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«Little Willy» hilft dem GZO Spital beim Überlebenskampf

Das Wetziker Spital kämpft mit allen Mitteln ums Überleben. In seiner neusten Kampagne untersucht es einen Baby-Dino. Die Hilfe des Spitals kam zu spät. Doch vielleicht klappt es umgekehrt?

Triceratops-Baby «Little Willy» wird «geröntgt» und «untersucht» von Caroline Maier und Andreas Boss.

Foto: PD

«Little Willy» hilft dem GZO Spital beim Überlebenskampf

Das Wetziker Spital kämpft mit allen Mitteln ums Überleben. In seiner neusten Kampagne untersucht es einen Baby-Dino. Die Hilfe des Spitals kam zu spät.

Vor Kurzem ist ein ungewöhnlicher Patient ins GZO Spital in Wetzikon eingeliefert worden. Ein rund 65 Millionen Jahre altes Baby ist von Andreas Boss, dem Ärztlichen Direktor und Chefarzt für Radiologie und Nuklearmedizin, und Caroline Maier, der Kaderärztin Radiologie, mit einer Computertomografie (CT) untersucht worden, wie das GZO mitteilt.

Beim Patienten handelte es sich um «Little Willy», den neuen Baby-Triceratops, der schon seit ein paar Wochen zur Sammlung des Sauriermuseums im Aatal gehört. Sein Name ist von «Willard» abgeleitet, dem weltgrössten Triceratops-Saurier, der nach seiner Weltreise seit ein paar Monaten wieder im Sauriermusem zu sehen ist. Und jetzt eben Nachwuchs hat – sozusagen.

Babytiere sind nun mal niedlich, und so ist auch der Jö-Effekt beim ausgestorbenen «Little Willy» garantiert. Das im Museum ausgestellte Skelett sei eine Nachbildung, schreibt das Sauriermuseum auf Social Media, das auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiere. Teile des Originalschädels sind in Montana (USA) gefunden worden. Der kleine Willy wog etwa 50 Kilogramm.

Ins Spital eingeliefert worden sind die Skelettnachbildung und ein Dino-Modell. Doch was genau fehlt dem kleinen Willy?

Symbolische Untersuchung

Das Resultat der gründlichen Untersuchung des Kunststoffmodells: Ihm fehlt alles, vom schlagenden Herz über die Muskeln bis zur Haut. Logischerweise ist der kleine Willy nicht aus medizinischen Gründen im Spital gelandet. «Little Willy» ist aus einem ganz anderen Grund im Spital: Er symbolisiert die Solidarität des Sauriermuseums gegenüber dem Spital.

Ein Dinosaurier aus Plastik wird im GZO Spital untersucht.
«Little Willy» muss sich für die Abstimmungskampagne einer CT unterziehen.

Das GZO bat im April 2024 um eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 180 Millionen Franken beim Kanton, der diese jedoch mit der Begründung verwehrte, dass das Spital nicht unverzichtbar sei. Seither ist das Spital in der Nachlassstundung und kämpft ums Überleben.

Baby-Dino für Kampagne

Seit Anfang Juni wird in den beteiligten Aktionärsgemeinden über eine finanzielle Beteiligung zur Rettung des Spitals abgestimmt. Fischenthal und Grüningen haben jeweils Ja zu einer Finanzspritze gesagt, Bubikon hat die Entscheidung auf November vertagt. Dann stehen auch die Urnenabstimmungen in Bäretswil, Bauma, Dürnten, Gossau, Hinwil, Rüti, Wald und Wetzikon zu diesem Geschäft an.

Seegräben wird voraussichtlich am 17. Juni über eine Kapitalerhöhung abstimmen. Und «Little Willy» soll in dieser Abstimmung eine Rolle spielen, denn seine Untersuchung gehört zur Abstimmungskampagne des GZO Spitals. Das Motto lautet: «Auch die ganz alten Seegräbner wollen ihr Spital nicht missen.»

«Für uns war sofort klar, dass wir das GZO unterstützen, als die Anfrage des Spitals kam. Ich bin in Seegräben aufgewachsen, in Wetzikon zur Schule gegangen und somit im Zürcher Oberland verwurzelt», lässt sich Yolanda Schicker-Sieber, Direktorin des Sauriermuseums, zitieren.

Zwei Ärzte, zwei Sauriermuseumsmitarbeitende und ein Skelett.
Das Sauriermuseum Aathal mit Direktorin Yolanda Schicker-Sieber (links) unterstützt das GZO Spital Wetzikon bei der Abstimmungskampagne.

Der Baby-Dino soll nicht nur für die Abstimmung in Seegräben ausgegraben werden, wie das GZO schreibt, sondern auch im Herbst, bevor es zu den Urnenabstimmungen geht.

Spital ist offensiv

Und so kurios es auch klingen mag, ein Dino-Modell zu röntgen, es ist nicht aussergewöhnlich beim Überlebenskampf des Spitals, denn das GZO zieht in seinen Kampagnen alle Register. Vor der Gemeindeversammlung in Grüningen hat es sich auf den sozialen Medien beispielsweise von seiner glänzenden Seite gezeigt: in Ritterrüstung. Das Ergebnis: Die Gemeindeversammlung hat der Aktienkapitalerhöhung zugestimmt.

Vielleicht wäre das mittelalterliche Outfit in Bubikon nicht nur passender, sondern auch nötiger gewesen. Denn dort zeigte sich das Spitalpersonal weit weniger gut gerüstet und lediglich vor einem Tor, das dem Ritterhaus zugeordnet werden kann. Das Ergebnis: Bubikon lässt das Spital weiter zappeln.

Ob die Seegräbnerinnen und Seegräbner sich von der Werbekampagne beeinflussen lassen, wird sich schon am Dienstag zeigen. Im November wird es jedoch noch viel spannender: Wird das Spital diese Krise überleben? Oder wird es wie Willy aussterben?

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