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Hier werden Osterhasen geboren

Schon Monate vor Ostern produziert die Bäckerei Hotz aus Dübendorf Schokoladenosterhasen. Ein Besuch im duftenden Schoggi-Atelier zeigt, wie viel Aufwand hinter dem aussterbenden Handwerk steckt.

Wo Hasen aus Schokolade entstehen: Ein Blick ins Atelier der Bäckerei Hotz in Brüttisellen.

Foto: Christian Merz

Hier werden Osterhasen geboren

Dübendorfer Tradition zu Ostern

Schon Monate vor Ostern produziert die Bäckerei Hotz aus Dübendorf Schokoladenosterhasen. Ein Besuch im duftenden Schoggi-Atelier zeigt, wie viel Aufwand hinter dem aussterbenden Handwerk steckt.

Es ist ein Kindertraum: ein Raum, in dem die Schokolade in Strömen fliesst, Kübel mit literweise geschmolzener weisser, brauner und schwarzer Schokolade, Kisten über Kisten mit Hasen und Eiern aus dem süssen Gold.

Diese Phantasie ist für drei Frauen in der Brüttiseller Filiale der Bäckerei Hotz Alltag. Die Chocolatières arbeiten im Schokoladenatelier und giessen dort Osterhasen von Hand. Damit erhalten sie ein aussterbendes Handwerk am Leben. Einige der Hasenformen stammen noch aus der ersten von mittlerweile vier Generationen der Dübendorfer Familie Hotz, die die Bäckerei führt.

Ab Januar produzieren zwei Chocolatières und die Auszubildende 2000 grosse und 5000 kleine Hasen. Das ist viel Aufwand: Die Hotz-Hasen werden bis zu 15-mal in die Hand genommen, bis sie fertig verpackt im Laden stehen.

«Finger weg!»

Denn der erste Schritt im Prozess des Erschaffens der Hasen erfordert Präzision. In kleinen Spritzbeuteln haben sie geschmolzene weisse oder schwarze Schokolade aus grossen Töpfen, mit denen sie die Hasenformen verzieren. Für die Lehrtochter Lea Behler ist das der beste Teil vom ganzen Prozess: «Beim Schminken der Hasen können wir uns ausleben.»

Bis die Chocolatière einen fertigen Schokoladenhasen in den Händen hält, braucht es bis zu 15 Arbeitsschritte.

Danach halten sie einen Pinsel unter einen Schokoladenhahn. Ja, ein Hahn, aus dem unermüdlich flüssige braune Schokolade fliesst. Mit dem Pinsel bestreichen sie die Innenseite der beiden Hasenformhälften.

Und dann heisst es warten. Denn die erste Schicht muss zuerst trocknen, bevor die zweite und die dritte Schicht Schokolade aufgetragen werden. «Man braucht Geduld, wenn man mit Schokolade arbeitet», sagt Chocolatière Sandra Wolf, «sonst gelingt es nicht.»

Was nicht heisst, dass die Frauen dem Hasen beim Trocknen zuschauen. Meistens arbeiten sie an rund 15 Hasen gleichzeitig. Ist die erste Schicht trocken, stecken sie die beiden Formhälften mit Magneten oder Klammern zusammen. Dann halten sie die Öffnung der Form direkt unter den Schokoladenhahn, füllen die Form bis oben auf und klopfen mit einem kleinen Hammer Luftblasen aus der Schokolade.

Mit einer schnellen Bewegung kippen sie die Form danach auf eine Rüttelplatte. Diese schüttelt die überschüssige Schokolade heraus. Die flüssige Kakao-Mischung fliesst dann zurück in den Schokoladenhahn-Kreislauf. Dieser Prozess wird nach dem Trocknen noch einmal wiederholt, bevor die Form zum endgültigen Abkühlen in den Kühlschrank kommt.

Immun gegen Verführung

Seit Beginn des Jahrs produzieren die drei Frauen jeweils für eine Woche lang Osterhasen, wonach sie sich wieder für eine Woche mit etwas anderem beschäftigen. Behler erzählt, dass sie die Schokolade beim Arbeiten gar nicht mehr riecht. Und Hunger bekommt sie davon auch nicht, «höchstens auf etwas Salziges», sagt sie und lacht.

Für sie ist es ein schöner Moment, wenn sie den Osterhasen aus dem Kühlschrank nimmt und ihn vorsichtig aus seiner Form löst. «Dann sehe ich, was wir erschaffen haben», sagt sie.

Danach ist ihre Arbeit aber auch fertig. Am Ende wandern die Hasen in die Hände zweier Frauen, die die Hasen verpacken. Sie tragen zwei Baumwollhandschuhe übereinander, damit ihre Körperwärme nicht die Hasen schmilzt. Sie binden den Schokoladenkreationen ein Band samt Glöckchen um und verstauen sie vorsichtig in einem durchsichtigen Sack. Damit die Hasen nicht davonhoppeln.

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