«Auch ich bin nicht der perfekte Vater»
Väterberater Daniel Bünter
Daniel Bünter ist der Väterberater des Kantons Zürich. Zum Vatertag erzählt er im Interview von den Herausforderungen, mit denen sich die heutigen Väter konfrontiert sehen.
Es gibt im Kanton Zürich Dutzende von Mütter- und Väterberaterinnen, sie sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Angebots für Familien. Warum braucht es einen Mann, der explizit für Väter da ist?
Daniel Bünter: In unserer Gesellschaft ist es trotz vielen Fortschritten für Männer nach wie vor schwierig, Schwäche zu zeigen. Oftmals fühlen sich Männer wohler, wenn sie mit einem Mann über ihre Herausforderungen und Schwierigkeiten sprechen können. In meinen Beratungen stehen die Rolle des Vaters und das Vatersein im Vordergrund. Ich habe nicht dasselbe Wissen wie die Mütter- und Väterberaterinnen. Die Beraterinnen sind in der Regel diplomierte Pflegefachpersonen mit Vertiefung in Kinderpflege und einer Zusatzausbildung im Fachbereich Frühe Kindheit. Sie beantworten Fragen zur Gesundheit und Entwicklung von Kindern bis fünf Jahren. Ausserdem helfen sie Eltern bei der Organisation des Familienlebens. Für diese Themen bin ich nicht der Richtige. Ich bin Ansprechperson für Väter, um über erzieherische Fragen oder Bindungsfragen zu sprechen. An mich gelangen auch Väter, deren Kinder älter sind.
Mit welchen Themen und Herausforderungen kommen denn die Väter zu Ihnen?

