So können auch Landwirte in die Ferien
Früher war es beinahe eine Selbstverständlichkeit, dass Bauern keine Ferien machten. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet – oder zumindest etwas. So zum Beispiel bei Judith Rüegg aus Hinwil.
Bauern verreisen nicht so oft oder gönnen sich Ferien, wie es die «Normalbevölkerung» hierzulande tut. Vor allem früher hiess es gern: «Ihr seid schon den ganzen Tag an der frischen Luft, wozu braucht ihr Urlaub?»
Speziell die älteren Generationen in der Landwirtschaft kannten und kennen Urlaube nach wie vor kaum. Dafür scheint sich bei den jüngeren Landwirtinnen und Landwirten ein Sinneswandel vollzogen zu haben. Generell seien Ferien und Ferienablösungen in der Landwirtschaft ein heikles Thema, erklärt Pablo Nett vom Zürcher Bauernverband (ZBV) mit Sitz in Dübendorf. «Gerade bei jüngeren Landwirten sind Ferien ein gewisses Reizthema, da moderne Partnerinnen auf Ferien bestehen.»
Man arrangiert sich
Bei Ackerbaubetrieben oder Reb- und Obstbetrieben werden Ferien grundsätzlich dann gemacht, wenn es die Vegetation erlaubt – will heissen in den kälteren Jahreszeiten oder nach der Ernte. «Bei tierhaltenden Betrieben sind Urlaube jedoch noch schwieriger zu beziehen, da Milchkühe jeden Tag gemolken werden wollen, sprich müssen», unterstreicht Nett.

