In der alten Spinnerei in Aathal brutzeln jetzt Steaks
Aathals neue Fleischoase
Am 1. Oktober eröffnete Sami Rahmani sein neues Restaurant Sämi’s Steakhouse in Aathal. Für ihn ist es bereits das zweite Restaurant dieser Art.
Sami Rahmani, Inhaber von «Sämi’s Steakhouse», sitzt mit drei seiner Mitarbeitenden beim frühen Mittagessen. Vor jedem liegt eine massive Holzplatte, eingelassen darin ein kalter grauer Stein, weiter vorne auf dem Holz steht ein glühend heisser. Darauf brutzelt jeweils ein saftiges Stück Steak, das leise zischt, sobald sich ein Tropfen Fleischsaft löst. Daneben: knusprige Pommes, drei verschiedene Saucen, liebevoll angerichtet. Das Team geniesst die kurze kulinarische Pause, bevor die ersten Gäste eintreffen.
Am 1. Oktober öffnete «Sämi’s Steakhouse» seine Türen. Das Restaurant befindet sich in Aathal im ehemaligen Gebäude der Spinnerei Streiff AG, in dem bis vor gut einem Jahr noch das Restaurant Neue Spinnerei untergebracht war. Wie der Name des Restaurants vermuten lässt, steht Fleisch klar im Zentrum der Speisekarte, vieles davon wird direkt auf dem heissen Stein, dem sogenannten Hot Stone, serviert.
Mehr als nur Steak
Für Rahmani ist das Hot-Stone-Konzept ein Klassiker, der nach wie vor gefragt ist: «Steak direkt vom heissen Stein ist ein beliebter Food-Trend, der hier in der Region kaum angeboten wird.»
Sein Angebot an Hot-Stone-Gerichten umfasst neben klassischen Kalbs- und Schweinesteaks auch weniger gängige Varianten wie Känguru-Entrecôte oder Straussenfilet.
Rahmanis Favorit ist zwar nicht ganz so aussergewöhnlich, kommt aber ebenfalls von weit her – und zwar aus Argentinien. «Am liebsten mag ich das Rinds-Rib-Eye». Das Fleisch stammt von Yello-Sänger Dieter Meier, der sich inzwischen auch als Rinderzüchter einen Namen gemacht hat. Dessen Rinder grasten in Mendoza in Argentinien auf über 70’000 Hektar Weideland in Freiheit, erzählt er. «Bei einigen unserer Fleischgerichte stammt das Fleisch auch aus der Schweiz», ergänzt der 46-Jährige.
Die Preise für ein Hot-Stone-Gericht beginnen bei 31 Franken – dafür erhält man beispielsweise 200 Gramm Schweinesteak inklusive einer Beilage. Das teuerste Gericht auf der Karte ist das Bison-Filet: 200 Gramm kosten 61 Franken, ebenfalls mit Beilage.
Vegetarierinnen und Vegetarier müssen im Steakhouse nicht hungern. Fleischersatzprodukte gibt es jedoch keine. Für Gäste, die sich fleischlos ernähren, stehen dennoch Suppen, Salate und Pasta auf der Karte.
Die Speisen werden in der Küche von Rahmanis Sohn Loris zubereitet. Rahmani selbst, der aus Kloten stammt, schaut regelmässig in der Küche nach dem Rechten, kümmert sich aber genauso gerne um seine Gäste: «Ich rede gerne mit den Leuten und nehme mir Zeit für sie.»
Liebe auf den ersten Blick
Was führte den gebürtigen Klotener gerade nach Aathal?
«Ich habe mich sofort in die Location verliebt», erzählt Rahmani rückblickend auf die erste Besichtigung des Lokals. «Die Gartenwirtschaft mitten in der Natur, gleich neben dem Aabach – es ist einfach wunderschön hier.» Auch das Innere des Restaurants habe ihn sofort überzeugt: viel Platz, eine warme Atmosphäre und bereits vollständig eingerichtet. Insgesamt bietet das Steakhouse rund 150 Sitzplätze im Innenbereich und weitere 130 draussen im Garten.
Dass alles so reibungslos und schnell ablief, lag nicht nur an der vorhandenen Ausstattung. Rahmani bringt Erfahrung mit: «Ich habe schon ein Steakhouse in Bassersdorf eröffnet, das heute meine Frau führt. Ich kenne die Branche und weiss, wie es läuft.» Der 46-Jährige ist bereits seit 2002 selbständig in der Gastronomie tätig.
Für ihn lag es deshalb nahe, in Aathal ebenfalls ein Steakhouse zu eröffnen. Warum eine neue Herausforderung suchen, wenn das Bestehende funktioniert? «Erstens, weil ich selbst Fleischliebhaber bin. Und zweitens, weil ich das seit Jahren professionell mache», sagt Rahmani. Das Konzept komme gut an – also sehe er keinen Grund, etwas daran zu ändern.
Dass seine Idee funktioniert, zeigte sich schon bei der Eröffnungsfeier: «Über 200 Gäste sind gekommen, mit so vielen hatten wir nicht gerechnet.» Besonders gefreut hat ihn dabei der herzliche Empfang in Aathal. «Viele brachten sogar kleine Willkommensgeschenke mit», erzählt der Gastgeber. Auch viele Stammgäste des Vorgängerbetriebs «Neue Spinnerei» kamen zur Eröffnung am 1. Oktober, gefeiert wurde mit einem Apéro.
Gelassener Blick in die Vergangenheit
Wo heute Steaks auf Steinen serviert werden, war zuvor die «Neue Spinnerei» zu Hause, ein etablierter Treffpunkt in der Region. Nach elf Jahren wurde der Betrieb im Oktober 2024 wegen zu geringer Umsätze geschlossen. Die dezentrale Lage des Restaurants setze eine Anfahrt mit dem Auto und dadurch eine längere Mittagspause voraus. Die Frequenzen am Mittag hätten sich in den letzten Jahren halbiert, sagte uns der Vorbesitzer Hansueli Wagner letztes Jahr.
Wie blickt Rahmani auf die Herausforderungen, die seinem Vorgänger zum Verhängnis wurden? «Ich habe keine Angst», sagt er gelassen. Trotz zurückhaltender Werbung, einem Inserat in der Zeitung und etwas Radiowerbung, sei das Restaurant bereits gut besucht. «Zwar ist nicht jeder Tisch belegt, aber wir haben eine solide Kundschaft.»
Für Rahmani ist der Schlüssel zum Erfolg klar: «Ich will, dass die Leute zufrieden rausgehen. Wenn sie wiederkommen, weiss ich, wir machen es richtig.»
Öffnungszeiten
«Sämi’s Steakhouse» ist von Montag bis Freitag über Mittag von 11.30 bis 14 Uhr und am Abend von 17.30 bis 23 Uhr geöffnet. Am Samstag und Sonntag öffnet das Restaurant jeweils am Abend: samstags bis 23 Uhr, sonntags bis 22 Uhr. Während der Sommermonate von Mai bis September bleibt das Lokal an den Sonntagen geschlossen. Der Restaurantbesitzer empfiehlt eine Reservierung.
Weitere Informationen zum Lokal und zu dessen Angebot finden sich online unter saemis-steakhouse.ch.