Der Kanton kämpft mit grosser Platznot in Kinder- und Jugendheimen
Besetzte Plätze und komplexe Fälle
Die Kinder- und Jugendheime in der Region werden von Anfragen überhäuft, die Plätze sind jedoch meist besetzt. Zusätzlich stossen die Zukunftspläne des Kantons auf grosse Skepsis.
Sie platzen im Kanton aus allen Nähten: Kinder- und Jugendheime. Die Plätze sind praktisch durchgehend besetzt, und die Wartezeiten werden immer länger. Für betroffene Kinder und Jugendliche einen passenden Platz zu finden, wird zunehmend schwieriger.
Wir haben bei den acht Kinder- und Jugendheimen im Oberland nachgefragt, die über eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton verfügen und vollbetreute Plätze anbieten. Wie hat sich die Situation über die letzten Jahre entwickelt? Der Fokus lag dabei auf dem sogenannten betreuten Wohnen – ohne begleitetes Wohnen und Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Heim ist nicht gleich Heim
Der Kanton unterscheidet in der Heimpflege gemäss Kinder- und Jugendheimverordnung zwischen dem betreuten und dem begleiteten Wohnen. In beiden Fällen leben die Betroffenen nicht mehr bei den Erziehungsberechtigten, sondern in einer Institution.
Beim begleiteten Angebot wohnen Jugendliche allein oder mit anderen in einem Haushalt. In diesem Fall wird ein gewisses Mass an Selbständigkeit vorausgesetzt. Allerdings werden sie von Fachpersonen unterstützt, da sie noch nicht genügend Ressourcen und Stabilität haben, um ihren Alltag komplett selbständig zu bewältigen.
Was die meisten Personen unter einem «klassischen Heim» verstehen dürften, meint heutzutage die betreute Wohnform. Hier leben mehrere Kinder und Jugendliche zusammen, zudem sind Betreuungspersonen rund um die Uhr präsent. (jgu)

