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Ufgschnappt

Hittnau will keine Rossböppel-Glace

Herumligende Fäkalien: unschön. Egal ob vom Hund oder vom Pferd. In Hittnau scheint sich gerade Zweiteres zu häufen – was die Abteilung Sicherheit + Gesellschaft zum handeln zwingt.

Pferdemist muss auch gemäss Verhaltenskodex des Schweizerischen Verbands für Pferdesport entfernt werden. (Symbolfoto)

Foto: Seraina Boner

Hittnau will keine Rossböppel-Glace

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Herumligende Fäkalien: unschön. Egal ob vom Hund oder vom Pferd. In Hittnau scheint sich gerade Zweiteres zu häufen – was die Abteilung Sicherheit und Gesellschaft zum Handeln zwingt.

Alles, was klein ist, ist herzig. Häsli, Chätzli, Hündli. Aber auch Grosses kann klein sein. Und herzig. Kleine Gemeinden im Oberland. Superherzig! Wo der Gemeindepräsident die Votanten bei der Gemeindeversammlung noch beim Vornamen ermahnt, langsam zum Punkt zu kommen. Wo sich in der Agenda die Grünabfuhr neben der Kartonsammlung an die Papiersammlung schmiegt, weil sonst einfach nix läuft. Her. Zig.

Das sind auch Gemeinden, deren Medienmitteilungen sich primär um Sperrungen von Quartierstrassen oder neue Fahrzeuge für den Werkdienst drehen. So etwa im 4000-Seelen-Dorf Hittnau. Da ist man nahe an den Sorgen des kleinen Mannes.

Und der kleine Mann will nicht auf «Rossböppel» ausrutschen. «Pferdemist während der Winterzeit auf den Strassen und Wegen von Hittnau», lautet der Titel einer aktuellen Mitteilung aus der Gemeinde. «Pferdehaltende und Reitende werden dringend gebeten, auch während der Winterzeit den anfallenden Pferdemist zu entfernen und damit zur Sauberkeit und Sicherheit im öffentlichen Raum beizutragen.»

Pferdehinterlassenschaften auf Strassen, Gehwegen und Reitpfaden seien nicht nur unschön, sondern können auch Gefahren darstellen: «Pferdemist gefriert im Winter auf Strassen oder Radwegen und kann insbesondere für Zweiradfahrende eine Rutsch- und Unfallgefahr bedeuten.» Darum werden Pferdehaltende und Reitende aufgerufen, sich auch in der kalten Jahreszeit aktiv an der Sauberhaltung der genutzten Wege zu beteiligen und den Kot ihrer Tiere zu entfernen.

Hittnau in Weiss
Egal, ob frisch oder gefroren: Der Gemeindeverwaltung ist es ein Anliegen, dass Reiterinnen und Reiter Pferdemist nicht herumliegen lassen. (Archiv)

Ich würde gerne mal Mäuschen spielen bei einer Sitzung im Gemeindehaus, wenn solche Themen besprochen werden. Obwohl das Ganze ja irgendwie zum Lachen und zum Heulen gleichzeitig ist, dass eine Gemeinde darauf hinweisen muss, dass Kot nicht herumliegen sollte.

Dabei könnte man aus Pferdemist Geld machen. Via Kleinanzeigen bieten online viele Pferdehalter die Böppel zwar gratis an. Aber «gekörnt» – also kompostiert, getrocknet und in Pellets gepresst – kosten 10 Kilo rund 30 Franken. «Idealer Rosendünger, auch optimal für Gemüsebeete, Sträucher, Rasen, Balkon- und Kübelpflanzen», imfall.

Herrscht in Hittnau tatsächlich ein so grosses Pferdemist-Problem, würde sich eventuell die Anschaffung einer solchen Trocknungsanlage lohnen. Innert kürzester Zeit wären diese Anschaffungskosten amortisiert und die Gemeinde würde den grossen Reibach machen. Und könnte auf die vom Gemeinderat beantragte Steuerfusserhöhung um drei Prozentpunkte verzichten.

Am Montag, 24. November, entscheidet die Hittnauer Gemeindeversammlung über das Budget 2026, das eine Steuerfusserhöhung von 48 auf 51 Prozent vorsieht. Anschliessend steht auch an der Schulgemeindeversammlung das Budget auf der Traktandenliste zur Genehmigung, gefolgt von einem Kredit über 375’000 Franken zum Einbau eines neuen Schliesssystems in der Schulanlage Hermetsbüel. DIe Versammlung beginnt um 20 Uhr in der reformierten Kirche. (lcm)

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