Bauern leiden doppelt so häufig an Burnouts
Arbeiten ohne Ende?
Das Burnout-Syndrom: Dabei denkt man wohl eher an Pflege- oder Büroberufe, die allgemeine Hektik oder digitalen Stress verursachen. Aber Landwirte sind von der Krankheit noch viel mehr betroffen.
Büroangestellte verlassen die Arbeitsstelle am Feierabend genauso wie Schwerstarbeiter. Landwirte? Ihnen fällt das «Abschalten» schwer. Sie verlassen ihre Arbeitsstelle nämlich nicht, sie verbringen auch ihr Privatleben dort. Im Unterschied zu den Büroangestellten können sie auch nicht auf die Schnelle kündigen, um zu einer Firma zu wechseln, wo die Auslastung vielleicht etwas geringer ist.
«Nine to five?» – für Bauern nicht möglich. Wochenende? Gibt es kaum. Ferien? Eher schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Wohl deshalb sind rund 12 Prozent der Bäuerinnen und Bauern von Burnouts betroffen – doppelt so viele wie in der Allgemeinbevölkerung. Dort sind es nämlich «lediglich» 6 Prozent.
Definition von Burnout
Ein Burnout entsteht durch erhöhten Stress, der sich schleichend steigert und oft unbemerkt bleibt. Es entwickelt sich meist eine Burnout-Spirale – der Stress wird chronisch und hat eine starke Verminderung der Leistungsfähigkeit zur Folge. Dadurch werden die eigenen Fähigkeiten weniger bestätigt, weshalb es zu einem Verlust des Selbstwertgefühls kommt. Damit gehen Schlaflosigkeit und der Verlust von sozialen Kontakten einher. Im schlimmsten Fall kommt es gar zu einem Suizid.

