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Gesellschaft

«Niemanden ausser meinem Barber Igor lasse ich an meinen Bart»

Der Dübendorfer Luca Egli rappt bereits sein halbes Leben auf der Bühne als «Brandstifter». Vor der Plattentaufe seines Albums muss er aber zuerst noch zu seinem Barbier.

Der Dübendorfer Mundart-Rapper Brandstifter pflegt seinen Bart nur beim Barbier seiner Wahl in Dübendorf. Nicht ganz zufällig heisst sein neuestes Album «Barbershop».

Foto: David Marti

«Niemanden ausser meinem Barber Igor lasse ich an meinen Bart»

Nicht müde, zu reimen

Luca Egli alias Brandstifter macht schon seit Jahren Mundart-Rap. Kurz vor seiner nächsten Plattentaufe erzählt der Dübendorfer, was es mit seiner Gesichtsbehaarung auf sich hat und wie er zu seinem Namen gekommen ist.

 

Herr Egli, Sie sind in Dübendorf geboren und wohnen seit je hier. Sie fühlen sich offenbar richtig wohl in Ihrer «Hood», oder?

Luca Egli: Ja, ich bin immer noch voll verwurzelt. In Dübi aufgewachsen und immer noch zufrieden hier.

Wenn Sie am Samstag in der Oberen Mühle auftreten, sind dann noch ein paar Homies von Ihnen im Publikum?

Es werden sicher einige Kollegen von früher zu meiner Plattentaufe kommen. Mein DJ Cill lässt die Platten brennen, und meine langjährigen Freunde, die Jungs von Eibahn, werden mich als Vorgruppe unterstützen. Die sind auch in Dübendorf aufgewachsen. Und von dem her gibt es eine Gemeinsamkeit und Verbundenheit auch mit Bekannten von früher im Publikum.

Als ruhige Zürcher Vorstadt haben wir Dübendorf nie empfunden.

Ziehen Sie als Mundart-Rapper ein grosses Publikum an?

Ich mache jetzt schon seit zirka 20 Jahren Musik, und ich merke ein bisschen, dass das Publikum mit mir gealtert ist. Früher, als ich mit vielen Gleichaltrigen unterwegs war, war es ein einfacher, viele Leute für ein Konzert anzuziehen. Heute sind die meisten Gleichaltrigen beschäftigt, haben Familie und Kinder.

Zur Person

Luca Egli alias Brandstifter hat schon mehrere Alben und Singles als Mundart-Rapper aufgenommen. Neben der Musik ist Eglis Leidenschaft das Motorradfahren. Der 36-jährige Dübendorfer arbeitet als Projektleiter in einem Energieversorgungsunternehmen im Zürcher Unterland.

In der Oberen Mühle in Dübendorf ist am Samstag um 19 Uhr die Plattentaufe seines neuen Albums «Barbershop». Weitere Informationen unter www.oberemuehle.ch.

Zusammen mit anderen Künstlern haben Sie vor vielen Jahren den Song «Für immer Dübi» aufgenommen und rappen von «kalten Strassen voller Schmerz». Braucht selbst ein Mundart-Rapper aus einer ruhigen Zürcher Vorstadt eine solche Ghetto-Attitüde?

Als wir diesen Song aufgenommen haben, waren wir noch Jugendliche und haben Hochs und Tiefs erlebt auf den sogenannten kalten Strassen. Als ruhige Zürcher Vorstadt haben wir Dübendorf nie empfunden. Letztlich war es cool, hier aufzuwachsen und so viele Leute zu kennen.

Haben Sie irgendwelche Vorbilder aus der Hip-Hop- oder der Rap-Szene?

Vorbild ist für mich ein grosses Wort. Aber ich bin immer schon auf die Rapper abgefahren, die in den 90ern gross waren: Nas, Mobb Deep, M.O.P. oder Gang Starr.

Sie tragen einen markanten Bart, zwei Ihrer bisherigen Alben heissen «Unrasiert», «Bärtig» und Ihr neustes «Barbershop». Was hat es mit der Gesichtsbehaarung auf sich?

Ein Mann in schwarz
Der Dübendorfer schreibt schon sein halbes Leben seine eigenen Reime. Sein amerikanisches Auto war auch schon in einem seiner Videoclips zu sehen.

Der Bart ist ein Markenzeichen von mir. Ich habe schon einen Bart getragen, als es noch nicht modern war. Alle zwei Wochen trifft man mich im meinem Lieblings-Barbershop in Dübendorf, niemanden ausser meinem Barber Igor lasse ich an meinen Bart.

Und wie sind Sie zu Ihrem Künstlernamen Brandstifter gekommen?

Den habe ich schon immer, seit ich Musik mache. Ich grilliere gerne. Und im Kontext mit meiner Musik bedeutet der Name: Ich lege Feuer mit meinen Raps und Rhymes, die ich mache.

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