Warum junge Männer in Nänikon Apfelsaft pressen
Von der Streuobstwiese in die PET-Flasche
Beim Verein Konkret in Nänikon kann die Öffentlichkeit kostenlos Apfelsaft pressen. Vergangene Woche waren die jungen Männer aus Zivildienst, Praktikum und Arbeitsintegration des Vereins an der Reihe. Dabei wurde schnell klar: Hier geht es um viel mehr als nur Most.
Ein kleines, unscheinbares Schild mit der Aufschrift «Mosten» hängt an einem Maschendrahtzaun in Nänikon. Dahinter liegt das Gelände des Vereins Konkret. Es ist etwas abgelegen, umgeben von saftig grünen Wiesen, die nächsten Häuser sind ein paar hundert Meter entfernt. Hier kann die Öffentlichkeit ihre Äpfel eigenständig zu Most verarbeiten. Läuft man ums Haus herum, fällt einem sofort die Mostpressanlage ins Auge: Ein silberner Häcksler und eine alte Holzpresse stehen hier für die Besuchenden bereit.
Am grossen Tisch neben der Presse sitzen rund 20 junge Männer – überwiegend Zivildienstleistende – beim Feierabend. Es wird Mate getrunken, gegessen, geraucht und geplaudert. Die Männer absolvieren ihren Zivildienst, ein Praktikum oder eine Arbeitsintegration beim Verein Konkret. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für Natur- und Landschaftsschutz im Kanton Zürich ein. Heute steht für sie ein entspannter Wochenausklang auf dem Programm: Nach einer anstrengenden Arbeitswoche im Feld dürfen sie zum Wochenabschluss erstmals selbst an der DIY-Mostpresse des Vereins Apfelsaft herstellen.
