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Vier Kammern, ein Fondue

Die Billeters aus Mönchaltorf erfinden den Klassiker neu

Von der Diagnose zur Geschäftsidee: Die Familie Billeter hat die Schweizer Traditionspfanne weiterentwickelt. Nach der TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» wollen sie das Produkt nun etablieren.

Kirsch im Fondue? Und wird der Knoblauch zerschnitten oder nicht? Am Fonduetisch braucht es keine Diskussionen mehr – nur hungrige Bäuche.

Foto: PD

Die Billeters aus Mönchaltorf erfinden den Klassiker neu

Von der Diagnose zur Geschäftsidee: Die Familie Billeter hat die Schweizer Traditionspfanne weiterentwickelt. Nach der TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» will sie das Produkt nun etablieren.

Von Figugegl * über den Schnaps beim Brotverlust bis zum Anbrennen der Grossmutter. Für die kalten Tage in der Schweiz gibt es genug Sprüche und Traditionen, die sich mit zwei simplen Wörtern zusammenfassen lassen: heisser Käse. Ein bisschen stinken muss es ja bekanntlich, egal, ob nun beim Raclette oder beim Fondue.

Aber was, wenn der Fondueplausch etwas komplizierter wird? Denn Andi ist vegan, Fabienne hat eine neue Trüffelobsession, und die Einzige, die Appenzeller Fondue wirklich mag, ist Ursina.

Müssen sich nun alle auf ein Fondue einigen, oder muss eben jeder sein eigenes Caquelon mitbringen? Weder noch, denn jetzt gibt es die vierteilige Fonduepfanne.

Jonny und Soraya Billeter aus Mönchaltorf haben das moderne Caquelon entwickelt und dabei die Firma 4 Fondue GmbH gegründet. Inhaber und Geschäftsführer ist der 55-jährige Vater Jonny, Ideengeberin ist die 25-jährige Tochter Soraya.

Vater und Tochter bei der Sendung «Die Höhle der Löwen».
Jonny Billeter will in der Sendung «Die Höhle der Löwen» auf 3+ Investoren für das innovative Caquelon finden. Mit dabei ist Ideengeberin Soraya.

Denn bei ihr ist seit wenigen Jahren die Autoimmunkrankheit Zöliakie diagnostiziert. Das ist eine durch Glutenunverträglichkeit verursachte langfristige Erkrankung, bei der sich der Darm beim Verzehr von Gluten abbaut.

Damit war sie vom Familienfondue ausgeschlossen, denn schon ein Brösmeli kann das Fondue kontaminieren. Durch die Innovation ist es jetzt aber auch für Soraya wieder möglich und sicher, beim Fondue dabei zu sein. «Es ist eben nicht nur eine Geschmackssache, sondern auch eine Gesundheitsfrage und sogar ein Hygieneaspekt», betont Vater Billeter.

Fondueplausch mit allen

Beim Caquelon handelt es sich um eine Fonduepfanne, die mit jedem Herd – auch Induktion – oder Rechaud kompatibel ist. Die Pfanne ist gleichmässig in vier Segmente unterteilt, sodass jede Person in ihrem eigenen Fondue herumrühren kann. Spülmaschinenfest ist sie auch.

Neben dem Caquelon entwickelt Billeter mit einer etablierten Partnerin gerade geeignete Käseportionen, diese müssten rund 300 Gramm gross sein. Und nicht nur Käsefondue soll im neuen Caquelon möglich sein, sondern auch ein Fondue chinoise oder ein Schoggi-Fondue.

Ein Tisch mit Caquelon und Fondueutensilien.
Bei der silbernen und der schwarzen Verpackung handelt es sich um bereits portionierte Mischungen aus Schoggi.

Aber ganz ehrlich, braucht es das Vier-Kammern-Caquelon wirklich? Die Skepsis kann Jonny Billeter verstehen. «Das erinnert mich daran, als man das Raclette-Öfeli mit dem Partygrill weiterentwickelt hat», sagt er. «Damals hatte man auch gesagt, dass das niemand braucht. Jetzt ist es kaum wegzudenken.» Es sei höchste Zeit, das Caquelon zu erneuern.

Ein Deal bei der Sendung und auch im Einzelhandel

Dieses gibt es bereits jetzt auf der Firmenwebsite für den limitierten Aktionspreis von 79 Franken. Ohne Rechaud, denn die Billeters sehen es als Zusatz zum Material, das man bereits zu Hause hat. Um das vierteilige Caquelon an möglichst viele Haushalte zu bringen, suchten die Billeters in der Schweizer Ausgabe der Sendung «Die Höhle der Löwen» auf 3+ am Dienstagabend einen Investor.

Überzeugen konnten sie Roland Brack, der 150’000 Franken bei einem Firmenanteil von 20 Prozent anbot. «Er war unser Wunschinvestor wegen seiner Reichweite», sagt Billeter. Nach der Sendung entschieden sich Billeter und Brack jedoch, eigene Wege zu gehen. Finanziell jedenfalls. Denn das neue Caquelon ist trotzdem auf der Plattform des Investors Brack.ch für 99 Franken zu haben – auch Schoggi-Fondue-Portionen gibt es von der 4 Fondue GmbH schon ab rund 9 Franken. Das Ganze ist auch im Einzelhandel wie bei Coop oder Manor erhältlich.

Nun wollen die Billeters die Innovation etablieren. Dabei soll es nicht bei einem saisonalen Produkt bleiben. «Da sich das Caquelon auch für ein Schoggi-Fondue eignet, soll es das ganze Jahr über gebraucht werden», sagt Jonny Billeter. Ob der Winter 2025 im Zeichen des innovativen Caquelons steht, wird sich zeigen.


* Figugegl: Das Akronym bedeutet «Fondue isch guet und gitt e gueti Luune» und ist ein Werbespruch aus den 1950er Jahren. Er wurde von der Werbeagentur Gisler & Gisler zusammen mit der damaligen Schweizerischen Käseunion zur Steigerung des Käsekonsums lanciert.

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