In Schlatt entsteht ein Dorf im Dorf
Rares Bauland im Tösstal
Es tut sich etwas im Cholgarten in Waltenstein, der letzten grossen Landreserve der Gemeinde Schlatt. Während diese die Erschliessung plant, liefern Gestaltungspläne Ideen für eine Überbauung des Areals. Doch das braucht Geduld.
Wie eine Sonnenterrasse thront das Gebiet Cholgarten über dem Bolsternbach und dem Ried im Schlatter Ortsteil Waltenstein. Oben am Bord sind einzelne Häuser aufgereiht wie Perlen auf einer Kette.
In einigen Jahren schon dürften die Bewohner dieses Quartiers aber Dutzende neue Nachbarn erhalten. Denn beim Areal am Hangfuss handelt es sich um das letzte grosse Baugebiet in der Gemeinde Schlatt. Entsprechend ist hier ein Gestaltungsplan, der die Einzelheiten einer Überbauung regelt, Pflicht.
Konkret sind hier neben einem Quartierplan für das ganze Gebiet ein öffentlicher Rahmengestaltungsplan und zwei private Gestaltungspläne ineinander verschachtelt. Davon gibt es jeweils einen für den westlichen und einen für den östlichen Teil des Areals. Ersterer ist seit 2007 genehmigt. Die freien Parzellen gehören fünf verschiedenen Eigentümern, darunter finden sich neben Privatpersonen auch Immobilienfirmen aus der Region. Vorgesehen sind vier Doppeleinfamilienhäuser und vier Terrassenreihenhäuser.
Erstere sind teils fertiggestellt, teils noch im Bau. Da Teile des Gebiets noch nicht mit Leitungen und einem Strassenzubringer erschlossen sind, lässt der Baustart für die Reihenhäuser auf sich warten. Die Gemeinde plant die Erschliessung im Auftrag der Grundeigentümer.
Gemeindepräsident Urs Schäfer (parteilos) erklärt: «Die Erschliessungsstrasse grenzt an ein überkommunales Schutzgebiet, daher ist unter anderem auch der Kanton in die Planung involviert.» Genauer das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Erschwerend kommt hinzu, dass sich die gesetzlichen Grundlagen seit der Verabschiedung des Quartierplans im Jahr 2002 geändert haben. «Deshalb dauert das Ganze einen Moment.»
Schäfer ist allerdings zuversichtlich. Er begrüsst, dass die Planung für den östlichen Teil des Neubaugebiets allmählich vorangeht. Dieser Gestaltungsplan ist neu und liegt noch bis Ende Mai auf der Gemeindeverwaltung auf. In dieser Zeit können sich Interessierte zum Projekt äussern. Sind alle Einwendungen geprüft, bedarf es noch der Zustimmung der Baudirektion.
Hier ist gar eine noch dichtere Bebauung als im westlichen Teil geplant: Wie aus den Unterlagen hervorgeht, will die Immobilieninvestorin City Bau Group aus St. Gallen eine Überbauung mit verschiedenen Haustypen realisieren.

Angrenzend an den westlichen Arealteil soll ein Terrassenreihenhaus entstehen, das sich optisch an die benachbarten Reihenhäuser anlehnt. Auf dem Rest der Parzelle sind fünf Doppel- und sieben einzelne Einfamilienhäuser geplant. Vorgesehen ist zudem eine Quartierstrasse, die von der neu geplanten Strasse Im Cholgarten aus abzweigt. Laut Verwaltungsrat Daniel Gysi soll es sich bei den Häusern mehrheitlich um Holzbauten handeln.
Sobald der Gestaltungsplan bewilligt sei, beginne man mit der Ausarbeitung des Bauprojekts, sagt er. «Wir hoffen auf einen Baustart im Jahr 2027. Fertigstellung wäre dann 2028.» Wann die Bauarbeiten starten können, hängt aber nicht nur von der Bewilligung des Gestaltungsplans, sondern auch vom Erschliessungsprojekt der Gemeinde ab.
