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Zwischen Turbenthal und Bichelsee

Deshalb ist dieses Gartenbeizli in Oberhofen immer noch ein Geheimtipp

Seit 2014 betreibt Fritz Gurtner mit seiner Frau ein Beizli in Oberhofen bei Turbenthal. Gross bewerben wollte er dies nie – für ihn ist das nicht nötig.

Auf der Veloroute ist das Gartenbeizli von Fritz Gurtner gut beschildert. Im Internet suchte man aber lange vergebens danach.

Foto: Bettina Schnider

Deshalb ist dieses Gartenbeizli in Oberhofen immer noch ein Geheimtipp

Seit 2014 betreibt Fritz Gurtner mit seiner Frau ein Beizli in Oberhofen bei Turbenthal. Gross bewerben wollte er dies nie – für ihn ist das nicht nötig.

Wer auf dem Veloweg von Turbenthal in Richtung Bichelsee unterwegs ist, der findet in Oberhofen ein Schild: «Garten-Beizli 50 m».

Vom Weg aus ist die Tafel nicht zu übersehen. Doch wer im Internet nach dem Beizli suchte, der suchte lange vergebens. Es gibt keinen Eintrag im Telefonbuch, keine Facebook-Seite – und auch erst seit wenigen Tagen einen Eintrag auf dem Kartenportal Google Maps.

Das Schild reicht für die meisten aus – die Gäste finden ihren Weg ins Beizli. Viele von ihnen sind Velofahrer auf der Durchfahrt, denn das Lokal liegt an der beliebten Veloroute 5, der sogenannten Mittellandroute, auf der Etappe zwischen Kloten und Wil SG.

Passend dazu hat das Abenteuer von Fritz Gurtner und seiner Frau in der Gastronomie auch mit einer Velotour angefangen. «Es war ein absoluter Zufall», sagt er. Vor elf Jahren waren die beiden mit ihren Drahteseln unterwegs nach Bauma. In der Au bei Saland gab es damals ein kleines Selbstbedienungsbeizli.

Gurtner kam ins Gespräch mit der Betreiberin. Sie musste umziehen und wollte das Inventar loswerden. «Da meine Frau kurz vor der Pensionierung stand, fand sie, das könnten wir doch übernehmen.» Schnell war der Entschluss gefasst – und das Gartenbeizli in Oberhofen feierte 2014 Eröffnung. Seither ist das Beizli jeweils von Frühling bis Herbst offen.

Selbstbedienung ohne Alkohol

Das Konzept ist einfach: In einem Gartenhäuschen kann man Getränke, Glace und Snacks aussuchen und sich dann an einen freien Tisch setzen. Das Beizli ist nämlich ein Selbstbedienungsrestaurant. «Deshalb gibt es auch keinen Alkohol», sagt Gurtner. In den ersten beiden Jahren waren sie jeweils zu den Öffnungszeiten immer vor Ort anwesend. «Wir haben aber schnell gemerkt, dass sich das nicht lohnt.»

Nun kümmern sich Gurtner und seine Frau jeweils darum, dass alles schön aufgeräumt und der Kühlschrank stets gefüllt ist. Wenn sie einmal für ein paar Tage verreisen, übernimmt ihr Enkel diese Aufgaben.

Tische und Stühle in einer Gartenbeiz
Ein ehemaliger Kaninchenstall dient jetzt ebenfalls als Hüttchen für das Beizli.

Trotzdem sind die beiden Gastgeber oft im Beizli anzutreffen. Sie schätzen den Austausch mit den Gästen. «Gerade erst kürzlich war ein Paar aus Friedrichshafen hier, und wir haben uns über Velotouren unterhalten», erzählt der pensionierte Postautochauffeur. «Wir haben dann herausgefunden, dass wir schon ähnliche Routen gemacht haben.»

Interessant: Leute aus der Region verirren sich nur selten in das Gartenbeizli in Oberhofen. «Wenn man von Turbenthal mit dem Velo an den Bichelsee fährt, hat man in Oberhofen halt noch keinen Durst», spekuliert Gurtner.

Ehrliche Gäste

Am meisten Gäste haben sie jeweils im Frühling, bevor die Badi und der Kiosk am Bichelsee ihre Türen öffnen. An einem schönen Sommertag und in den Ferien ist aber ebenfalls viel los.

Dann muss Gurtner den Kühlschrank öfter auffüllen. Zu voll aber auch nicht – das bietet nämlich Schutz vor Diebstahl. Aber der Betreiber stellt seinen Gästen ein gutes Zeugnis aus. Es wird in der Regel alles bezahlt, auch wenn er gerade nicht vor Ort ist.

Selbstbedienungbeizli mit Kaffeemaschine und Kühlschrank
Gurtner und seine Frau sorgen dafür, dass Ordnung herrscht und der Kühlschrank immer gefüllt ist. Aber nicht zu voll.

Trotzdem «rentiert» das Beizli nicht. «Mit den Einnahmen gehen wir wieder einkaufen», sagt Gurtner. Einen kleinen Zustupf kann sich das Paar dennoch verdienen. «Aber wir können nicht alle 14 Tage drei Wochen in die Ferien.» Immer wieder haben sie auch neue Dinge für ihre kleine Oase angeschafft – meistens bezahlt aus der eigenen Tasche.

Gurtner und seine Frau betreiben das Beizli aus Freude und nicht wegen des Geldes. Grössere Ärgernisse gab es in den vergangenen elf Jahren auch keine. «Und sonst hätten wir schon längst den Plausch verloren.»

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