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10 Jahre Pfäffiker Dorfete

Das «Fäscht für alli» in Pfäffikon feiert Jubiläum

2015 fand die erste Pfäffiker Dorfete statt – und trotzdem ist der Anlass irgendwie über 40 Jahre alt. Vereinspräsident Samuel Heer blickt vor der Jubiläumsausgabe auf die Entstehung zurück.

Das Organisationskomitee mit Präsident Samuel Heer (Zweiter von links) freut sich schon riesig auf die Jubiläumsausgabe.

Foto: privat

Das «Fäscht für alli» in Pfäffikon feiert Jubiläum

Zehn Jahre Pfäffiker Dorfete

2015 fand die erste Pfäffiker Dorfete statt – und trotzdem ist der Anlass irgendwie über 40 Jahre alt. Vereinspräsident Samuel Heer blickt vor der Jubiläumsausgabe auf die Entstehung zurück.

Mit einer Festbankgarnitur auf der Bahnhofstrasse in Pfäffikon wurde der Verein Pfäffiker Dorfete im April 2015 gegründet. «Wir wollten die Gründung an jenem Ort besiegeln, wo auch das Fest stattfinden wird», sagt Samuel Heer. Der Präsident des Vereins und damit des Organisationskomitees war an jenem Tag mit dabei.

Zusammen mit dem Team der ehemaligen Schuppe-Bar setzte er sich damals zum Ziel, das Erbe des Männerchors Pfäffikon anzutreten. Der Chor hatte über 35 Jahre lang jeweils das «Schuppe-Fäscht» beim Güterschuppen der SBB organisiert. «Unsere Väter singen im Männerchor, darum haben wir früh die Organisation des Barzelts übernommen», erinnert sich Heer.

Bild von der Gründungsversammlung anno 2015 inklusive Delegation des Jodelchörli am Pfäffikersee in Tracht.
Bild von der Gründungsversammlung 2015 inklusive Delegation des Jodelchörli am Pfäffikersee. Nach wie vor mit dabei sind Martin Locher (Dritter von links), René Zimmermann (ganz rechts in Tracht) und Samuel Heer (rechts).

Als der Männerchor dieses Fest nicht mehr organisieren wollte, sprangen Heer und seine Mitstreiter in die Bresche. «Wir konnten diese tolle Veranstaltung nicht einfach sterben lassen.» Seither wird jeweils Ende August die Pfäffiker Dorfete gefeiert – nach wie vor auf der Pfäffiker Bahnhofstrasse, in diesem Sommer am 22. und 23. August.

Dirndl im August

Jeweils am Freitag fällt der Startschuss für die zweitägige Sause, der erste Abend steht jedes Mal unter einem neuen Motto. In diesem Sommer wird eine «Sommerwiesn» gefeiert, wobei die Münchner Zwietracht, eine der populärsten Oktoberfest-Bands, auf der Bühne stehen wird. «Wir rechnen mit vielen Dirndln und Lederhosen», sagt Heer. In den letzten Jahren stand der Freitagabend unter Mottos wie Country, Reggae, Rock oder Latin und kommt vor allem beim jüngeren Publikum gut an.

Der Samstagnachmittag richtet sich mit Hüpfburg, Riesensandkasten oder Schokokuss-Schleuder eher an Familien. Traditionell gehört auch eine Tanzshow am Nachmittag dazu. Gegen Abend treten gleich zwei Blasmusikformationen auf, bevor sich die Festwirtschaft langsam zum Partyzelt entwickelt.

Impressionen von der Pfäffiker Dorfete
Die Spielgruppe Rägebogeschüür sorgt jeweils für ein abwechslungsreiches Programm für die Kinder. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2022.

Wie viele Personen jeweils mitfeiern, kann Samuel Heer nur schwer beziffern. «Unser Festplatz mit knapp 500 Sitzplätzen ist meist gut gefüllt. Über beide Tage verteilt werden es somit um die 1000 Besucherinnen und Besucher sein», mutmasst er.

Da sich das Konzept des Dorffests – das Motto lautet «es Fäscht für alli» – seit der Gründung bewährt hat, wird auch bei der Jubiläumsausgabe nicht daran gerüttelt. Nur die Zusammensetzung des Rahmenprogramms ist je nach Jahr verschieden. «In den ersten fünf Jahren hatten wir auch einen Streichelzoo – doch der logistische Aufwand wurde irgendwann zu gross», erzählt Heer.

Bahnhofstrasse als Fixpunkt

2019 musste das Fest wegen Bauarbeiten auf die Bankstrasse verlegt werden, was dem Besucherstrom jedoch keinen Abbruch tat. Seither ist man – mit der kurzen Unterbrechung durch Corona im Sommer 2020 – der Bahnhofstrasse wieder treu. «Hier haben wir mit den Nachbarn ein gutes Miteinander gefunden, und das ehemalige Hotel Bahnhof spendet an heissen Sommertagen den nötigen Schatten.»

Samuel Heer will aber nicht ausschliessen, dass die Pfäffiker Dorfete dereinst auf einen grösseren Festplatz umzieht. «Beim Bahnhof ist der Platz beschränkt. Sollten wir die ursprüngliche Vision des Fests irgendwann realisieren können und sich somit mehrere Vereine am Fest beteiligen, müssten wir aus Platzgründen über einen Umzug nachdenken.»

Impressionen von der Pfäffiker Dorfete
An der «Sommerwiesn» am Freitagabend mit der bekannten Band Münchner Zwietracht werden volle Bänke erwartet.

Bisher blieb das Echo aus den Pfäffiker Vereinen jedoch verhalten. «Wir haben zweimal die Pfäffiker Vereine angeschrieben, ob sie sich in einer Form beteiligen wollen – mit wenig Erfolg.» So ist es primär das Jodelchörli am Pfäffikersee, das mit dem Betrieb der gesamten Festwirtschaft einen grossen Teil der Arbeit übernimmt. «Und seit diesem Jahr ist auch der Turnverein Pfäffikon mit einigen Helfern mit dabei, was uns sehr freut.»

Vakanzen im Organisationskomitee

Doch ganz so rosig wie aktuell sei die Situation nicht immer gewesen. Da der einzige Vereinszweck die Organisation des Fests ist, sind die Finanzen zwar nicht das Sorgenkind. «Anders als beim Männerchor, der auf das ‹Schuppe-Fäscht› als Einnahmequelle angewiesen war, sind wir mit einer schwarzen Null zufrieden.» Aber genügend Leute zu finden, die sich im Organisationskomitee engagieren wollten, sei manchmal schwierig gewesen.

«Wir standen tatsächlich schon vor der Frage, ob wir überhaupt weitermachen können, weil wir zu viele Vakanzen hatten», sagt Heer. Auch jetzt wäre das derzeit siebenköpfige Komitee froh um ein bis drei weitere Mitglieder, um die Arbeitspakete besser zu verteilen. «Aber bisher hat es noch immer irgendwie geklappt. Und solange wir tatkräftige Unterstützung haben, wird es weiterhin jedes Jahr ein Fest geben.»

Das detaillierte Programm der Pfäffiker Dorfete am 22. und 23. August ist online auf der Website www.pfäffiker-dorfete.ch zu finden.

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