Das ist das Siegerprojekt für das Walder Areal Im Sack
Baubeginn 2027
Die konkreten Pläne für das Areal Im Sack stehen. Noch braucht die Gemeinde einen Baurechtsnehmer für ihren Teil des Baugebiets. Segnet die Bevölkerung den Gestaltungsplan ab, ist der Baustart für das Jahr 2027 realistisch.
Vom Bürgerasylgebäude über das ehemalige Altersheim Drei Tannen, die Asylunterkunft bis hin zur schicken Wohnsiedlung: Das gesamte Areal Im Sack hat über die Jahrzehnte einige Wandlungen erlebt.
Nun wird mit einer neuen Anlage für eine langfristige Zukunft gebaut. Dies im Auftrag zweier Parteien. Die eine ist die Artec Generalbau AG aus Gossau, die sich im Jahr 2023 rund die Hälfte des Areals inklusive des denkmalgeschützten Bürgerasylgebäudes von der Stiftung Drei Tannen gesichert hat. Der andere, grössere Teil befindet sich weiterhin im Besitz der Gemeinde.
Auch Wald braucht mehr Wohnraum
Rund um das am Südhügel in Wald thronende Bürgerasylgebäude aus dem Jahr 1911 entsteht ab 2027 eine Überbauung mit insgesamt 165 Wohnungen auf einer Fläche von 35’000 Quadratmetern. 115 dieser Wohnungen liegen auf Gemeindegebiet.

Abgesehen vom Bürgerasylgebäude, von einem bäuerlichen Wohnhaus und weiteren Ökonomiegebäuden ist das Areal bisher weitgehend unbebaut und stellt so eine Reserve für neuen Wohnraum dar. Und dieser ist in der sehr ländlichen, aber doch stetig wachsenden Gemeinde mit bereits über 10’000 Einwohnern mittlerweile mehr als gefragt.
In der Bau- und Zonenordnung von Wald sind für das Gebiet Im Sack spezifische Anforderungen erlassen worden:
Auf den bestehenden inventarisierten Altbau des Altersheims ist angemessen zu reagieren. Die strukturprägende Ansicht mit Pflegezentrum, Schulhaus und Altersheim ist zu bewahren.
Die Erschliessung ist für die gesamte Fläche bis zur Binzholzstrasse zu planen.
Trotz der Hanglage sind Abgrabungen, Stützmauern usw. zurückhaltend vorzusehen.
Die Aussichtslage der dahinter liegenden Bebauung ist bestmöglich zu gewährleisten.
Der Planungskredit für das Projekt ist bereits an der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2023 genehmigt worden. Mittlerweile ist das Siegerprojekt bekannt. Auserkoren wurde dasjenige der CH Architekten AG aus Wallisellen, die gemeinsam mit der Dardelet Landschaftsarchitektur GmbH ans Werk gehen wird.

Es geht darum, das Areal rund um das ehemalige Altersheim zu einem attraktiven Wohnquartier umzugestalten. Es wird von einem lebenswerten und dörflichen Wohnumfeld am Rand des Siedlungsgebiets von Wald gesprochen. Dazu sollen auch die geplanten Pflanzgärten beitragen.


Noch ist allerdings kein Gestaltungsplan bewilligt. Dieser wird bis im kommenden Sommer ausgearbeitet. Geht es nach dem Grobterminplan, soll die Gemeinde ihn schon im Juni oder Dezember festsetzen. Eine weitere Gemeindeversammlung ist also vonnöten.
Daraufhin muss sich Wald ab 2026 auf die Suche nach einem Baurechtsnehmer für den eigenen Teil des Areals begeben – ein Investorenwettbewerb steht bevor.
Konzeption für Ortsbildschutz
Da für das Areal der Ortsbildschutz grossgeschrieben wird und die Bewahrung der charakteristischen Ansicht des ehemaligen Bürgerasyls zentral ist, waren eine optimale Konzeption und eine sensible Herangehensweise gefragt.
Denn die Baukörper müssen sich in die bauliche und landschaftliche Umgebung zwingend eingliedern. Gemäss dem kommunalen Inventar der schützenswerten Objekte darf auch der angrenzende Südhang nicht bebaut werden, damit die Ansicht von Wald her gewährleistet bleibt.

Hingegen können die seitlichen Anbauten aus den 1950er und 1980er Jahren entfernt werden. Diese entliess man schon 2023 aus dem Inventar.
Deren Rückbau ist gar gewünscht, um den ursprünglichen Zustand des Bürgerasylhauses wieder vollständig herzustellen. Dafür soll die markante Baumreihe an der Sackstrasse erhalten bleiben.
Nötiger Strassenausbau
Dem Bericht des Beurteilungsgremiums ist zu entnehmen, dass hinsichtlich der verkehrsmässigen Erschliessung noch nicht alle Voraussetzungen optimal vorhanden sind. Das Gebiet ist zwar über die Tösstalstrasse sowie die Sackstrasse erschlossen. Aber die Kreuzung Tösstalstrasse/Sackstrasse und die Sackstrasse sind für die bevorstehende Arealentwicklung ungenügend ausgebaut und weisen in Teilen Sicherheitsdefizite auf.
Das Tiefbauamt hat jedoch bestätigt, dass das Areal mittels eines Ausbaus über den Knoten Tösstalstrasse/Sackstrasse erschliessbar ist. Dafür muss die Sackstrasse als zweite Zufahrtsstrasse ausgebaut werden.
Um die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln steht es auch nicht gerade rosig. Zu der am nächsten liegenden Bushaltestelle Elba ist eine Höhendifferenz von 25 Metern zu überwinden. Die Haltestelle wird von der Linie 893 bedient, die im Stundentakt verkehrt.
