Wenn die Feuchtigkeit giftige Pilze an den Weizenkörnern gedeihen lässt
Letzten Sommer sorgten Fusarienpilze dafür, dass ein Teil der Weizenernte zu Tierfutter deklassiert wurde. Wiederholt sich das Ganze in diesem Jahr? Simon Binder vom Strickhof in Lindau ordnet ein.
«Tiefste Ernte seit 25 Jahren». «Krasse Einbussen beim Weizen». So und ähnlich titelten die Zeitungen im letzten Sommer. Neben einer stark unterdurchschnittlichen Brotweizenernte (–31,6 Prozent, Quelle: Swiss Granum) mussten zudem rund 20’000 Tonnen des Ernteguts zu Futterweizen deklassiert werden. Hauptgrund für Letzteres waren sogenannte Fusarienpilze oder vielmehr die Giftstoffe, die diese produzieren. In der Folge musste die Schweiz zusätzlich Getreide aus dem Ausland importieren.
«Treiber für den starken Pilzbefall war der sehr nasse Frühling 2024», sagt Simon Binder von der Fachstelle Pflanzenschutz am Strickhof in Lindau. «Und mit Beginn der Weizenblüte wurde es dann auch noch warm – die ideale Voraussetzung für Fusarieninfektionen.»
Für Mensch und Tier schädlich
Die sogenannten Mykotoxine oder Schimmelpilzgifte sind schon in geringen Mengen für Mensch und Tier schädlich. «Anders als bei ein paar Schorfflecken auf einem Apfel reden wir hier nicht von Ästhetik. Diese Gifte sind recht potent, und entsprechend tief sind die zulässigen Höchstgehalte.»

