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Rennen für einen guten Zweck

Auch das Werkheim Uster trainiert für den Greifenseelauf

Mitglieder der Laufgruppe des Werkheims Uster haben sich für den Greifenseelauf einiges vorgenommen – und wollen auch Geld sammeln.

Patric Sutz (links) und Philippe Keller (vorne) nehmen für das Werkheim am Greifenseelauf teil – und wollen damit auch Spenden sammeln.

Foto: Simon Grässle

Auch das Werkheim Uster trainiert für den Greifenseelauf

Ob 5,5 Kilometer oder ein Halbmarathon: Mitglieder der Laufgruppe des Werkheims Uster haben sich für den Greifenseelauf einiges vorgenommen. Mit ihrem Effort wollen sie auch Geld sammeln.

Am Mittwochabend hat Patric Sutz nur noch eines im Kopf: das Training. Der 25-Jährige, der im Werkheim Uster in der Küche tätig ist, ist dort auch Teil der Laufgruppe.

Und im Moment trainieren die Läuferinnen und Läufer für einen speziellen Anlass. Ein Teil von ihnen wird am Greifenseelauf am 20. September teilnehmen, darunter auch Sutz. Als Einziger der Gruppe hat er sich den Halbmarathon vorgenommen, 21,1 Kilometer. «Nervös bin ich noch nicht, aber das kommt dann schon noch», sagt er vor dem Training.

Läufer mit gelbem Shirt
Patric Sutz absolviert am Greifenseelauf seinen ersten Halbmarathon.

Die ganze Distanz sei er noch nie gerannt. «Mein längster Lauf im Training war bisher 18 Kilometer, danach war ich sehr müde.» Trotzdem hat er sich für den Wettkampf Ende Monat etwas vorgenommen. «Ich will unter drei Stunden bleiben.»

Dafür trainiert er jeden Mittwoch in der Laufgruppe des Werkheims, und dies bereits seit mehreren Jahren. Die Idee für diese Gruppe hatte Bettina Loustalot. «Ich mache privat sehr viel Sport, unter anderem auch Triathlon», erzählt die passionierte Lauftrainerin aus Uster. Nach ihrer Pensionierung vor gut fünf Jahren hatte sie genügend Zeit, das Projekt ehrenamtlich aufzubauen.

In der Laufgruppe wird in drei verschiedenen Geschwindigkeiten trainiert. Es gibt die langsamen Walker, eine mittlere Gruppe und die ganz Schnellen, wo auch Patric Sutz mitrennt. Die einzelnen Gruppen werden von Coaches begleitet.

Gruppe von Personen
Die Laufgruppe des Werkheims mit ihren Coaches vor dem Training.

«Sport ist ein wichtiges Element im Alltag für die Klientinnen und Klienten des Werkheims», betont Loustalot. Es sei wichtig, dass sich alle genug bewegten. «Und im Sport lernen sie auch, mit Erfolg und Misserfolg umzugehen und einen Ehrgeiz zu entwickeln.»

Nicht nur zum Spass

Denn auch wenn der Spass beim ganzen Sportprogramm im Werkheim im Vordergrund steht, der sportliche Ehrgeiz hat ebenfalls seinen Platz. So nehmen die Hobbysportlerinnen und -sportler des Werkheims immer wieder an Wettbewerben teil.

Nächstes Jahr steht mit den National Summer Games von Special Olympics, einem Sportanlass für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen, ein besonderes Highlight auf dem Programm. Einige Mitglieder der Laufgruppe werden dort in den Leichtathletikdisziplinen an den Start gehen. Doch dafür gibt es eine Selektion.

«Bald haben wir wieder einen Wettkampf», sagt Loustalot. Im Anschluss erhalten alle eine Zeit, die sie bis Weihnachten erreichen müssen. Nur dann dürfen sie am Grossanlass in Zug im Mai 2026 teilnehmen. «Das sollte alle auch motivieren, am Training teilzunehmen und besser zu werden.»

Ein wichtiges Ereignis

Doch im Moment haben die Mitglieder der Laufgruppe noch ein anderes Ziel vor Augen, den Greifenseelauf. Nicht alle haben so grosse Ambitionen wie Patric Sutz mit seinem Halbmarathon.

Etwas gemächlicher angehen wird es Nathalie Müller. Sie hat sich 5,5 Kilometer vorgenommen als Walkerin. «Am meisten freue ich mich darauf, zusammen mit meiner Freundin Fleur den Lauf zu machen», sagt sie. Für Müller ist es ebenfalls nicht die erste Teilnahme am Ustermer Volkslauf. Und so weiss sie auch, was sie erwartet. Ihr persönliches Highlight am Lauf: «Die Bratwurst am Schluss.»

Zwei Frauen in gelben T-Shirts
Nathalie Müller (links) freut sich besonders darauf, den Lauf zusammen mit ihrer Freundin Fleur zu absolvieren.

Mit etwas mehr sportlichem Ehrgeiz geht Philippe Keller an die Sache heran. Er hat sich wie schon in den vergangenen Jahren für den 10-Kilometer-Lauf angemeldet. Eine Zeit hat er sich nicht vorgenommen: «Aber ich will immer schneller werden, auch wenn das nicht immer klappt», sagt er. Am meisten freut er sich auf den Wettkampf selber. «Rennen macht einfach Spass.»

Am Greifenseelauf rennen Sutz, Müller und Keller aber nicht nur, um Freude zu haben. Sie sind alle auch Teilnehmer des Charitylaufs des Werkheims. Die Laufgruppe der Stiftung will mit der Teilnahme Geld für das Sportangebot des Werkheims sammeln. Dabei starten die Läuferinnen und Läufer des Werkheims in den normalen Kategorien, sind aber in der Regel mit einer Begleitperson unterwegs.

Die Idee für diese Spendensammlung am Volkslauf hatte Hansueli Gujer. Er ist Trainer in der Laufgruppe und auch Leiter Fundraising des Werkheims. «Damit wir unser grosses Sportangebot von der Laufgruppe über das Velofahren bis zum Fussball finanzieren können, sind wir auf Spenden angewiesen», erklärt er. Den Greifenseelauf nutzt das Werkheim seit 2020 als Fundraising-Event.

Läufer im Training
Nicht bei allen ist die Motivation da: Trainer Hansueli Gujer (links) nimmt einen Teilnehmer unterstützend an der Hand.

Jeder Läufer und jede Läuferin aus der Gruppe hat auf der Website eine eigene Spendenseite, auf der Beiträge gesammelt werden. «Vielen ist das auch sehr wichtig, etwas Gutes zu tun», sagt Gujer.

Doch noch wichtiger seien für die meisten der Anlass selber und die Leute, die sie am Streckenrand unterstützten. «Und gross ist jeweils die Freude, wenn sie ihre Startnummer erhalten und auf ihren eigenen Charitylauf-T-Shirts anbringen.»

Wer den Charitylauf des Werkheims unterstützen will, findet Informationen zu den Spendenmöglichkeiten auf der Website. Die Bankverbindung des Werkheims ist: IBAN CH38 0900 0000 8000 0085 1.

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