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Nicht zu viel Wachstum

Fällanden bleibt sich treu: Lieber Obstbäume statt Skyline

Was ist mit Hochhäusern, wohin soll die neue Heizzentrale, und wieso nochmal hat die Gemeinde keine Umfahrungsstrasse? In Fällanden gab es reichlich Diskussionsstoff zur Ortsentwicklung.

Der Verkehr ist in Fällanden ein zentrales Thema bei der Entwicklung der Gemeinde.

Foto: David Marti

Fällanden bleibt sich treu: Lieber Obstbäume statt Skyline

Was ist mit Hochhäusern, wohin soll die neue Heizzentrale, und wieso nochmal hat die Gemeinde keine Umfahrungsstrasse? In Fällanden gab es reichlich Diskussionsstoff zur Ortsentwicklung.

Zu oberflächlich oder zu detailliert? Die Frage stellte sich laut Gemeindepräsident Tobias Diener (FDP) bei der Ausarbeitung der kommunalen Richtpläne Siedlung und Landschaft sowie Verkehr. Am Mittwochabend in der Zwicky-Fabrik konnte zumindest die Frage zum Informationsgehalt als eher oberflächlich beurteilt werden.

Die externen Planerinnen und Planer erklärten an der Informationsveranstaltung zwar detailliert, wie kantonale, regionale und kommunale Richtpläne ineinandergreifen. Zudem wurden zahlreiche Massnahmenpläne und Richtplankarten zusammen angeschaut, ohne jedoch einzelne Beispiele genauer unter die Lupe zu nehmen.

Konkreter wurde Hochbauvorstand Christian Rossmann (FDP), der das Thema Hochhäuser anschnitt, das seiner Meinung nach vielen «unter den Nägeln brennt».

Tatsächlich wurde an der Mitwirkungsveranstaltung im Frühling 2024 die Befürchtung vonseiten der Bevölkerung laut, dass in Benglen Hochhäuser gebaut werden. Damals blieb Rossmann noch vage und sprach von Gedanken und strategischen Überlegungen zu dem Thema.  

Auch mit viel weniger Zuwachs wäre die Gemeinde lebenswert.

Votant aus Fällanden

Am Mittwochabend war seine Aussage deutlich: «Es gibt nirgends in Fällanden ein Gebiet für Hochhäuser.» Der Gemeinderat fördere deswegen deren Bau nicht. Damit werden die Behörden auch der Onlineumfrage gerecht, die im letzten Jahr durchgeführt wurde. In dieser haben sich die 377 Teilnehmer mehrheitlich gegen die Errichtung einzelner Hochhäuser ausgesprochen.

Angst vor 12’000 Einwohnern

Was auch zur Frage führte, wie stark Fällanden überhaupt wachsen soll. Rossmann sprach in diesem Zusammenhang «im extremsten Fall» von 12’000 Einwohnern bis ins Jahr 2040. Im Jahr 2024 wurden in Fällanden 9608 Einwohner registriert.

Für einen Fällander war dieses Zukunftsszenario zu viel: «Es reicht irgendwann. Auch mit viel weniger Zuwachs wäre die Gemeinde lebenswert.»

Intensiv diskutiert wurden auch Verkehrsthemen. Sicherheitsvorstand Ruedi Maurer (parteilos) sprach den alten Fällander Dauerbrenner Umfahrungsstrasse an. Er ahnte wohl, dass einige der etwa 80 Anwesenden im Saal bereits die Messer gewetzt hatten.

Schon vor 50 Jahren habe das Thema die Gemüter bewegt, sagte Maurer. Der Gemeinderat habe sich nun ein weiteres Mal damit beschäftigt. «Die Umfahrungsstrasse ist leider ein Ding der praktischen Unmöglichkeit.»

Umfahrung mit Tunnel

Fällanden könne aber die «Belästigung» Verkehr eindämmen, indem die Gemeinde immer wieder auf den Kanton einwirke, damit er sinnvolle Massnahmen auf den Kantonsstrassen umsetze. Welche Massnahmen damit gemeint sind, nannte Maurer jedoch nicht.

Der Gemeinderat sieht nicht, dass sich die Arbeit in die Umfahrungsstrasse auszahlen würde.

Ruedi Maurer

Gemeinderat (parteilos)

Zur Umfahrungsstrasse sagte ein Votant, dass trotz der Streichung aus dem kantonalen Richtplan noch Einfluss auf einen Bau der Strasse bestünde. Eine Umfahrung sei immer noch möglich, etwa mithilfe eines Tunnels.

Ein anderer Votant pflichtete ihm bei und nannte das Beispiel der Aargauer Gemeinde Bad Zurzach, wo vor zwei Jahren die Ortsumfahrung mit einem 500 Meter langen Tunnel eröffnet wurde.

Ruedi Maurer erinnerte daran, dass sich in den 1970er Jahren die Fällander Stimmbevölkerung gegen eine Umfahrung ausgesprochen hatte. Wer die Strasse heute noch wolle, könne dies mit einer Initiative in die Hand nehmen. Maurer machte aber klar: «Der Gemeinderat sieht nicht, dass sich die Arbeit in die Umfahrungsstrasse auszahlen würde.»

Heizen ja, aber wo?

Als weiteres konkretes Beispiel wurden die Pläne für eine Heizzentrale genannt. In Benglen müssen bestehende Wärmeverbunde ersetzt werden, die heute mit Gas betrieben werden. Im Ortsteil wird darum nach einem geeigneten Standort für eine Heizzentrale gesucht, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden soll.

Für Diskussion sorgte der Umstand, dass hierfür das grüne Areal Grossacher eingezont werden müsste. Ein Votant sprach von «Einzonen auf Vorrat». Raumplaner Rolf Keller entgegnete, dass in erster Linie ein Standort in einer Bauzone gesucht werde. «Einen solchen haben wir aber bisher noch nicht gefunden.»

Zu den Richtplänen kann sich nun die Bevölkerung bis zum 14. Oktober über die Website der Gemeinde äussern. Am 18. März 2026 sollen die Fällanderinnen und Fällander an der Gemeindeversammlung darüber abstimmen.

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