Dieses Gestänge gibt dem Winterdienst den Tarif durch
Mit Hightech gegen Glatteis
Entlang von Kantonsstrassen in der Region fallen neuartige Messstationen auf. Was genau ist ihr Zweck?
Zwischen Agasul und Weisslingen steht neuerdings ein mit Solarpanels und Kamera bestückter Mast am Strassenrand. Was auf den ersten Blick an einen Kampfdroiden aus «Star Wars» erinnert, ist eine Messstation des kantonalen Tiefbauamts. Diese fokussiert denn auch nicht auf Raser, wie man auf der schnurgeraden 80er-Strecke entlang des Brauweihers erwarten könnte. Ihre Aufgabe ist es, den kantonalen Winterdienst rechtzeitig vor glatten Strassen zu warnen.
«Mit diesem Messgerät sollen im Winter ab jeweils 3 Uhr alle 10 Minuten Messungen vom Strassenzustand erfolgen, damit die Winterdienstzentrale des Kantons Zürich die Schneeräumfahrzeuge planen und koordinieren kann», schreibt die Gemeinde Weisslingen denn auch auf ihrer Website. Rund um Zürich seien diese Geräte «anscheinend schon mit Erfolg» eingeführt worden.
Auf der Autobahn bereits Usus
Tatsächlich: Zur Überwachung der rund 320 Autobahnkilometer nutzt das kantonale Tiefbauamt bereits seit Jahren ein Glatteisfrühwarnsystem. Auf den übrigen Kantonsstrassen – rund 1330 Kilometer – fehlten solche Messstationen bisher. Im Oktober letzten Jahres wurden die ersten dieser sogenannten Strassenwetterstationen montiert, so beispielsweise auf der Winterthurerstrasse von Wallisellen nach Bassersdorf oder seit Februar in Wald. Bis November 2025 sollen es kantonsweit über 100 sein.
Die neuen Anlagen sind mit einer Kamera und einem Infrarotsensor ausgerüstet. Erstere wird genutzt, um Niederschlagsarten und Anzeichen von Winterglätte auf den Strassen erkennen zu können. Der Temperatursensor wiederum misst mittels Infrarotstrahl die Temperatur der Fahrbahn. Weitere Sensoren liefern Angaben zur herrschenden Lufttemperatur, zur Luftfeuchtigkeit, zum Luftdruck sowie zum Taupunkt. Also der Temperatur, bei der sich Wasserdampf in flüssige Wassertropfen verwandelt.
Zahl der Kontrollfahrten reduzieren
Die erhobenen Daten können in der Winterdienstzentrale direkt ausgelesen und die Einsätze zur Glättebekämpfung so optimiert werden. Bisher mussten die Mitarbeitenden bei kritischen Wettersituationen jeweils ausrücken, um vor Ort abzuklären, auf welchen Strassenabschnitten es bereits glatt ist oder wo es bald zu Glätte kommen könnte.
Diese Kontrollfahrten summierten sich laut Tiefbauamt auf rund 320’000 Kilometer pro Saison. Die Kosten pro Station liegen bei rund 17’000 Franken.
