Die Lichter gehen wieder an – Rütis Räbeliechtliumzug gibt ein Comeback
Im letzten Jahr musste ein Sternenmarsch die Lücke füllen, weil das OK vom grossen Räbeliechtliumzug in Rüti keine Mitglieder fand. Nur zwölf Monate später ist das Engagement wieder gross.
Gross und Klein, Jung und Alt – alle strömten sie jeweils im November zum Räbeliechtliumzug in Rüti. Bis zu 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren es an der Zahl. Und dann musste das Organisationskomitee (OK) im Sommer 2024 plötzlich bekannt geben, dass sich keine Freiwilligen für die Durchführung des Anlasses mehr finden liessen – ein Drama für so manches Kind in und um die Gemeinden von Rüti herum. Plötzlich ohne das Schnitzen einer Räbe und das warme Kerzenlicht den November durchstehen? Praktisch undenkbar. Für den Vereinsvorstand war klar, dass die Tradition irgendwie überleben muss.
Die Tradition des Räbeliechtliumzugs reicht bis ins Mittelalter zurück, als Räben die gleiche Stellung in der Grundernährung einnahmen wie später die Kartoffeln. Um die Ernte der letzten Räben zu feiern, wurden aus ihnen Laternen geschnitzt, die Kinder durchs Dorf trugen.
Kurzum wurde im Herbst ein Sternenmarsch organisiert, damit die Kinder in Rüti immerhin nicht ganz auf ihre erhellten Räben verzichten mussten. Schon damals war die Hoffnung gross, dass man in Zukunft wieder genügend Engagierte finden würde.
Zeitungsbericht ausschlaggebend
Diese Hoffnung hat sich inzwischen bewahrheitet. Zwölf freiwillige Rütnerinnen und Rütner sitzen bereits wieder im OK und haben für den Sonntag, 9. November, einen weiteren Umzug auf die Beine gestellt, der im Zentrum beim Märtegge um 17.45 Uhr startet und dort auch endet. Sogar mit musikalischer Begleitung der Räbelgruppe Züri Oberland.
«Als ich letzten Sommer im ‹Zürcher Oberländer› las, dass dringend neue OK-Mitglieder gesucht werden, habe ich mich sofort beim Vereinspräsidenten Dominique Sirena gemeldet», sagt Tina Carina Zähner, eines der neuen OK-Mitglieder. Allerdings habe sie der Präsident zunächst auf die «Reservebank» setzen müssen und gemeint, er werde sich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals melden. «Offenbar wurde er von Anfragen überflutet», staunt Zähner rückblickend. Insgesamt zählt das OK nun sechs neue und offenbar total begeisterte Mitglieder.
«Natürlich waren vor allem viele Eltern mit kleinen Kindern sehr enttäuscht.» Zudem sei der Sternenmarsch keine richtige Alternative gewesen und habe sich eher als das offizielle Ende vom Räbeliechtliumzug angefühlt. Inzwischen freut sich das OK auf die «Wiedergeburt» des Umzugs und dankt auch der Gemeinde Rüti für die Unterstützung: «In Zusammenarbeit mit dem Werkhof hat sie uns bei den Plakaten unter die Arme gegriffen.»
Kinder werden gesponsert
Wie es die Tradition gebietet, klingt der Abend nach dem Umzug um 19.30 Uhr mit Hotdogs, Suppe und Getränken aus. Für die Kinder wird die Verpflegung von den diesjährigen Sponsoren wie der Schreinerei Blattmann, der Apodro Apotheke und der Eristra Druck AG offeriert. Auch die Erwachsenen kommen nicht zu kurz und müssen für die Hotdogs lediglich 4 Franken pro Stück bezahlen.
Wer noch keine Räbe hat oder nicht weiss, wo eine zu kriegen ist: Seit Mittwoch, 5. November, sind Räben an den unten angegebenen Verkaufsstellen erhältlich.
