Musik kennt kein Alter: In Wetzikon jamen Teenager mit 80-Jährigen
Gemeinsam musizieren und improvisieren
Jamsessions sind beliebt – auch im Oberland hat sich diese Tradition nach amerikanischem Vorbild etabliert. In der Wetziker Garage zeigt sich, was hinter dem Erfolgsgeheimnis steckt.
In der Kulturgarage wähnt man sich an einem der letzten Samstagabende in einem lässigen Jazzclub. Vor der Bühne stehen locker angeordnet kleine Tische, Stühle, Sessel und Sofas. Kerzen und Tischleuchten zaubern eine intime Atmosphäre in den rauen Raum mit Industrie-Charakter: Willkommen zur monatlichen Jamsession der Musikschule Zürcher Oberland (MZO).
An der Bar hört man die Korken knallen. Einige Tischchen sind besetzt, da und dort nippen die Gäste an ihrem Aperol Spritz. Auf einem der Sofas sitzt Hans Ruedi Ruchti, in der Musikszene auch als «John» bekannt. Neben ihm steht sein Akkordeon. Der 79-jährige, ehemalige Familientherapeut aus Egg musiziert schon sein Leben lang.
«Hier gefällt mir vor allem, dass ich mit Profis zusammenspielen kann.» Die Opening Acts würden jeweils von professionellen Musikern gespielt, bevor man «auf den Zug aufspringen» könne. Er empfindet die Leute und die Lautstärke im Raum als angenehm. Und schätzt die Qualität der Musik. «Ich bin mit den Jahren ‹gschnäderfrässig› geworden», erzählt er in breitem Berner Dialekt.

