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Nass statt trocken

Verschwundenes Moor in der Chellen in Maur soll zurückkehren

Das Gebiet Chellen liegt unter anderem auf Boden der Gemeinde Maur. Dieses Ackerland soll wieder zu einem grossen Moor werden. Derzeit laufen Gespräche, im nächsten Sommer soll das Projekt konkreter werden.

Ein grosses Moor in der Chellen könnte Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten schaffen.

Foto: Naturnetz Pfannenstil

Verschwundenes Moor in der Chellen in Maur soll zurückkehren

Nass statt trocken

Das Gebiet Chellen liegt unter anderem auf Boden der Gemeinde Maur. Dieses Ackerland soll wieder zu einem grossen Moor werden. Derzeit laufen Gespräche, im nächsten Sommer soll das Projekt konkreter werden.

Das Naturnetz Pfannenstil plant, das Gebiet Chellen zu renaturieren. Dieses erstreckt sich über die Gemeinden Maur und Zumikon. Ursprünglich war das Gebiet ein grosses Moor, bis der Boden mittels Drainagen entwässert wurde und das Feuchtgebiet deswegen Mitte des 20. Jahrhunderts verschwand.

Vor rund zehn Jahren wurde dann das Naturnetz Pfannenstil auf das Gebiet aufmerksam, woraufhin die Planung für ein Renaturierungsprojekt angestossen wurde. Das Ziel sei nun «die Aufwertung einer ganzen Landschaftskammer hinsichtlich Ökologie, Erholung und Landwirtschaft». Mit der Riedaufwertung sollen spezielle, auch sehr seltene Feuchtgebietsarten gefördert werden.

Da sich der Boden über die Jahre stark abgesenkt habe und mangelhafte Drainagen verbaut seien, sei das Gelände zudem für die Landwirtschaft nur erschwert nutzbar. Deshalb sind auch Aufwertungen für landwirtschaftliche Flächen – innerhalb und ausserhalb der Chellen – vorgesehen. Zugleich werden Massnahmen zur Lenkung von Besuchenden in das Projekt integriert.

Doch das Projekt ist wegen der verschiedenen Interessen, beispielsweise jener der Eigentümerinnen und Eigentümer sowie der Nutzenden, anspruchsvoll.

Kritisch und konstruktiv

Um verschiedene Lösungsansätze zu erarbeiten, hat das Naturnetz Pfannenstil in den letzten Jahren Workshops, Begehungen, Informationsveranstaltungen und Befragungen durchgeführt. Dabei fanden auch Absprachen mit den Gemeinden, dem Kanton und verschiedenen Naturschutzorganisationen statt.

Eine Gruppe von Personen hat sich an einem Feldweg entlang hingestellt. Vor ihnen ist eine Grube zu sehen.
Bereits im Jahr 2021 führte das Naturnetz Pfannenstil in der Chellen eine Begehung mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Bewirtschaftenden durch.

Mögliche Lösungen wären ein Entschädigungs- und Beitragssystem, eine teilweise Nutzung der Riedflächen für die Landwirtschaft oder ein Land- und Pachtabtausch. Die Optionen wurden im Juni an einem Workshop sowie an einem Informationsanlass bereits vorgestellt und intensiv diskutiert.

«Die Beteiligung war hoch, und die Anwesenden setzten sich kritisch und konstruktiv mit den vorgeschlagenen Lösungswegen, Rahmenbedingungen und Projektvarianten auseinander», heisst es in der Medienmitteilung vom Naturnetz Pfannenstil. Man lege besonderen Wert darauf, das Projekt gemeinsam mit den betroffenen Eigentümern, Bewirtschaftenden, Gemeinden und Fachstellen weiterzuentwickeln.

Planung schreitet voran

Im Oktober folgten Einzelgespräche und Betriebsbegehungen mit den Direktbetroffenen, was in den nächsten Monaten fortgesetzt wird. So will das Naturnetz Pfannenstil auf die Anliegen und die Kritik der Betroffenen eingehen und erste Lösungsvarianten aufzeigen.

Die Planung des Aufwertungsprojekts soll in einem nächsten Schritt ab Anfang Sommer 2026 angepasst und konkretisiert werden. Die aus den Gesprächen mit den Betroffenen neu gewonnenen Erkenntnisse fliessen dabei mit ein.

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