Gossau hängt an seinem Heimatmuseum – trotz angeblich zu wenigen Besuchern
Im Sommer fürchteten einige Gossauerinnen und Gossauer noch um die Existenz ihres Heimatmuseums. Eine Gemeindeversammlung machte aber schnell klar, wie sehr das Dürstelerhaus der Dorfgemeinschaft am Herzen liegt.
Das 50-Jahr-Jubiläum, das Gossau kürzlich feierte, um mit dem Dürstelerhaus seinem Heimatmuseum zu huldigen, mutet, was die Anzahl der Jahre betrifft, fast schon etwas untertrieben an, wenn man bedenkt, dass dieses Gebäude als Zeitzeuge bereits seit 365 Jahren existiert. Das alte Giebelhaus ist der letzte «lebende» Repräsentant der Gemeinde, der von einer längst vergangenen Epoche zeugt.
Und trotz dem Stolz, den Gossau wegen seines Heimatmuseums verspürt, sind dessen Erhalt und der jährliche Förderbeitrag über 100'000 Franken nicht unumstritten. An der letzten Gemeindeversammlung im Sommer wurde der hohe Kostenbeitrag seitens der SVP moniert, die das Dürstelerhaus anscheinend am liebsten verschenken würde.
Es genüge, wenn man das Haus abtransportieren und dem Ballenberg zur Verfügung stellen würde, machte SVP-Präsident Claudio Zanetti deutlich. Die Besucherzahlen des Museums seien in den vergangenen Jahren so drastisch gesunken, dass sich ein Erhalt des Hauses erübrige.
Mit seiner Haltung war er dann doch relativ allein, die Stimmbürger sprachen sich mit 87 zu 25 Stimmen deutlich für den jährlichen Kostenbeitrag aus. Man könne über Budgetposten streiten, aber nicht über die Geschichte von Gossau. Nicht die Rentabilität, sondern die konservierte Vergangenheit Gossaus stehe im Vordergrund, hiess es. Dies ganz zur Erleichterung des Gemeinderats, der ebenso geschlossen hinter dem Haus und den anfallenden Kosten steht.

