Über 100 gemeinnützige Wohnungen auf dem Zeughausareal in Uster geplant
Neuer Wohnraum
Auf dem Zeughausareal sollte eigentlich die Hälfte der neuen Wohnungen gemeinnützig sein. Jetzt sollen es sogar alle werden. Das letzte Wort hat der Gemeinderat.
Die Stadt Uster soll über 100 gemeinnützige Wohnungen erhalten. Und das an zentraler Lage, gleich neben dem geplanten Kultur- und Begegnungszentrum auf dem Zeughausareal.
Zusammen mit der Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft (GWG) Winterthur unterzeichnete sie einen Unterbaurechtsvertrag, was den dringend benötigten Wohnraum auf dem Zeughausareal West ermöglicht, wie die Stadt mitteilt.
Die Eigentümerin des Zeughausareals ist eigentlich die Armasuisse, also die Armee. Das Baurecht selbst hat aber die Stadt Uster. Da diese jedoch nicht selbst bauen will, hatte sie im letzten Frühjahr das Unterbaurecht ausgeschrieben.
Nun hat die Stadt Uster die GWG dafür gefunden. «Wir hatten einige interessante Bewerber, aber die GWG hat mit ihrer Professionalität und ihrer Erfahrung überzeugt. Sie ging auch bemerkenswert mit den Herausforderungen um», sagt Cla Famos (FDP), Stadtrat und Abteilungsvorsteher Finanzen, und bezieht sich damit auf die denkmalgeschützten Bauten auf dem Areal, die nicht einfach abgerissen werden dürfen.
100 Prozent günstige Wohnungen statt nur die Hälfte
Der Gestaltungsplan des Zeughausareals sieht zwei Teilgebiete vor: Ost und West. Und von neuem Wohnraum war schon im Oktober 2023 die Rede. Damals ging man noch davon aus, dass bei 100 entstehenden Wohnungen rund die Hälfte gemeinnützig sein sollte.
Doch nun die Überraschung. Die Winterthurer GWG wird das Areal übernehmen und alle Wohnungen als eine gemeinnützige Genossenschaft bauen. Ganz zur Freude der Interessengemeinschaft der Wohnbaugenossenschaften in Uster, die sich für solche Bauten einsetzt: «Das ist ein grosser Erfolg. So steigt die Zahl der bezahlbaren Genossenschaftswohnungen in Uster gegen 15 Prozent», schreibt sie in ihrer eigenen Mitteilung.
Die Stadt selbst konkretisiert noch keine Wohnungszahl, auch wenn ihre Vorgabe klar ist: Die Hälfte muss gemeinnützig sein. «Ob es dann noch mehr gemeinnützige Wohnungen gibt, entscheidet die GWG selbst», erklärt Stadtrat Famos.
Doch die GWG bestätigt, dass es sich um alle Wohnungen handelt. «Wir sind eine gemeinnützige Baugenossenschaft. Deshalb werden alle Wohnungen auf dem Zeughausareal gemeinnützig sein», sagt Doris Sutter, Präsidentin der GWG. Einen Gewinn würde die Baugenossenschaft nicht abschöpfen. «Über die Mietzinsen können wir aber noch nichts sagen. Dafür ist es schlicht zu früh.»
Bezug dauert noch ein paar Jahre
Der Unterbaurechtsvertrag zwischen der Stadt Uster und der GWG läuft knapp 100 Jahre – bis Ende Dezember 2123. Mit dem Abschluss des Vertrags sei die Entwicklung des Areals gesichert, so die Stadt. «Diese Neubauten sind natürlich sehr wichtig für die Stadt. Das Quartier wird um einiges lebendiger», sagt Stadtrat Cla Famos.
Bevor es jedoch mit den weiteren Schritten losgehen kann, muss der Gemeinderat den Unterbaurechtsvertrag mit der GWG genehmigen. «Das könnte vielleicht bereits im Mai behandelt werden», sagt Famos. Sollte niemand Beschwerde einreichen, würde die GWG dann einen Architekturwettbewerb ausschreiben. «Es wird einige Jahre gehen, bis diese Wohnungen zum Bezug fertig sind, aber das ist normal.»