Baustelle in Wetzikon: Eltern kritisieren fehlende Sicherheit für Schulkinder
Eltern und Schule sind besorgt
Wegen Bauarbeiten ist der Fussgängerstreifen an der Tösstalstrasse gesperrt. Das betrifft den Schulweg vieler Kinder. Die Übergangslösung sorgte bei Eltern und Schule für rote Köpfe. Nun reagiert der Kanton.
Als einige Schul- und Kindergartenkinder in Wetzikon am Montagmittag ihren Nachhauseweg antreten wollten, standen sie auf einmal vor einer roten Absperrung. Der Fussgängerstreifen bei der Kreuzung der Spitalstrasse und der Tösstalstrasse ist gesperrt.

«Jüngere Kinder waren völlig verängstigt und überfordert», erzählt eine Mutter, deren Tochter den Kindergarten neben der Berufswahlschule besucht. Viele wussten nicht, wie sie nach Hause kommen sollten.
Vor allem den kleineren Kindern half es wenig, dass ein provisorischer Fussgängerübergang auf Höhe der Mühlestrasse eingerichtet wurde. Gelbe Streifen am Boden sucht man dort vergeblich.
«Es stehen lediglich zwei ‹Bienli› auf der Strasse, die die Kinder aber nicht als Übergang erkennen», beklagt die Mutter. Am Montagmittag hätten ältere Schulkinder und einige anwesende Eltern helfen müssen, damit alle Kinder die Strasse sicher hätten überqueren können.
Kommandant sieht Verbesserungspotenzial
Grund für die Sperrung des Fussgängerstreifens sind Bauarbeiten des Kantons. Er baut die Bushaltestelle Kempten Talhof behindertengerecht aus. Gleichzeitig werden neue Mittelinseln erstellt und die neuen Beläge eingebaut. Vor knapp zwei Wochen hatte die Baudirektion über die geplanten Arbeiten informiert.
Doch auf dem zweiseitigen Info-Blatt steht nichts von einer Sperrung des Fussgängerstreifens. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass der Verkehr nur einspurig geführt werden kann. Die Bauarbeiten dauern noch bis Mitte Dezember.
In unmittelbarer Nähe zur Baustelle befinden sich mehrere Kindergärten und Schulhäuser. Die betroffene Mutter ärgert sich deshalb über die Kommunikation der Behörden. So seien nicht alle betroffenen Eltern über die Baustelle informiert worden. Zudem sieht sie den provisorischen Übergang als grosses Sicherheitsrisiko. «Die Autofahrer wissen ja gar nicht, dass sie anhalten sollten.» Ausserdem hätten die Kinder keinen Vortritt.

Sie und andere Eltern haben deshalb Anfang Woche bei der Schule Wetzikon interveniert. Dort hat man umgehend die Stadtpolizei informiert. Diese schickte eine Patrouille vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. «Dabei stellten wir fest, dass die Fussgängerführung noch optimiert werden kann», sagt Kommandant Matthias Widmer.
Streifen wird markiert
Die Kritik hat in der Zwischenzeit auch die Baudirektion des Kantons erreicht, die für die Baustelle zuständig ist. Den Vorwurf, die Fussgängersicherheit nicht ernst zu nehmen, weist Mediensprecher Sascha Rhyner zurück. «Deshalb wurde als Ersatz auf der Höhe Mühlestrasse eine provisorische Mittelinsel erstellt.» Doch erst am Freitag wird dieser Übergang zusätzlich mit einem Fussgängerstreifen markiert.
In Absprache mit der Schule und der Stadtpolizei Wetzikon wurde deshalb vom kantonalen Tiefbauamt bis zum Freitag ein Verkehrslotsendienst eingerichtet, wie die Schule auf Anfrage mitteilt. Der Kanton kommt für die Kosten auf.
Sascha Rhyner von der Baudirektion gesteht ein, dass das Tiefbauamt die Schule Wetzikon nicht über die Baustelle und die Auswirkungen informiert hat. Das Flugblatt mit den wichtigsten Informationen sei aber flächendeckend in allen umliegenden Quartieren verteilt worden.
