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Leere Stühle in der Garage

Wo bleibt das EM-Fieber im Oberland?

Während das Auftaktspiel der Schweizerinnen in Zürich auf grossen Anklang traf, blieb es in Wetzikon still. Woran mag das liegen?

Der Ansturm blieb aus: Nur wenige kamen am Mittwochabend in die Garage Wetzikon, um der Nati zuzuschauen.

Foto: Marie Fredericq

Wo bleibt das EM-Fieber im Oberland?

In der Garage in Wetzikon fand am Mittwochabend eines der wenigen Oberländer Public Viewings statt. Doch nur wenige verfolgten das Spiel der Nati.

Wer am Mittwochabend das Spiel der Schweizerinnen an der diesjährigen Heim-EM nicht zu Hause auf dem Sofa, sondern an einem Public Viewing verfolgen wollte, musste im Oberland nach einer passenden Location suchen.

Nur wenige Lokale warben damit, dass sie das Spiel zeigen – darunter die Garage in Wetzikon. Nicht nur weil es das erste Spiel der Schweizerinnen im Turnier ist, hätte man ein interessiertes Publikum erwarten können – doch der Ansturm blieb aus. Abzüglich der Mitarbeitenden der Garage Wetzikon kamen gerade mal eine Handvoll Gäste zum Spiel um 21 Uhr, um ihr Frauen-Nationalteam anzufeuern.

Doch woran liegt es, dass im Oberland trotz mangelndem Angebot die Garage fast leer blieb?

Für die Männer und die Frauen

«Es ist unglaublich heiss, und unser Public Viewing findet drinnen statt», mutmasst Claudia Dieterle, Mitglied des Vorstands der Garage. «Vielleicht hat es die Leute deshalb eher in die Badi gezogen, oder sie schauen zu Hause vor dem Fernseher – und dem Ventilator.»

Gerade einmal vier Gäste kamen kurz vor 21 Uhr in die Garage, um hier beim liebevoll vorbereiteten und bestuhlten Public Viewing der Nati zuzusehen.

Eine Person im Schatten vor dem grossen Public-Viewing-Bildschirm, der das Auftaktspiel der Frauen-EM der Schweizerinnen zeigt.
Nur wenige zog es am Mittwochabend in die Garage in Wetzikon.

Einer davon war Valentin Wieser aus Wetzikon. «Ich unterstütze die Männer an den Länderspielen, also komme ich auch für die Frauen», erklärt der 62-Jährige.

Sonst sei er kein grosser Fussballfan, eher Eishockey oder Skirennen seien sein Ding. «Ich werde die Schweizer Nati so lange unterstützen, wie sie im Rennen ist», sagt er. Von der Veranstaltung in der Garage habe er über das Programm erfahren.

Tiefe Resonanz

«Wir haben uns mit dem gesamten Plan rund um die Frauen-EM sehr viel Mühe gegeben, tolle Podiumsgäste eingeladen und ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt», sagt Vorstandsmitglied Dieterle. Die Garage gebe es zwar in dieser Form bereits seit drei Jahren – doch viele würden das Eventlokal noch immer nicht kennen.

Auch im «Porter House» in Uster spürt man die Euphorie rund um die Frauen-EM nur mässig. Die Spiele wurden zwar übertragen, Werbung wurde dafür aber nicht gemacht. «Drei Tische wurden reserviert, um das Spiel zu schauen. An der Männer-EM hatten wir Reservationen für 180 Personen», erzählt Geschäftsführerin Karin Weiss.

Frauenfussball-Fieber in Zürich

Während in den Bars und Lokalen im Oberland Flaute herrschte, zeigte sich nur wenige Kilometer weiter ein ganz anderes Bild: Die Zürcher Europaallee bebte. Auch in diversen Zürcher Bars und Veranstaltungsstätten wurde dem Auftaktspiel der Schweizerinnen gebannt zugeschaut und mit ihnen im fast ausverkauften Basler St.-Jakob-Park mitgefiebert – und letztlich mitgelitten.

Match Schweiz - Norwegen auf Leinwand
Gebannte Stimmung in der Europaallee: Die Zürcher Fanmeile war zum Auftaktspiel der Schweizerinnen mehr als nur gut besucht.

Der grosse Ansturm auf die Garage in Wetzikon blieb aus – aufgeben will Claudia Dieterle trotzdem nicht. Sie ist guter Dinge für die künftigen Events rund um die Frauen-EM, die in der Veranstaltungsstätte noch geplant sind. «Wir werden das Programm so weiterverfolgen wie geplant. Und wir freuen uns, wenn lokale Fussballfans bei uns in Wetzikon die zukünftigen Spiele schauen wollen.»

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