Die Kavalleriemusik Zürich und Umgebung bläst in Illnau ihre letzten Töne
Auflösung nach 90 Jahren
Fehlender Nachwuchs brachte die Mitglieder der Kavalleriemusik Zürich und Umgebung zum schmerzlichen Entscheid, den Verein aufzulösen. Zum Abschied steht aber noch eine Premiere an.
Zu kleiner Bestand an Aktivbläsern, mangelnder Probenbesuch, fehlendes Engagement: Im Jahresbericht 1955 der Kavalleriemusik Zürich und Umgebung wurden drei grosse Hauptsorgen aufgeführt. «Heute sieht die Situation nicht viel anders aus», sagt Eduard Hauser. «Aber damals konnten sie das Ruder noch herumreissen.»
Der Hombrechtiker sitzt zusammen mit Max Binder aus Illnau an einem Tisch im «Adler» in Grüningen – Vizepräsident und Präsident des Vereins, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiert. Theoretisch.
Zwar steht der Verein finanziell hervorragend da, doch statt einer Geburtstagsfeier wird es am 15. November ein Abschlusskonzert geben. Weil der Nachwuchs fehlt, haben die verbliebenen Mitglieder im letzten Jahr die Auflösung des Vereins beschlossen. «Als ich 2018 das Präsidium übernahm, schwor ich mir, nicht derjenige zu sein, der den Verein beerdigen muss», sagt Binder. «Nun ist es doch so weit gekommen.»

