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Tiefgreifende Ängste

Das sind die Schreckensszenarien der Oberländer Gemeinden

Für Halloween haben wir die schlimmsten Albträume einiger Oberländer Gemeinden aus der Gruft geholt. Zartbesaitete seien vor der Lektüre gewarnt.

Schreckgespenst: Von einer Zooseilbahn wollen die meisten Dübendorfer nichts wissen.

Visualisierung: PDnFotomontage, teilweise erstellt mit KI: Thomas Hümbeli

Das sind die Schreckensszenarien der Oberländer Gemeinden

Für Halloween haben wir die schlimmsten Albträume einiger Oberländer Gemeinden aus der Gruft geholt. Zartbesaitete seien vor der Lektüre gewarnt.

Zooseilbahn in Dübendorf

Die geplante Zooseilbahn in Stettbach ist Dübendorfs Nemesis. Die Bevölkerung befürchtet den Kollaps wegen des Anreiseverkehrs. Deswegen wären wohl die meisten nicht traurig, wenn die Seilbahn nie gebaut wird. Beleg dafür sind mehrere Rekurse, die gegen das Vorhaben hängig sind. Darunter auch einer der Stadt Dübendorf.

Eine Seilbahn über einem Wald.
Gegen die Pläne einer Zooseilbahn wird noch vor Gericht gestritten.

Viel schlimmer wird dieses Horrorszenario, wenn kein einziger Parkplatz zum Bau der Seilbahn hinzukommen sollte – wovon aktuell auszugehen ist. So werden die Dübendorfer um ihr ruhiges Wochenende gebracht, weil umherkurvende Familien aus dem Thurgau oder der Innerschweiz selbst nach vielen Stunden Suche nach einem Abstellplatz nicht fündig geworden sind.

Bengler Skyline

Es ist das Fällander Schreckgespenst: Hochhäuser in Benglen. An einer Info-Veranstaltung zum «Kommunalen Richtplan Siedlung und Landschaft» kam die Abneigung der Bevölkerung dazu zum Vorschein. «Ich habe gehört, ihr wollt Hochhäuser in Benglen bauen?», fragte eine erzürnte Frau den versammelten Gemeinderat. Mehrmals schrieben die Bewohner auf Zettelchen «Keine Hochhäuser in Benglen!», die sie auf Stellwände kleibten.

Ein Dorf und übertriebene Hochhäuser im Hintergrund.
Die Skyline in Benglen – eine grauenhafte Vorstellung für die Bevölkerung.

Wenn man sich im Dorf umhört, traut man der Sache bis heute nicht. Wird etwa die nächste partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026 dazu missbraucht, um unbemerkt Hochhäuser zu bauen? Kann ich überhaupt noch in die Ferien gehen, ohne damit rechnen zu müssen, dass Benglen nach meiner Rückkehr eine Skyline hat?

Spielplatz für Architekten in Schwerzenbach

Schwerzenbach wurde kürzlich durch die Studie des Forschungsinstituts Sotomo aufgeschreckt. In dieser wird der Gemeinde das schweizweit grösste Entwicklungspotenzial attestiert, was prompt nationale Medien ins Dorf lockte.

Eine grossartige Entwicklung ist so gar nicht das, was sich die Bevölkerung wünscht. 2022 hatte der Souverän an der Gemeindeversammlung die Bau- und Zonenordnung (BZO) zurück an den Absender geschickt. Damals befürchteten viele, dass der dörfliche Charakter von Schwerzenbach verloren geht. Seitdem wird Gemeindepräsident Martin Hermann (FDP) nicht müde, zu betonen, dass in Schwerzenbach «kleinere Brötchen» gebacken werden sollen.

Männer in Leuchtwesten auf einer Strasse.
Horrorszenario: Nachdem eine Studie in Schwerzenbach schweizweit das höchste Entwicklungspotenzial ausgemacht hat, überrennen Vermesser und angehende Architekturstudenten das Dorf.

Das dargelegte Entwicklungspotenzial der Studie birgt nun die Gefahr, dass demnächst eine Horde Architekturstudenten und Vermessungstechniker durchs beschauliche Örtchen zieht. Und bald werden erste Modelle einer prosperierenden Stadt Schwerzenbach herumgereicht, um sie potenziellen Investoren zu zeigen.  

Ade Volketswiler Gemeindeversammlung

Die Volketswiler haben sich im Sommer 2023 an der Urne deutlich gegen die Bildung einer Parlamentsgemeinde ausgesprochen. In Leserbriefen wurde die Befürchtung laut, dass damit das direkte Mitspracherecht verloren ginge. Die Gemeindeversammlung wurde hingegen als wichtige Tradition gelobt. Selbst wenn oft nur ein paar Dutzend Leute teilnehmen, obwohl Volketswil mit seinen 20’000 Einwohnern eigentlich eine Stadt ist.

Dass man mit der Einführung eines Parlaments plötzlich noch mehr gewählten Politikern beim Einkaufen im Zänti begegnet, dürfte viele erschrecken. Ebenso, dass nun plötzlich links-grüne Stimmen mehr Gewicht bekommen, was sich Volketswil so gar nicht gewohnt ist.

Eine Tafel mit Wörtern.
Unvorstellbar für die Volketswiler: Statt der Gemeindeversammlung soll plötzlich das Parlament das politische Geschehen lenken.

Längenvergleich in Wetzikon  

Mit stolzen 2435 Metern ist Wetzikons Bahnhofstrasse die längste Europas. Schön ist sie vielleicht nicht – und verkehrstechnisch eine kleine Herausforderung –, doch die Wetzikerinnen und Wetziker tragen diesen Rekord mit sichtbarem Stolz.  

Den Europameistertitel will man hier nicht kampflos hergeben – schon gar nicht an die Stadt Uster. Der schlimmste Albtraum: Wenn die Rivalin am Greifensee eines Tags eine Bahnhofstrasse baut, die exakt 2436 Meter lang ist. (bes) 

Die Bahnhofstrasse in Wetzikon hat viele Spinnweben und ist leer. Der Boden hat Löcher.
So traurig würde die Bahnhofstrasse in Wetzikon aussehen, wenn sie den Meistertitel verliert.

Dauerdichte Barrieren in Uster

Der Doppelspurausbau zwischen Aathal und Wetzikon hat sich in den vergangenen Wochen konkretisiert. Fahren die S-Bahnen dann in einigen Jahren noch höher getaktet, wird es vor allem in Uster noch enger. Die Barrieren – sowieso schon ein Dauerärgernis für viele Autofahrer – werden voraussichtlich bis zu 40 Minuten pro Stunde geschlossen sein. 

Doch jetzt kommt der Horror-Hammer: Die SBB lassen alle Schranken gleich dauerhaft unten. Der Verkehr quält sich nur noch durch die Unterführung an der Dammstrasse. Die verordnete Entschleunigung sorgt für mehr Sicherheit und spart Energie. Und immerhin ist damit ein Schreckensgespenst vertrieben: Auf den Bahngleisen bleiben künftig keine Autofahrer mehr stecken. (lel) 

noneStatt einer Schranke ziert jetzt eine Mauer den Bahnübergang an der Winterthurerstrasse in Uster.
Die SBB wollen alle Schranken am Gleis entlang schliessen.

Der Turm des Schreckens

In Illnau-Effretikon spukts gern mal. Zuletzt war es das Gespenst eines Sparpakets – eher zum Gähnen als zum Fürchten. 

Doch demnächst diskutiert das Parlament über den Gestaltungsplan des Baufelds E, besser bekannt als «dört, wo de Bushof und s Hochhuus ane chunnt». Und der hat letztes Jahr bei manchen für schlaflose Nächte und Albträume gesorgt. So sehr, dass sich die IG Hinterbüel gegen die geplanten 55 Meter wehren wollte und den Bau – manche würden es als neues Wahrzeichen betiteln, wieder andere als einen phallischen Komplex – auf 30 Meter beschränken. 

Wahrscheinlich lässt sich weder an der Grösse noch am Aussehen viel machen. Doch wie schrecklich wäre es, wenn ein Plattenbau daraus wird? Und dann wären es ja auch noch zwei – Baufeld C winkt. (mpg) 

noneEine Fotomontage, bei der die Lochergutbauten beim Bahnhof Effretikon stehen.
Wird das die Skyline Effretikons?

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