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Gesellschaft

Hochbord-Bewohner sind zum Speeddating eingeladen 

Das «Dorf» zeigt der «Stadt» seine Reize: Institutionen und Verein wollen die Hochbord-Bewohner dazu ermutigen, am sozialen Leben Dübendorfs teilzunehmen.

Tanja Boesch ist die Präsidentin der Verschönerungsvereins Dübendorf.

Foto: Sascha Bacher/PD

Hochbord-Bewohner sind zum Speeddating eingeladen 

Hochbördler werden integriert

Viele Neuzuzüger, darunter zahlreiche fremdsprachige Expats – und dann auch noch Zürich-orientiert: Das Boomquartier Hochbord will nicht so richtig zur Stadt Dübendorf gehören. Doch jetzt zeigt Alt-Dübendorf seine Reize.  

Im Westen ist Dübendorf so richtig urban: Das Hochbord ist nicht nur ein Quartier mit beeindruckender Hochhausdichte, sondern beherbergt auch einen ganz eigenen Mix aus Menschen von nah und fern, die modern und städtisch wohnen möchten – und sich die hohen Mieten leisten können. 

Auf der anderen Seite Alt-Dübendorf, auch mit einem Sozialdemokraten im Stadtrat noch immer recht bürgerlich, mit aktivem Vereinsleben und dörflichen Strukturen inklusive Grüezi-Kultur. 

Die Ringstrasse trennt diese zwei vermeintlich unterschiedlichen Welten. Doch nun möchte der Verschönerungsverein Dübendorf (VVD) eine Brücke schlagen – mit einem Speeddating, bei dem sich Vereine und Institutionen vorstellen. VVD-Präsidentin und EVP-Gemeinderätin Tanja Boesch erklärt die Beweggründe. 

Frau Boesch, muss man die Hochbord-Bewohner tatsächlich in Dübendorf integrieren? 

Tanja Boesch: Das Hochbord ist vom restlichen Dübendorf etwas abgeschottet, man geht in Stettbach einkaufen, und für einen Restaurantbesuch muss man das Quartier auch nicht verlassen. Zudem sind die Anwohner tendenziell nach Zürich orientiert, weil viele dort arbeiten. Die Idee ist nun, dass wir den Anwohnern das restliche Dübendorf etwas näherbringen.  

Mit einem Speeddating ... 

Es wird eine Art Tisch-OL geben. Die Leute können sich an jedem Stand einen Stempel oder eine Unterschrift holen, und wer alle Tische der teilnehmenden Vereine und Institutionen besucht hat, bekommt ein kleines Geschenk. Auf diese Weise kommt man einfach miteinander ins Gespräch. Man lernt sich kennen, und die Besucher erfahren, was für Angebote es in Dübendorf gibt. Wer in einem Verein ist, die Musikschule besucht oder sich in der Kirche engagiert, identifiziert sich automatisch mehr mit seinem Wohnort, man gehört dazu. Das ist das Ziel.  

Das Publikum im Hochbord ist international, haben Sie Dolmetscher im Einsatz? 

Ich denke, mit Englisch kommt man recht gut durch. Ausserdem sollte man die vermeintliche Abspaltung der Hochbord-Bewohner nicht überbewerten. Es wohnen zwar viele Expats da, aber es sind auch viele Dübendorfer ins Hochbord gezogen, Junge etwa, die dort ihre erste eigene Wohnung haben. Doppelverdiener können sich das noch leisten. Oder ältere Paare, die ihr Haus verkauft haben und in Dübendorf bleiben wollten.  

Organisiert wird das Speeddating vom Verschönerungsverein. Wäre das nicht Aufgabe der Stadt? 

Die Stadtverwaltung ist personell nicht auf Rosen gebettet. Da ist es nicht so einfach, zusätzliche Aufgaben zu stemmen. Die Stadt schätzt aber unser Engagement, das zeigt sich auch daran, dass Stadtpräsident André Ingold eine Ansprache hält.  

Das Speeddating

Der Tisch-OL findet am Samstag, 10. Mai, bei den Three-Point-Wohntürmen im Quartier Hochbord statt. Von 10 bis 14 Uhr stellen sich Vereine und Institutionen aus Dübendorf vor, darunter die Landeskirchen, die Kinder- und Jugendarbeit (KJAD) sowie diverse Sportklubs und der Gewerbeverein.

Vorgestellt werden auch Angebote für Senioren, Musikbegeisterte und Freunde von Natur und Kultur. Einziger offizieller Programmpunkt ist um 11.30 Uhr die Ansprache von Stadtpräsident André Ingold (SVP). Für die Besucher gibt es diverse Aktivitäten, Verpflegung – und auch etwas zu gewinnen.

Organisiert wird der Anlass vom Verschönerungsverein Dübendorf (VVD) beziehungsweise von der Gruppe Dübi vereint. Diese entstand aus der Zusammenarbeit von verschiedenen Vereinen und Institutionen, initiiert von den Landeskirchen. red

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