So sieht der Rettungsplan für die «Eintracht» in Hermatswil aus
Eventlocation und Eintagesbetrieb
Arnold Gubler konnte für sein Restaurant Eintracht in Hermatswil keine neuen Pächter finden. Trotzdem geht das Traditionslokal im August wieder auf.
Ende Juni feierte das Pächterpaar Monika und Stefan Peter seinen Abschied vom Restaurant Eintracht in Hermatswil. Zwar war Inhaber Arnold Gubler bei seiner Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger nicht erfolgreich. Trotzdem kann die «Eintracht», in der seit 1905 in der Pfäffiker Aussenwacht Gäste ein- und ausgehen, weiterbestehen – wenn auch in reduziertem Rahmen.
«Wir weigerten uns schlichtweg, zu akzeptieren, dass eine so lässige, im alten Stil belassene Beiz sterben soll», sagt Gubler. Vor den Peters führten Myrtha und Hardy Bachmann von 2005 bis 2020 das Restaurant. Teil des neuen Konzepts für das Lokal ist die Rückkehr der ehemaligen Pächter. Jeweils am Donnerstag werden in alter Manier ab 16 Uhr unter ihrer Führung wieder Speisen und Getränke serviert.

«Ein absoluter Glücksfall», betont Gubler. Er habe die Bachmanns angefragt, ob sie nicht Lust hätten, in einem kleinen Pensum wieder in der «Eintracht» aktiv zu werden. «Und sie haben ganze zwei Minuten überlegt, bis sie Ja gesagt haben.»
Es gebe bereits weitere Interessenten, die sich einen zweiten oder gar dritten fixen Tag in der Woche vorstellen könnten. «Wer weiss, vielleicht entwickelt sich daraus doch wieder eine langjährige Pacht», sagt Gubler.
Neu auch Mietobjekt
Damit das Lokal während des Rests der Woche nicht leer steht, bieten Arnold Gubler und seine Frau Ines die Räume neu zusätzlich als Eventlocation an. Das Restaurant kann sowohl von Vereinen als auch von Privatpersonen gemietet werden, um dort verschiedenste Events zu organisieren.
«Vielleicht gibt es einen Kochklub, der einmal in einer professionellen Restaurantküche kochen will», meint Gubler. «Oder Gastronomen, die für einen Pop-up-Betrieb das Lokal sogar über längere Zeit mieten wollen.»
Er wird zusammen mit seiner Frau ebenfalls Themenabende organisieren. Nach der schwierigen Zeit der Pächtersuche hat Arnold Gubler zurück zu seinem Enthusiasmus gefunden. «Vielleicht gibt es mal ein Public Viewing und ich koche Ghackets mit Hörnli – als ausgebildeter Koch sollte ich das noch schaffen –, oder dann veranstalten wir mit Künstlern eine Vernissage und arbeiten mit einem Weinhändler zusammen.»

Die Idee für die Neuausrichtung wurde dabei an ihn und seine Frau herangetragen. «Die Gesellschaft verändert sich», sagt Gubler. Heutzutage gehe man nicht mehr am Abend einfach so in die Beiz, sondern bleibe eher zu Hause. «Da müssen wir uns der Gesellschaft anpassen und Angebote für spezielle Veranstaltungen bieten.»
Mit seiner Frau habe er nächtelang diskutiert, ob sie den Neustart wagen und in die eigenen Hände nehmen sollten. «Schliesslich war sie es, die ein Machtwort sprach», sagt der 56-Jährige. «Sie meinte, andere in meinem Alter würden mit Golf beginnen, da sollten wir etwas Sinnvolleres machen. Zu verlieren haben wir ja nichts.»
Es gehe primär darum, das Restaurant am Leben zu erhalten. «Wenn es einmal zu ist, bleibt es wohl länger zu, das Inventar nimmt Schaden, und man verliert die Kunden.» Eine Umnutzung zu Wohnraum habe er in Betracht gezogen. «Aber die Beiz ist top zwäg. Wenn wir sie offen halten können, bin ich zufrieden. Ein neuer Pächter für die nächsten Jahre wäre einfach noch die Kirsche auf der Torte.»
Am Samstag, 9. August, findet ab 16 Uhr die offizielle Wiedereröffnung des Restaurants Eintracht mit Grill und Barbetrieb statt. Bereits ab dem 7. August empfangen Myrtha und Hardy Bachmann jeweils am Donnertag ab 16 Uhr wieder Gäste. Auf der Website www.eintracht-die-beiz.ch kann der Eventkalender eingesehen werden.