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Ist der Eiermangel vor Ostern tatsächlich Realität?

Dass Eier vor Ostern knapp werden, ist nichts Neues. Also ganz nach dem Motto: Alle Jahre wieder. Nur scheint es dieses Jahr wirklich kleinere Engpässe zu geben.

Man kann sie verstecken, schmücken oder essen. Eier erfreuen sich längst nicht nur an Ostern an einer besonderen Beliebtheit.

Foto: PD

Ist der Eiermangel vor Ostern tatsächlich Realität?

Migros warnte frühzeitig

Dass Eier vor Ostern knapp werden, ist nichts Neues. Also ganz nach dem Motto: Alle Jahre wieder. Nur scheint es dieses Jahr wirklich kleinere Engpässe zu geben.

Vor Ostern gibt es für gewöhnlich einen temporären Eiermangel. Eine Ausführung der Gründe dafür ist obsolet. Was hingegen nicht unerwähnt bleiben darf, ist, dass der Bedarf an Eiern allgemein gestiegen ist. In der Schweiz werden mittlerweile so viele Eier konsumiert wie lange nicht mehr.

Es mag daran liegen, dass sie verhältnismässig günstig und äusserst proteinhaltig sind. Billiger ist Protein eigentlich nicht zu bekommen. Abgesehen von Vitamin C enthalten Eier alle der 13 existierenden Vitamine, gelten deshalb als eines der wertvollsten Nahrungsmittel überhaupt.

Setzt sich ein Konsumtrend wie dieser in der allgemeinen Bevölkerung durch, die stetig wächst, ist die Rechnung ziemlich simpel: Der allgemeine Bedarf steigt, nicht nur an Ostern.

Allein im letzten Jahr soll der Verzehr gemäss Gallo Suisse um 10 Prozent gestiegen sein. Mittlerweile konsumiert eine Person hierzulande 192 Eier pro Jahr. Vor allem Bio-Eier stehen hoch im Kurs. Und wenn auf einer Keks- oder Teigwarenpackung «Bio» steht, dann sind da auch Bio-Eier drin.

Importe nötig

Auch deshalb hat die Migros bereits im März in einem Newsletter vor einer drohenden Eierknappheit gewarnt. Der Grossverteiler teilte mit, dass man bemüht sei, alles zu unternehmen, um für Ostern genug Eier im Regal zu haben. Der Anteil an importierten Eiern werde aber deutlich grösser sein, als dies in anderen Jahren der Fall gewesen ist.

Martin Frei vom Hof Rinderbrunnen im Grüt bei Gossau hat eine Theorie, die sich bestätigen dürfte: «Wenn das Geld wie derzeit bei vielen knapp wird, wird eben vermehrt auf Eier ausgewichen.» Zudem ist er sich sicher, dass der allgemeine Gesundheitstrend mit hineinspielt.

Was die 3,5 Millionen Legehühner hierzulande angeht: Sie kümmert weder das Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten noch die stetig steigende Nachfrage, denn rein physiologisch kann ein Huhn maximal ein Ei pro Tag legen.

Ob es sich dabei um weisse oder braune Eier handelt, ist ihnen wohl ebenfalls herzlich egal. Konträr zu den Konsumenten: Sie bevorzugen generell, aus welchen Gründen auch immer, weisse Eier. Gemäss Lidl Schweiz ist es in der Westschweiz umgekehrt: Dort sind braune Eier mehr gefragt. Das mag kulturelle oder psychologische Gründe haben, denn geschmacklich sind sie identisch.

Übrigens: Die Farbe der Eier hat nichts damit zu tun, ob ein Huhn weisse oder braune Federn trägt. Ob eine Henne weisse oder braune Eier legt, ist genetisch vorherbestimmt. Weisse Hühner leben zwar meist länger als braune, legen dafür etwas kleinere Eier. Sie selbst bringen in der Regel auch weniger Gewicht auf die Waage.

Vogelgrippe kein Thema

Dass die Knappheit in der Schweiz auf Exporte in europäische Länder wie beispielsweise nach Deutschland zurückzuführen ist, das wegen der in Amerika grassierenden Vogelgrippe selbst vermehrt Eier in die USA exportierte, kann sich Martin Frei nicht vorstellen. Denn die Preise für die Eierproduktion hierzulande sind ungemein höher, bewegen sich in 50 bis 100 Prozent höheren Preislagen.

Jonas Reinhard, Geschäftsführer der Hosberg AG in Rüti, einer der grössten Eierlieferanten im Oberland sowie gesamtschweizerisch, die ihre Produkte national über die Grossverteiler Aldi, Migros, Coop an die Verbraucher bringt, bestätigt: «Die Vogelgrippe spielt für die Urproduktion in der Schweiz aktuell überhaupt keine Rolle.» Dies, obwohl noch im vergangenen Dezember auch im europäischen Raum Vogelgrippefälle verzeichnet wurden. Aber sie seien schlicht zu weit weg aufgetreten.

Müssten jedoch noch mehr Eier – vordringlich aus Deutschland und Holland – importiert werden, würde dies gemäss dem Rütner Eierlieferanten hingegen zu Überschüssen führen und somit einen Preisdruck zur Folge haben. Schweizweit liegt der Selbstversorgungsgrad bei rund 62 Prozent. Nur in Spitzenzeiten wie an Ostern wird der Bedarf mit importierten Eiern möglichst sichergestellt.

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