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British Car Meeting

Das Valley in Kemptthal erwartet mehr als 1000 Autofans

Ende August treffen sich 1000 Fans englischer Autos im Valley. Was das eidgenössische Schwingfest damit zu tun hat.

Stilecht fachsimpeln: Nach dem regnerischen British Car Meeting 2024 in Mollis hoffen die Organisatoren im Valley auf besseres Wetter.

Foto: British Car Meeting

Das Valley in Kemptthal erwartet mehr als 1000 Autofans

British Car Meeting

Erstmals findet das traditionelle British Car Meeting im Valley statt. Am 31. August werden bis zu 1200 Autos aus englischer Produktion erwartet. Grund ist das Eidgenössische Schwingfest.

Es ist eine Ausnahme, und der Grund für die Ausnahme könnte schweizerischer nicht sein: Weil in Mollis GL am letzten Augustwochenende das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (Esaf) stattfindet, muss das British Car Meeting weichen.

Der Traditionsanlass findet dieses Jahr nicht auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes im Kanton Glarus statt – sondern im Valley in Kemptthal. Rund 1000 bis 1200 Fahrzeuge britischer Provenienz werden dort am 31. August erwartet. Oldtimer, Youngtimer und zeitgenössische Fahrzeuge mit englischen Markennamen werden in Zusammenarbeit mit der Motorworld einem breiten, interessierten Publikum präsentiert.

Das Meeting ist ein farbenfroher, geselliger und immer auch leicht wehmütiger Blick auf eine einst blühende Industrie im Vereinigten Königreich. Marken wie Triumph, MG, Rover oder Riley liessen die Herzen von Autofans nicht nur in England höherschlagen. Die englische Automobilindustrie beschäftigte nach dem Zweiten Weltkrieg Hunderttausende Arbeitnehmer; die Fahrzeuge hatten Weltruf.

Eine einst stolze Industrie

Und heute? Rolls-Royce gehört BMW, genauso wie Mini. Bentley ist ein Teil von Volkswagen. Jaguar Land Rover wird von Tata Motors aus der früheren Kronkolonie Indien gelenkt. Mehrheitseigner von Lotus ist Geely aus China. Und auch die Markenrechte an MG gehören einem chinesischen Konzern namens SAIC.

Ineffiziente Produktion in zu vielen zu kleinen Fabriken, fehlende Innovationen und Investitionen, veraltete Produktionsanlagen, mangelhafte Qualität, schlechtes Management und zahlreiche Streiks hatten bis Mitte der 1970er Jahre zum Niedergang dieser einst stolzen Industrie geführt.

Doch etwas ist geblieben: Autos, die die Herzen der Enthusiasten bis heute höherschlagen lassen. Vom luxuriösen und für die 1960er Jahre innovativen Rolls-Royce Silver Shadow über den sportlichen Jensen Interceptor mit einem gewaltigen 7,2-Liter-Motor bis zum dreirädrigen Kleinwagen Reliant Robin, der sich in Kurven gerne mal hinlegte.

Etwas kleiner als im Glarnerland

1978 war das British Car Meeting von einigen Enthusiasten ins Leben gerufen worden. Seit 1999 findet es in Mollis statt. Das Schwingfest zwang die Organisatoren dazu, nach Alternativen zu suchen.

«Wir hatten uns zunächst überlegt, einfach den Termin zu verschieben», sagt OK-Präsident Olivier Borgeaud. «Aber das Gelände ist aufgrund des Auf- und Abbaus der Schwingarena so lange belegt, dass das keine Option darstellt.» Und da man den Anlass nicht einfach ausfallen lassen wollte, entschied man sich für Kemptthal.

Statt 1000 Standplätze für die englischen Fahrzeuge wie in Mollis stehen dort zwar nur 650 Plätze zur Verfügung. «Aber die Leute bleiben in der Regel nicht den ganzen Tag, sodass wir davon ausgehen, genügend Platz für unsere Engländer zu haben», sagt Borgeaud. Für Besucherinnen und Besucher ohne englisches Fahrzeug stehen ausserhalb des Valleys 200 Parkplätze zur Verfügung. Zudem ist das Areal hervorragend an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.

«Vornehm und gleichzeitig zurückhaltend»

Organisiert wird der Anlass vom Swiss TR-Club, der vor 50 Jahren mit dem Ziel gegründet wurde, Triumph-Oldtimer instand zu setzen, zu pflegen und zu erhalten. Olivier Borgeaud und seine Frau Daniela sind der Faszination vor rund 30 Jahren erlegen und besitzen heute einen Triumph TR3 mit Jahrgang 1957 und einen TR4 mit Jahrgang 1964. Auf den Grund für seine Faszination für altes englisches Blech angesprochen, nennt Borgeaud «den Lifestyle, den diese Fahrzeuge verkörpern: Es ist ein cooler, vornehmer und gleichzeitig zurückhaltender Stil».

Aber nicht nur, denn als Maschineningenieur fasziniert ihn ebenso die Technik: «In den Oldtimern gibt es keine Elektronik, sondern ausschliesslich Mechanik und Elektrotechnik. Mit etwas Geschick und dem entsprechenden Wissen kann man diese Fahrzeuge selbst reparieren, wenn mal etwas kaputtgeht.»

Ein Mann steht vor seinem Rolls-Royce-Oldtimer. Er trägt Mode aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, unter anderem karierte Knickerbocker.
Very british: Dieser Rolls-Royce-Fahrer hat sich in Schale geworfen.

Die Markenrechte für die traditionellen englischen Automobile mögen heute in Stuttgart, München, Mumbai oder Schanghai liegen. Doch das britische Lebensgefühl kann den Aficionados für diese Fahrzeuge niemand streitig machen. Zu sehen (und vielleicht zu spüren) am 31. August von 9 bis 16 Uhr im Valley.

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