Nur 100’000 Franken fürs Dürstelerhaus führen zu Diskussionen
Trotz der relativ dicht getakteten Traktandenliste sprach Gossaus Gemeindepräsident von einem «phänomenalen Tempo» an der Gemeindeversammlung. Zu reden gaben einzig die jährlichen Kosten für das Ortsmuseum.
Gossau zählt inzwischen über 7000 Stimmberechtigte. 117 von ihnen wohnten am Montagabend der Gemeindeversammlung in der reformierten Kirche bei. Zunächst erläuterte der langjährige Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP) wie gewohnt ausführlich die Jahresrechnung 2024. Der gesamte Gemeinderat zeigte sich insgesamt erleichtert. Trotz einem erwarteten Minus von 1,4 Millionen schloss die Rechnung mit einem Überschuss von 85'000 Franken. Dies allerdings bei einem Selbstfinanzierungsgrad von lediglich 47 Prozent (im Vorjahr 91 Prozent). Die Versammlung segnete sie kommentarlos ab.
Darüber hinaus hat die Versammlung …
… der Teilrevision des Gestaltungsplans Büelgass aus dem Jahr 2002 zugestimmt. Damit steht dem neuen Zentrum Büelgass nichts mehr im Weg. Ende Jahr ist die Baubewilligung des Kantons zu erwarten. Im Frühling 2026 sollen die ersten Bauarbeiten für das Grossprojekt starten. Die ersten Wohnungen werden wohl im Jahr 2028 bezugsbereit sein.
… die 1,65 Millionen Franken für den Ersatzneubau Depot Rössliwiese in Unter-Ottikon einstimmig bewilligt. Da das Depot im Zentrum im Zuge der neuen Büelgass-Überbauung wegfällt, braucht die Gemeinde eine Alternative.
… den Mietvertrag für den Ersatzstandort der Schulverwaltung im Zentrum oberhalb der Migros bewilligt. Jährlich belaufen sich die Mietkosten auf 72'000 Franken – anstelle der bisherigen 50'000 Franken.
Kultur ja oder nein?
Dafür sorgte das zweite Traktandum für Gesprächsstoff. Der Gemeindepräsident rechnete schon im Vorfeld mit einer Diskussion, auch aus der Erfahrung der letzten Jahre. «Der Jahresbeitrag für das Dürstelerhaus gab schon an manch einer Budgetversammlung zu reden, weshalb wir ihn als eigenes Traktandum abhandeln wollen.»

