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Knatsch wegen Katze

Dieser süsse Kater terrorisiert ein Quartier in Uster

Wenn ein unkastrierter Kater andere Katzen beisst und in fremden Wohnungen eindringt. Doch jetzt gibt es eine Lösung.

Wenn ein Kater zur berüchtigten Berühmtheit eines Quartiers wird.

Foto: Eleanor Rutman

Dieser süsse Kater terrorisiert ein Quartier in Uster

Knatsch wegen Katze

Ein unkastrierter Kater hält die Nachbarschaft in Niederuster auf Trab: Er beisst andere Katzen und markiert in fremde Wohnungen – doch jetzt gibt es eine Lösung.

Ein unkastrierter Kater namens Milo sorgt seit Monaten für Aufregung in Niederuster – unter anderen auch bei Manuela Pozzan.

Sie besitzt selber eine Katze und wusste bis vor Kurzem nicht, wie sie sich in den Sommerferien organisieren soll. «Ich kann meine Katzendame nicht allein zu Hause lassen, wenn dieser Kater weiterhin sein Unwesen treibt», sagt sie. Milo sei zutraulich, charmant, clever – aber eben auch gefürchtet.

Eine Frau in buntem Kleid mit schwarz-weisser Katze.
Manuela Pozzan mit ihrer eigenen Katze Marta.

Er hat bei ihr bereits Sachschaden angerichtet, indem er sich Zugang zur Wohnung verschaffte. «Er findet immer einen Weg», sagt die Katzenbesitzerin.

Sie ist mit ihrem Unmut nicht allein. Im ganzen Quartier kennt man diesen schwarz-weissen Kater: von der Bushaltestelle Wil über die Weiherallee, das Schulhaus Krämeracker, die Sonnenbergstrasse, die Seestrasse bis rund ums Schulhaus Niederuster. Er ist eine Art lokale Berühmtheit geworden, allerdings nicht im positiven Sinn.

Stinkende Duftmarken auf Möbeln

Milo dringt in Wohnungen ein auf der Suche nach Zuwendung und Futter. Dabei macht er auch vor geschlossenen Katzentörli nicht halt. «Er hat unsere Katzenklappe einfach aufgedrückt», erzählt Pozzan.

Ihre Katze Marta hat ein Magnetband. Milo habe die Vorrichtung einfach kaputt gemacht und sich so Zutritt in die Wohnung verschafft.

Zudem fresse er Vorräte leer, hinterlasse bei seinen Besuchen übelriechende Duftmarken auf Möbeln und an Türrahmen – und gönne sich danach ein Nickerchen auf dem Sofa oder der Terrasse.

Noch problematischer ist jedoch sein aggressives Verhalten gegenüber anderen Tieren. Schwere Bissverletzungen sind keine Seltenheit.

Ein anderer Kater namens Jimmy wurde so heftig gebissen, dass hohe Tierarztkosten von knapp 1000 Franken anfielen – bezahlt von der Besitzerin des Opfers. Die Rechnungen liegen uns vor.

Zudem hören die Anwohnerinnen und Anwohner nachts Kämpfe im Quartier. «Ich wünsche mir, dass die Besitzerin Verantwortung übernimmt», fordert Pozzan. Seit Ende Winter hat sie die Kontaktdaten der Halterin von Milo: Sie ist Mitglied einer politischen Partei und Angestellte einer Behörde in Uster.

Der Name ist uns bekannt. Pozzan und eine zweite Anwohnerin haben seit März versucht, den Dialog mit der Katzenbesitzerin zu initiieren – geklappt hat das aber erst in den letzten Tagen.

Lange Funkstille – dann ein klärendes Gespräch

Die Halterin hat zuerst lediglich auf den Bundesratsbeschluss vom 19. Februar 2025 verwiesen, der keine Kastrationspflicht für Freigänger vorsieht. Danach hatte sie Pozzans Bitte um ein Gespräch zwar angenommen, meldete sich jedoch erst im Juni wieder – als auch wir den Kontakt suchten.

Sie sei erst nicht mehr auf die anderen Katzenbesitzerinnen eingegangen, weil sie beruflich stark eingespannt gewesen sei. Sie möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen.

Die Verantwortung für Milos Verhalten und die entstandenen Schäden weist sie weiterhin von sich. Sie erzählt, dass sie auch schon hohe Tierarztkosten bezahlen musste, nachdem ihre andere Katze von einem fremden Kater gebissen worden war. «Wenn man eine Katze besitzt und diese ein Freigänger ist, dann ist das als Halterin mein eigenes Risiko», findet sie.

Laut Gesetz müsste die Halterin für den vom Tier angerichteten Schaden aufkommen, wenn sie nicht nachweisen kann, dass sie alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt in der Verwahrung und Beaufsichtigung angewendet hat. Ob die Kastration eines Tiers darunter fällt, sei dahingestellt.

Kater ist kein Streuner

Die Besitzerin bestätigt jedoch, dass Milo täglich nach Hause kommt und in guter Verfassung ist. «Wir füttern ihn regelmässig, vermuteten aber schon länger, dass er auch anderswo Essen bekommt, worauf wir ihn für eine Weile auf Diät gesetzt haben.» Abgenommen hat der Kater in dieser Zeit jedoch nicht – das hat ihre Vermutung bestätigt.

Der zweijährige Kater sei so zutraulich, weil er von Hand aufgezogen worden sei. Deswegen hat er überhaupt keine Angst gegenüber fremden Menschen. Auf die Frage, warum sie ihren Kater bis anhin nicht kastrieren liess, sagt die Besitzerin: «Wir haben im Haus viele Mäuse, und ich kenne das von meinem älteren Kater: Seit er kastriert ist, fängt er keine Mäuse mehr.» Genau das sei bisher ihre Sorge gewesen.

Inzwischen haben sich die beiden Katzenhalterinnen persönlich getroffen – und eine Einigung gefunden. «Wir werden Milo bald kastrieren lassen», sagt seine Besitzerin nun.

Diese Nachricht freut die Halterin des verletzten Katers Jimmy. «Das bedeutet eine Erleichterung für das Quartier.» Sie nimmt in Kauf, dass sie die Kosten des Tierarztbesuches selber bezahlen muss. «Hauptsache, es kehrt nun etwas Ruhe ein.»

Im Gespräch zwischen Pozzan und der Besitzerin von Kater Milo ist den beiden Frauen klar geworden, dass Katzen nicht nur Konflikte auslösen, sondern auch Verbindungen schaffen können.

Auch sind sich beide einig, dass man keine fremden Katzen füttern sollte. «Ich weiss leider von Leuten, die Milo regelmässig zu Essen hinstellen», sagt Pozzan, das helfe überhaupt nicht weiter.

Sie hat durch Milo viele neue Kontakte geknüpft – und hofft nun, beruhigt in die Ferien fahren zu können, ohne sich Sorgen um ihre eigene Katzendame Marta machen zu müssen.

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