In Greifensee zeigen Lernende die Realität der Ausbildung
Endlich fragen, was unter den Nägeln brennt: Beim Projekt «Rent a Stift» erhalten Jugendliche Antworten auf Fragen zur Berufsausbildung. Und zwar aus erster Hand und auf Augenhöhe.
Im Schulzimmer von Patrik Müller in Greifensee breitet sich erwartungsvolle Stille aus. Alle Augen der neun Oberstufenschülerinnen und -schüler sind auf Fabienne und Leyla gerichtet. Die beiden jungen Frauen sind an diesem Tag im Auftrag von «Rent a Stift» unterwegs.
Die Idee hinter dem Projekt ist einfach: Schüler der zweiten Oberstufe sollen praxisnahe Einblicke in die Welt der Lernenden erhalten. Und zwar offen, direkt und auf Augenhöhe. Denn es sind Lernende selbst, die sich eine Lektion lang vor Schulklassen stellen und von ihren Erfahrungen berichten. Nach einem kurzen Referat über den eigenen Werdegang können die «Stifte» dann mit Fragen gelöchert werden.
Fabiennes Weg macht anderen Mut
Fabienne erzählt im Schulzimmer gerade von den anspruchsvollen Lektionen und strengen Lehrpersonen in der Berufsschule. Jedoch nicht ohne Grund: «Da ich in einem Pflegeberuf mit Menschen arbeite, ist es besonders wichtig, über das nötige Fachwissen zu verfügen.» In der Berufsschule würden die Lernenden auf die grosse Verantwortung im Berufsleben vorbereitet. «Vor ein paar Wochen habe ich einen Menschen reanimiert», erzählt sie den staunenden Zuhörern.
