Gesellschaft

In der Krise präsent, beim Erfolg im Hintergrund

Siege werden nicht nur über Kraft und Physis, sondern auch über den Kopf ausgespielt. Der Grütner Mentalcoach Daniel Hornecker begleitet Sportlerinnen und Sportler dabei, ihre mentale Stärke zu entfalten.

In der Krise präsent, beim Erfolg im Hintergrund

Kraft, Physis und Technik: Jeder Leistungssportler, jede Spitzensportlerin weiss, wie wichtig das Zusammenspiel dieser Elemente ist. Doch da ist noch ein Baustein: das Mentale. Daniel Hornecker aus dem Grüt ist Mentalcoach und weiss, dass auch das entscheidend ist.

Ein schlichter Raum, drei crèmefarbene Sessel, ein Whiteboard und ein Plakat an der Wand, das verrät, was es braucht, um im Sport ganz nach oben zu kommen. Hier hält Daniel Hornecker seine Sitzungen ab.

Der zweifache Familienvater ist bereits seit 15 Jahren als Mentalcoach tätig. 2011 begann er eine zweijährige Ausbildung zum Sport-Mentalcoach. Heute arbeitet er in der von ihm mitgegründeten gemeinnützigen Stiftung Empowering Lives. «Zweck der Stiftung ist die ganzheitliche Förderung, Beratung, Begleitung und Prägung der Menschen im Leistungssport vom Karrierebeginn bis über das Karriereende hinaus», heisst es auf ihrer Website.

Neben Sport-Mentalcoaching bietet die Stiftung auch Junioreneishockey-Camps und Preseason-Camps an. Letztere richten sich an leistungsorientierte Eishockeyspieler und behandeln unter anderem die Erstellung eines mentalen Trainingsplans, um gestärkt aus Krisen hervorzugehen.

Früher stand er selbst mit Schlittschuhen und Stock auf dem Eis. Der junge Hornecker begann seine Eishockeykarriere vergleichsweise spät. Mit etwa elf oder zwölf Jahren startete er beim EV Zug. Als Späteinsteiger ein nicht unbedingt einfacher Einstieg. Seine Lehre begann er als Automechaniker in Schlieren. Auch nach seinem Abschluss blieb er dieser Branche treu. Wie bei allen Sportlern, die ein gewisses Niveau erreicht haben oder erreichen können, musste auch er irgendwann die Entscheidung zwischen einer wirtschaftlichen und einer sportlichen Karriere treffen. Er hängte den Eishockeystock an den Nagel und übernahm dafür im Automobilgewerbe Führungsaufgaben.

Und doch sagt er: «Ich habe mich gefragt: Was ist das, was ich wirklich will?» Im Jahr 1994 fing er an, Eishockey-Camps zu organisieren. In einem dieser Camps auf der Lenzerheide lernte er schliesslich auch Marcel Mettler kennen. Mit ihm zusammen gründete er einige Jahre später die Stiftung Empowering Lives.

Wie der Kopf dazwischenfunken kann

«Der Sport wird generell immer kompetitiver, die Entwicklung schneller und der Fortschritt grösser. Dadurch wird der mentale Bereich immer bedeutender. Mithilfe dieses Bausteins versucht man, das Beste aus sich herauszuholen, Krisen zu meistern und Erfolge zu feiern», sagt Hornecker.

Er legt grossen Wert darauf, dass die Sportlerinnen und Sportler, mit denen er zusammenarbeitet, ganzheitlich betreut und begleitet werden. Ihm ist es wichtig, sich Zeit für den Menschen selbst zu nehmen. Er sagt: «Ich liebe es, wenn Menschen ihr volles Potenzial ausschöpfen können.» Wenn sich alles auszahlt, alles aufgeht und der Traum in Erfüllung geht, dann freut er sich im Hintergrund mit seinen Schützlingen mit.

«In der Krise bin ich präsent, beim Erfolg im Hintergrund», sagt Hornecker dazu. Man merkt: Das Rampenlicht ist nicht seine Wohlfühlzone.

Daniel Hornecker hat bereits zahlreiche prominente Sportlerinnen und Sportler begleitet, wie auf der Website der Stiftung Empowering Lives eindrucksvoll zu lesen ist. «Dank der fundierten und fokussierten Begleitung spiele ich jetzt frei auf und konnte mein Level nochmals markant steigern. Ich schätze die empathische, ehrliche und ganzheitliche Begleitung und fühle mich als Sportler sowie als Mensch wertschätzend gecoacht», lässt sich beispielsweise der Schweizer Eishockeystar Roman Josi, Captain beim NHL-Team Nashville Predators, zitieren. «Spitzensportler stehen sich oft selbst im Weg, machen sich zu viel Druck, sind zu streng zu sich. Als Mentaltrainer helfe ich, den richtigen Fokus zu finden und einen Schritt weiterzukommen», erklärt Hornecker.

Begleitung zu Gänsehautmomenten

Sport fasziniert ihn – egal, welcher. Und nicht nur Sport, vor allem Menschen im Sport. Jeder kann mit einer Anfrage zu ihm kommen. Ab einem Alter von etwa 13 Jahren macht es seiner Meinung nach je nach Reife Sinn, Mentalcoaching in Angriff zu nehmen. Das ist die Zeit, in der Jugendliche langsam über sich selbst reflektieren können.

Fünf oder sechs Sitzungen sind jeweils ideal. Wenn Sportler längerfristig mit ihm zusammenarbeiten wollen, schlägt er einen Rhythmus von zwei Wochen vor. Ein Austausch dauert jeweils eine Stunde und findet entweder in seinem Coachingraum oder oft auch einfach online statt. «So ein, zwei habe ich noch nie live gesehen», sagt er und schmunzelt. Doch auch das funktioniere einwandfrei.

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