Gesellschaft

Der Stadtrat hat entschieden

Vereine sammeln in Dübendorf kein Altpapier mehr

Neu übernehmen in der Stadt Dübendorf Profis das Einsammeln von Altpapier, gehen aber nur noch jeden zweiten Monat auf Tour. Doch was ist mit den Vereinen, für die Altpapier bisher eine wichtige Einnahmequelle war?

Weil die Leute immer weniger gedruckte Zeitungen lesen, halbiert die Stadt die Sammlungen für Altpapier.

Foto: Thomas Bacher

Vereine sammeln in Dübendorf kein Altpapier mehr

Neu übernehmen in der Stadt Dübendorf Profis das Einsammeln von Altpapier, gehen aber nur noch jeden zweiten Monat auf Tour. Doch was ist mit den Vereinen, für die Altpapier bisher eine wichtige Einnahmequelle war?

Seit vielen Jahren sind in Dübendorf die Vereine für das Einsammeln von Altpapier verantwortlich, doch damit ist bald Schluss. Ab Anfang Januar 2026 übernimmt ein professionelles Entsorgungsunternehmen den Job. Das hat der Stadtrat kürzlich beschlossen.

«Die Rahmenbedingungen sind in den letzten 10 bis 15 Jahren immer schwieriger geworden», begründet Tiefbauvorstand Adrian Ineichen (FDP) den Entscheid. So habe etwa die Papiermenge kontinuierlich abgenommen, weil die Leute weniger Zeitungen abonnierten oder das Altpapier gleich selber entsorgten. Das hat finanzielle Auswirkungen für die Vereine, die von der Stadt pro Tonne bezahlt werden.

Die Fehler häuften sich

Den Vereinen wiederum fällt es laut Ineichen immer schwerer, freiwillige Helfer zu finden. «Einige sehen keine andere Möglichkeit, als die Mitglieder fürs Papiersammeln zu entschädigen, was sich dann wiederum negativ auf die Einnahmen auswirkt.»

Schliesslich führe die hohe Fluktuation in den Vereinen zu vielen Wechseln in den Sammelteams, und das vergrössere den Instruktionsaufwand durch die Verantwortlichen der Stadt. Dennoch häufen sich laut Ineichen die Fehler. «Erfahrene und eingespielte Teams wissen, wo all die Altpapierstapel zu finden sind, doch dieses Wissen geht sukzessive verloren», sagt er. Die Stadt müsse deshalb regelmässig Nachsammlungen durchführen.

Hinten auf der offenen Ladefläche zu sitzen, wie wir das früher als Kinder beim Papiersammeln gemacht haben, liegt schon lange nicht mehr drin.

Adrian Ineichen

Stadtrat (FDP)

Nicht einfacher geworden seien auch die gesetzlichen Vorgaben. Denn die Stadt haftet als Auftraggeberin bei Unfällen und bei Sachschäden. «Die regulatorischen Anforderungen sind stetig gestiegen. Die Leute müssen Warnwesten und solides Schuhwerk tragen», sagt Ineichen und ergänzt lachend: «Hinten auf der offenen Ladefläche zu sitzen, wie wir das früher als Kinder beim Papiersammeln gemacht haben, liegt schon lange nicht mehr drin.»

Mehr Arbeit auf der Sammelstelle

Damit die Vereine nicht benachteiligt werden, gleicht die Stadt ihren Verdienstausfall aus. Kommen am Ende also die Steuerzahler für die Rechnung auf? «Nein», sagt Ineichen. Einerseits müssten die Vereine nun mehr Personen für samstägliche Einsätze auf der Hauptsammelstelle zur Verfügung stellen. «Da nimmt der Aufwand ebenfalls laufend zu.»

Auf der anderen Seite wird die Anzahl der Altpapiersammlungen halbiert, das externe Entsorgungsunternehmen macht die Tour also nur noch alternierend jeden zweiten Monat. «Auch das ist eine Folge der abnehmenden Papiermenge», so Ineichen. «Unter dem Strich ist das Ganze am Schluss also ein finanzielles Nullsummenspiel.»

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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