Parkplätze statt idyllischer Dorfplatz in Fällanden
In Fällandens Zentrum stand einst der Verkehrsgarten, der zu einem schönen Park umgestaltet werden sollte. Wie steht es heute um die Pläne?
Fällanden hat die perfekte Fläche für einen Dorfplatz. Das Areal vor der Zwicky-Fabrik steht in Zentrumsnähe und bietet genügend Raum für die Gestaltung einer schönen Parkanlage. Doch statt Sitzbänke, Bäume, Vogelgezwitscher und Brunnenfontänen sind dort Parkplätze und Recyclingstationen.
Zur Parkplatzsituation sagt Gemeindepräsident Tobias Diener (FDP): «Das ist zwar nicht schön, aber wichtig.» Denn in der Zwicky-Fabrik sei fast jeden Abend etwas los, es brauche diese Parkmöglichkeiten. Von diesen gebe es sonst im Zentrum zu wenige. Einige Parkfelder sind zudem für die Schule, das Alterszentrum und das Kinderhospiz reserviert.
Dabei hatte die Gemeinde einst grüne Pläne auf dem Areal, das unmittelbar vor dem Kultur- und Begegnungszentrum Zwicky-Fabrik liegt. In den 2000er Jahren wollte der Gemeinderat den ehemaligen Verkehrsgarten zu einem schmucken kleinen Park und Begegnungsort umbauen. 2005 stellten Planer das damalige Projekt vor.
Wut über viereckige Bäume
Allerdings kamen an der damaligen Informationsveranstaltung nicht alle Ideen bei der Bevölkerung gut an. Die gezeigten Fotos von viereckig geschnittenen Baumkronen in einer europäischen Stadt erzürnten einige der Anwesenden. Solche zurechtgestutzten Baumdächer wollte man in Fällanden nicht sehen.
Das Projekt wurde dann jedoch aus einem anderen Grund auf Eis gelegt. Der Gemeinde fehlte das Geld, und so wurde dieser Wunsch zurückgestellt. Einige Jahre geschah gar nichts.
Erst 2012 kam wieder Bewegung in die Sache. Nach einer Anfrage an der Gemeindeversammlung Ende November kündigte der Gemeinderat an, dass eine Sanierung des Platzes bevorstehe. Im Sommer des darauffolgenden Jahrs gab er die Pläne bekannt: Das Areal solle ein Aufenthaltsort für Jung und Alt sowie ein Ort für Veranstaltungen und Feste werden. Geplant waren etwa Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen.
Dazu kam die Ankündigung, dass auf dem Platz 36 neue Parkplätze erstellt werden sollten. Weichen mussten dafür einige Bäume, ein paar Sitzbänke und der Asphaltbelag der einstigen Verkehrsstrasse. Diese war bereits seit Jahren in einem schlechten Zustand.
Für Tiefgarage fehlt das Geld
Heute ist dort – wie damals angekündigt – ein Schotterrasen. Also eine Schotterschicht, durch die Pflanzen wachsen können. Doch im Internet findet sich immer noch eine Visualisierung des Zürcher Planungsbüros Suter, Von Känel, Wild zur Fällander Zentrumsentwicklung. Diese zeigt grüne Flächen am Rand des Zwicky-Platzes, verschiebbare Inseln mit Bäumen und drei Wasserfontänen hin zum Kulturgebäude. In diesen Plänen inkludiert war auch die Idee einer Tiefgarage.

«Diese Überlegungen sind noch aktuell», sagt Tobias Diener. Der Gemeinderat plant jedoch ohne die unterirdischen Parkplätze. «Die geäusserte Idee einer Tiefgarage übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten. Zudem würde sie auch die Baumpflanzungen verunmöglichen.» Dies, weil das Erdreich oberhalb der Tiefgarage dafür zu wenig tief wäre.
Das Ziel sei eine multifunktionale Lösung, welche sowohl Parkplätze ermögliche als auch die Aufenthaltsqualität verbessere, sagt Tobias Diener. Allerdings sei der Gemeinderat zurzeit bei der Planung des Platzes nicht aktiv. «Jetzt kommt erst mal das Gemeindehaus.»
Die Eröffnung des Verkehrsgartens in Fällanden
1971 wurde der Verkehrsgarten auf dem Zwicky-Areal eingeweiht. Es war zu der Zeit die erste Verkehrsschulungsanlage in einer Landgemeinde des Kantons Zürich, wo das Velofahren auf Strassen ohne Motorfahrzeugverkehr geübt werden konnte. In der damaligen Ausgabe der NZZ stand geschrieben, dass wegen des stark angewachsenen Strassenverkehrs in Fällanden eine möglichst intensive Verkehrserziehung in der Schule eine absolute Notwendigkeit darstelle.
64’000 Franken kostete es, die Anlage zu erstellen. Bei der Eröffnung wurden die damaligen Gemeinderäte mit Velos auf den Verkehrsgarten geschickt. Einige von ihnen mussten sich von den Schülern wegen grober Missachtung von Verkehrsregeln Belehrungen gefallen lassen, wie die NZZ augenzwinkernd schrieb.