei frisch angerösteten Marshmallows. Dazu entscheidet sich der Testtrinker für Karamellsauce und nochmals Marshmallows als zusätzliches Topping – und freut sich über den essbaren Löffel als Ersatz für gruusiges Holzbesteck. Alkohol braucht der Drink nicht, der Zuckerflash reicht völlig aus. Fr. 7.50 ist für den kleinen Becher natürlich nicht ganz billig, aber hey, es ist eine Mahlzeit!

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