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Frühlingsmärt in Illnau-Effretikon findet neu am Samstag statt

Seit 1983 findet der Frühlingsmarkt am ersten Donnerstag im April statt. Das wird sich nun ändern. Das Marktwesen soll so lebendiger werden.

Der Frühlingsmärt wird dieses Jahr an einem Samstag stattfinden.

Foto: PD

Frühlingsmärt in Illnau-Effretikon findet neu am Samstag statt

Neuer Tag

Der Frühlings- und der Herbstmärt in Illnau-Effretikon finden neu nicht mehr unter der Woche statt, sondern am Wochenende. Der Grund dafür ist ein Vorstoss der Grünen.

Jeweils am ersten Donnerstag im April. Jeweils am ersten Donnerstag im Oktober. Der Frühlingsmärt und auch der Herbstmärt haben in Illnau-Effretikon eine lange Tradition. Seit 1983 finden diese Märkte unter der Woche statt.

Doch statt wie gewohnt am Donnerstag wird der Frühlingsmärt dieses Jahr an einem Samstag durchgeführt, und zwar am 5. April von 9 bis 18 Uhr. Auch der Herbstmärt im Oktober wird dieses Jahr an einem Samstag stattfinden.

Ausgelöst hat diese Verschiebung der Vorstoss des grünen Parlamentariers Urs Gut. Er wandte sich im letzten Sommer an den Stadtrat, der Möglichkeiten prüfen sollte, um das Marktwesen in der Stadt anzukurbeln.

Die Verschiebung der Märkte auf das Wochenende ist eine Massnahme, die dieses Anliegen unterstreichen soll. «Wir müssen unbedingt etwas machen, damit dem Märtplatz mehr Leben eingehaucht wird», sagt Gut, der sich über diesen ersten Schritt freut.

Mehr Stände als sonst

Die Umstellung scheint dem Frühlingsmärt schon gut in die Karten gespielt zu haben. «Es haben sich mehr Marktfahrer angemeldet als in den Jahren zuvor. Davon viele neue Teilnehmer, welche das erste Mal dabei sind», sagt Carmen Staub, Marktchefin und Mitglied der Stadtpolizei Illnau-Effretikon. Und das, ohne viel Werbung zu machen. Über 60 Stände werden den Märtplatz im April beleben.

Ausser dem Wetter gibt es nichts, was der Marktchefin Sorgen bereiten könnte. Sie ist zuversichtlich, dass der neue Tag dem Markt guttun wird. «Mit der Durchführung an einem Samstag werden wahrscheinlich auch mehr Besucher erscheinen, nicht nur mehr Standbetreiber.» Das erhofft sich auch die Stadt.

Primär soll der Samstag mehr Menschen anziehen und das Marktwesen fördern. Bei einem Erfolg hätte das auch sekundäre Folgen, die die Stadt als wichtig empfindet. Der öffentliche Zusammenhalt wie auch die bewusste Gestaltung der Lebensräume sind Ziele, die sich die Stadt im Schwerpunktprogramm 2022 bis 2026 gesetzt hat. «Ein lebendiger Markt würde sich positiv auf diese Ziele auswirken», sagt der stellvertretende Stadtschreiber Marco Steiner.

Ob es bei der Durchführung am Samstag bleibe, sei nicht in Stein gemeisselt. «Frühlings- und Herbstmärt werden bis auf Weiteres am Samstag durchgeführt. Die Stadt sammelt die Erfahrungen und wertet sie danach aus», so Steiner.

Es braucht privates Engagement

Ginge es nach Urs Gut, würde das Samstag-Experiment mehrere Jahre laufen. «Nach einem Mal kann man keine richtige Bilanz ziehen. Diese Dinge brauchen Zeit, immerhin wollen wir ja auch langfristige Ergebnisse sehen.»

Trotzdem gesteht er, dass der Stadtrat wohl wenig Einfluss auf das Marktwesen nehmen kann. «Es ist auch sehr schwierig, denn wie viel kann die Stadt effektiv machen, um das Marktwesen anzukurbeln?» Urs Gut spricht beispielsweise von Werbung, die die Stadt schalten könnte. Oder dass sie den direkten Kontakt mit Marktfahrenden suchen könnte. Aber für ihn ist ebenfalls klar, dass es nicht nur die Unterstützung der Stadt braucht, sondern dass sich vor allem auch private Personen engagieren müssen.

So zieht er einen Vergleich zum Pfäffiker Wochenmarkt. «Das ist ein fantastischer Markt, und er funktioniert so gut, weil sich die Bevölkerung einbringt.» Den Markt in Pfäffikon gibt es erst seit 2020, und er dauerte damals noch von Mai bis November – jeweils am Samstag.

In einem zweiten Schritt wurde er auf die Monate März bis Dezember verlängert. Und seit 2024 findet der Pfäffiker Wochenmarkt das ganze Jahr über statt. Wieso? Es waren die Marktfahrer selbst, welche die Verlängerung des Pfäffiker Wochenmarkts wünschten und sich an der Organisation beteiligten.

Die Verschiebung des Frühlingsmärt auf den Samstag könnte neue Impulse für das Marktwesen in Illnau-Effretikon bringen. Ob diese Änderung langfristig erfolgreich ist, wird sich nach den beiden Märkten zeigen. Die Beteiligung der Bevölkerung bleibt dabei ein wichtiger Faktor.

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