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Baubewilligungen vielleicht schon 2026

Das sind die konkreten Pläne für das Zentrum Bandwies in Rüti

Gemeinde, UBS und Migros rechnen mit einer Baubewilligung im nächsten Jahr. Das Zentrum Bandwies wird wohl bald Realität.

Läuft alles nach Plan, könnte es an der Bandwiesstrasse in Rüti noch vor dem Jahr 2030 so aussehen.

Visualisierung: Nightnurse Images

Das sind die konkreten Pläne für das Zentrum Bandwies in Rüti

Baubewilligungen vielleicht schon 2026

Das Grossprojekt «Zentrum Bandwies» wird für Rüti endlich konkreter. Die kantonale Vorprüfung der Gestaltungspläne ist abgeschlossen. Migros und UBS verfolgen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine klare Linie.

Rüti wächst. Der ehemalige Textilindustriestandort zählt in absehbarer Zeit 13'000 Einwohner. Auch deshalb muss in Sachen Wohnraum und Zentrumsentwicklung in den nächsten Jahren einiges laufen, um den damit einhergehenden Ansprüchen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Einen grossen Beitrag dazu soll das neue Zentrum Bandwies im Herzen von Rüti leisten, das unter der Ägide der Migros Ostschweiz, der UBS-Anlagestiftung und der Gemeinde entsteht.

Die Pläne dafür gibt es schon länger. Langsam, aber sicher werden sie offiziell. Und dieses Mal rechnen alle Beteiligten nicht mehr mit allzu grossen Hürden. 2020 lehnte die Stimmbevölkerung die Pläne an der Urne noch knapp ab. Von einer «Verschandelung» des Ortsbilds war damals die Rede. Auch hinsichtlich der damaligen Verkehrsplanung herrschte Uneinigkeit.

Visualisierung einer Überbauung mit Einkaufsläden.
Durch die Überbauungen und die grösseren Einkaufsmöglichkeiten wird im Zentrum von Rüti wohl noch mehr Betrieb herrschen.

Inzwischen sind massgebliche Feinjustierungen vorgenommen worden. Vordringlich heisst das: eine verkehrsärmere Begegnungszone und das Verschwinden des zwar praktischen, doch optisch wenig ansprechenden Parkhauses.

Daraus resultiert sogar noch mehr Raumpotenzial. «Damals herrschte grosse Ratlosigkeit, doch eine Begegnungszone neben diesem Betonklotz hätte tatsächlich wenig Sinn ergeben», resümiert der Bauvorsteher Peter Weidinger (Die Mitte).

Einkaufen, arbeiten und wohnen

Es ist von einem weiteren grossen Meilenstein die Rede. Weidinger kommt gar etwas ins Schwärmen: «In der Bandwies entsteht ein viel lebendigeres Zentrum zum Einkaufen, Arbeiten und Wohnen.» Eine sinnvolle Erschliessung sowie attraktive Begegnungszonen sollen die Aufenthaltsqualität mitten im Dorfkern massiv aufwerten. Damit erhofft man sich auch eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts mit dessen rund 6000 Arbeitsplätzen.

Lange Bauzeit

Die Bauzeit für das gesamte Projekt wird auf zweieinhalb bis drei Jahre geschätzt. Sobald die Arbeiten beim bisherigen Migros-Supermarkt beginnen, dient ein Provisorium als Ersatz für die gängigen Einkäufe. Der Detailhändler kann während der Bauphase jedoch nicht alle Angebote wie bisher gewährleisten. So gibt es in dieser Zeit wohl keine offene und bediente Fleischtheke.

Dort, wo sich Rüti bereits heute trifft und die meisten Einwohner ihre Einkäufe tätigen, wird also in absehbarer Zeit vieles auf den Kopf gestellt, um die zwar gut frequentierte, aber auch wegen des Verkehrsaufkommens doch manchmal etwas chaotische Zone umzugestalten.

Die Teilbereiche Bandwies Süd, Bandwies Nord sowie Begegnungszone Bandwiesstrasse und Alpenstrasse haben in gleichen Teilen die Aufgabe, das Riesenprojekt zu einem grossen Ganzen zu formen.

Neuer Quartierteil

Auf der bisher unbebauten Wiese zwischen der Bandwiesstrasse und der Alpenstrasse, die direkt neben dem noch rege genutzten Parkhaus liegt, plant die Gemeinde mit der UBS als Baurechtsnehmerin eine Überbauung mit vier Gebäuden.

Hier entstehen rund 120 Mietwohnungen auf jeweils sechs oder sieben Etagen. Die Erdgeschosse werden mit Ladenlokalen und Gastronomieangeboten ergänzt. Hinzu kommen Grün-, Spiel- und Aufenthaltsflächen, die allen offenstehen.

Direkt anschliessend in Richtung Dorfstrasse realisiert die Migros mit dem Teilprojekt «Bandwies Nord» einen Ersatzneubau für ihren Supermarkt, das Migros-Restaurant und weitere Partnergeschäfte. Die Obergeschosse werden ebenfalls mit Mietwohnungen ausgestattet. Es sollen zirka 80 an der Zahl sein. Zwischen dem vierteiligen Häuserkomplex liegt ein begrünter Innenhof.

Bessere Verkehrserschliessung

Ein Hauptaugenmerk galt bei der Planung dieses mehrteiligen Projekts an solch einer zentralen Lage der Verkehrsplanung. Schliesslich muss der Zugang für den Individualverkehr, den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr gewährleistet sein.

«In den Siebzigerjahren waren Ströme von Lastwagen inklusive Passanten und Migros-Kunden noch in Ordnung. Mit der heutigen Frequentierung wurde das jedoch immer schwieriger», sagt Oscar Langenegger, Leiter Immobilien der Migros Ostschweiz. Und verweist auf die künftigen Anlieferungen: «Die Lastwägen biegen weiterhin in die Dorfstrasse ein, verschwinden aber in eine Halle, wo sie auch wenden können. Es kommt also zu keinen chaotischen Zuständen auf der Bandwiesstrasse.»

Vorrang der Fussgänger

Noch herrscht an der Bandwiesstrasse ein Temp-30-Regime. In absehbarer Zeit soll sich das ändern. Durch die Umgestaltung des Zentrums entsteht eine Begegnungszone mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, wobei Fussgänger Vortritt geniessen. Von der Kantonspolizei wurde die Machbarkeit bereits bestätigt.

Was hingegen bleibt, ist die bestehende Bushaltestelle Bandwies. Diese wird im Zuge der Bauarbeiten dafür behindertengerecht ausgebaut.

Man sieht ein Gebäude.
So sieht es an der Bandwiesstrasse heute aus. Im Zuge der Bauarbeiten wird die bisherige Bushaltestelle hindernisfrei ausgebaut. (Archiv)

Die neuen Tiefgaragen von Bandwies Süd und Bandwies Nord werden unterirdisch verbunden. Die Zufahrt soll nördlich beim Märtegge und südlich von der Breitenhofstrasse her erfolgen, um das gesamte Quartier von Durchfahrten zu entlasten.

In diesem Zusammenhang wird der Strassenraum mit den Gestaltungsplänen abgestimmt und ebenfalls komplett aufgewertet. Als Begegnungsort soll ein Quartierplatz mit Sitzgelegenheiten, einem Wasserspiel sowie Gastroangeboten dienen.

Durch den Platz sollen alle Bauten ineinanderfliessen, wobei ein harmonischer Übergang zu den Nachbarquartieren, beispielsweise an der Alpenstrasse, entstehen soll. Hinzu kommt eine neue Flusspromenade mit einer Vielzahl an neuen Bäumen, direkt an der Jona gelegen.

Veränderte Zufahrtswege

Neben all den neuen Gebäuden und örtlichen Anpassungen, die in absehbarer Zeit vonstattengehen sollen, kommt es an der Alpenstrasse zu verkehrstechnischen Änderungen. Wegen der neuen Tiefgaragen und der Einfahrten zu diesen wird die Durchfahrt zur Breitenhofstrasse künftig nur noch Unterhalts- und Notfallfahrzeugen erlaubt sein.

Dafür wird die Sperrung der Alpenstrasse von der Rapperswilerstrasse her aufgehoben. Der Rad- und Gehweg wird über die Friedhofstrasse geführt. Und der gesamten Alpenstrasse wird ein neuer Deckbelag verpasst.

Ab heute bis zum 2. Juni liegen die Gestaltungspläne öffentlich auf. Am Montag, 7. April, um 19 Uhr kann sich die Bevölkerung an einer Informationsveranstaltung im Amthaussaal Rüti über den aktuellen Stand der Planungen selbst ein Bild machen. Ziel ist es, die nach den eingetroffenen Rückmeldungen überarbeiteten Gestaltungspläne an der Gemeindeversammlung im Dezember zur Abstimmung vorzulegen. Bei einer Annahme wären die einzelnen Baubewilligungsverfahren im nächsten Jahr realistisch.

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