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Busse auf dem See, schützenswerte Parkplätze und viele kleine Windrädli

Uster soll Parkplätze schützen. Bubikon viele kleine Windräder bauen und in Seegräben wächst ein neues Gemüse. Was sich die Spassvögel zum 1. April einfallen liessen.

Vorbild Titicacasee: Busse der VZO auf dem Greifensee.

Foto: VZO

Busse auf dem See, schützenswerte Parkplätze und viele kleine Windrädli

Aprilscherze aus der Region

Der 1. April gilt allgemein als der Tag, an dem man nicht alles glaubt, was irgendwo im Internet steht. Ein kurzer Überblick über die Aprilscherze aus der Region.

Aus der Region und für die Region ist nicht nur der Slogan eines Grossverteilers. Auch am 1. April wurde einiges aus dem Oberland für das Oberland zusammengereimt und -geflunkert.

So teilten die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) mit, wie sie mit dem erwarteten Wachstum der Busflotte umzugehen gedenken. Mehr Busse bedingen mehr Abstellplätze. Dabei fand die Geschäftsleitung um Direktor Joe Schmid anscheinend Inspiration im fernen Südamerika.

VZO-Busse auf dem Greifensee

Auf dem Titicacasee würden nämlich Busse auf Holzflössen über den See transportiert. (Was übrigens stimmt, der See zwischen Peru und Bolivien ist das höchstgelegene schiffbare Gewässer der Erde.) In Analogie zum Titicacasee prüfen die VZO laut Medienmitteilung «unübliche und neue Wege, um ihre Busflotte in der Nacht zu garagieren. Nebst Landflächen stehen auch ungenutzte Flächen auf regionalen Gewässern im Fokus.»

So sei in der Nacht auf den 1. April in Niederuster ein erster Test erfolgt, ob die VZO-Busse auf Flössen auf dem Greifensee parkiert werden könnten. Der Test sei vielversprechend verlaufen, schreiben die VZO. Die Flösse könnten übrigens nicht nur nachts als Parkplätze genutzt werden, sondern tagsüber als Inseln zum Liegen für Badegäste.

Windräder in Bubikon

Die Buebikernews knüpfen in ihrem Aprilscherz an die Diskussion um Windkraftanlagen in der Region an. Der Hombergchropf gilt als Eignungsgebiet für ein Windrad von 220 Metern Höhe. Doch Recherchen der Onlineplattform hätten ergeben, dass der Gemeinderat insgeheim einen «Plan B» habe: «ein Projekt, das den Bau von unzähligen Klein-Windkraftanlagen auf möglichst vielen Bubiker Hausdächern und in Wolfhauser Gärten vorsieht».

Eine «nicht genannt sein wollende Quelle» innerhalb der kantonalen Baudirektion habe durchblicken lassen, dass auf diese Weise auf eine grosse Anlage auf dem Hombergchropf verzichtet werden könne. Gleichzeitig lädt die Gemeinde zu einer Informationsveranstaltung mit einer Modellanlage zur Demonstration und natürlich einem Apéro.

Neues Gemüse in Seegräben

Mit einer Weltneuheit wartet die Jucker Farm in Seegräben auf. In jahrelanger akribischer Forschungsarbeit sei es gelungen, ein völlig neuartiges Gemüse zu züchten: den Kürbel, eine Kombination aus Kürbis und Spargel. 2016 habe ein dreiköpfiges Team damit begonnen, auf einem kleinen Feld bei Rafz herumzutüfteln.

Ein Problem dabei waren die grossen Unterschiede der genussreifen Gemüse: Während der Kürbis eine Frucht ist, handelt es sich beim Spargel um eine Sprosse. Drei Jahre habe man erfolglos mit der künstlichen Bestäubung experimentiert, wird Produktionsleiter Piotr Koziel zitiert. Auch das Pfropfen, wie es bei Zier- und Obstbäumen praktiziert werde, habe nicht zu einer Lösung geführt.

Zwei Hände halten eine fiktive neue Gemüseform: den Kürbel, eine Kreuzung aus Kürbis und Spargel.
Soll in mehrjähriger Forschung entstanden sein: der Kürbel der Jucker Farm.

Dann hatte Koziel die zündende Idee: Er halbierte einen Kürbiskern und pfropfte ihn auf das Rhizom einer Spargelpflanze. Erste Erfolge sollten sich bald einstellen, doch es sollte weitere vier Jahre dauern, bis Aussehen und Geschmack des Kürbels stimmten. «Wir wollten ein Gemüse kreieren, das saftig und mild wie weisser Spargel schmeckt und zusätzlich die süsse Note des Kürbisses hat. Eine ausgeprägte orange Färbung war uns ebenfalls wichtig – für den Wiedererkennungseffekt», wird Piotr Koziel auf der Website der Jucker Farm zitiert. Das neue Gemüse soll 2026 in den Verkauf gelangen.

Schützenswerte Parkplätze in Uster

Parkplätze sind in jeder grösseren Stadt ein heiss diskutiertes Thema. So auch in Uster. Hier vermeldet die Stadtkanzlei den Eingang einer Motion der beiden Gemeinderäte Markus Ehrensperger (SVP) und Jürg Krauer (FDP).

Die Motion beauftragt den Stadtrat, dem Gemeinderat ein referendumsfähiges Reglement zur Einführung des Inventars der schützenswerten Parkplätze von Uster von städtischer Bedeutung (ISPU) vorzulegen. Die begriffliche Nähe zum Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung, abgekürzt ISOS, ist sicher kein Zufall.

Ehrensperger und Krauer begründen ihre Motion damit, dass Parkplätze nicht nur Geschichte bedeuten, sondern auch Lebensraum verkörpern. «Sie verorten die Fahrzeuge und schaffen Heimat. Zu einem Parkplatz gehören neben der räumlich-geometrischen Grösse auch Linien und Markierungen, deren Farbgestaltung, Nummern, Parkometer, Leitsysteme, Formgebung und die Einbettung in die stadträumliche Umgebung. Ob ein Parkplatz schützenswert ist, wird bestimmt durch die Qualität dieser Elemente, aber auch durch ihre Beziehung zueinander.»

Die Merkmale für die Aufnahme eines schutzwürdigen Parkplatzes in das neu zu schaffende Inventar können mannigfaltig sein. Im Motionstext werden unter anderem räumliche Kriterien genannt: «Sichtbeziehungen zur Kirche oder zum Schloss Uster, gestalterisch wertvolle Anordnungen wie schräge Parkplätze entlang einer geraden Bahnlinie oder auch Parkplätze an lauschigen, wenig einsehbaren Orten mit Verwendungszweck Nachwuchsförderung.»

Auch politische Aspekte können einen Einfluss haben, beispielsweise der Parkplatz der Stadtpräsidentin oder entfernte Parkplätze. Und nicht zu vernachlässigen seien auch gesellschaftliche Aspekte, wie «Längsparkplätze als Ansatz für Gender-Themen» oder «Parkplätze auf Bahnübergängen».

Ein Auto steht hinter der Barriere, während ein Zug durchfährt.
Ein Beispiel für einen Parkplatz auf dem Bahnübergang.

Jede zehnte Busse geht aufs Haus

Auch die Stadtpolizei Uster nutzte den Tag, um ihre «Kundschaft» zu veräppeln oder ihr zumindest ein Schmunzeln zu entlocken. Auf Instagram stellte die Stapo neue Stempelkarten für Ordnungsbussen vor. Analog zu Kundenkarten von Cafés oder Coiffeursalons gibt es pro 40 Franken Busse einen Stempel. «Jede zehnte Busse geht aufs Haus», verspricht die Stapo.

Stempelkarten seien ab sofort am Schalter der Stadtpolizei erhältlich. «Es hät, solangs hät!» Spätestens der Zwinkersmiley am Ende des Posts machte jeder und jedem klar, wieso die Aktion ausgerechnet am 1. April stattfand.

Stubentiger im Oberland

Und zu guter Letzt sei auch der Aprilscherz dieser Redaktion aufgelöst: Natürlich dürfen Katzen in den Bezirken Uster, Pfäffikon und Hinwil auch ab dem 1. April nach draussen. Die Leinenpflicht entsprang ebenso der redaktionellen Phantasie wie der Hausarrest. Die vielen Reaktionen auf den Beitrag – negativ-verständnislose bis positiv-belustigte – lassen immerhin den Schluss zu, dass wir mit unserem Beitrag über jagende Stubentiger einen Nerv getroffen haben.

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