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106 neue Wohnungen im Zentrum von Uster kommen auf den Markt

Usters Zentrum bietet bald Platz für noch mehr Einwohner. Rund ums Jugendhaus sind Wohntürme in die Höhe gewachsen.

Usters Skyline ist um einen 47 Meter hohen Wohnturm neben dem Zeughausareal erweitert worden.

Foto: Christian Brändli

106 neue Wohnungen im Zentrum von Uster kommen auf den Markt

Erste Neubauten beim Gerichtsplatz bald fertig

Usters Skyline ist zum Nashornkreisel hin erweitert worden. Im August werden die neuen Hochhäuser bezogen.

Die drei Wohntürme – der höchste bringt es auf 47 Meter – sind neben dem Zeughausareal hochgezogen. Die Gerüste fast überall entfernt. Nur an einer Fassade wird noch gearbeitet – jener Wand, die am nächsten zum Ustermer Bezirksgerichtsgebäude steht. Was es damit auf sich hat: Darauf kommen wir später zu sprechen.

Innenausbau und die Umgebung

Der Fokus von Markus Dammann liegt jetzt auf dem Innenausbau der Grossüberbauung sowie den Umgebungsarbeiten. Immerhin gilt es, über 100 Wohnungen einzurichten und die Räume für drei Gewerbebetriebe bereitzustellen. Dammann leitet das Projektmanagement der Bauherrin Seewarte AG.  

Die Immobilienfirma, ein Teil der Ernst Göhner Stiftung, ist seit Ende 2020 neben der Stadt Uster und dem Kanton Mitbesitzerin des insgesamt 12’355 Quadratmeter grossen Areals zwischen dem Einkaufszentrum Illuster, dem Freizeit- und Jugendzentrum Frjz und dem Bezirksgerichtsgebäude.

Wo jetzt noch Lieferwagen über die grosse Betonfläche rollen, wird bis zum Sommer der neue, rund 40 auf 40 Meter messende Gerichtsplatz entstehen. Dieser wird laut den Architekten einfach ausgestaltet. Vorgesehen sind ein Brunnen, eine üppige Bepflanzung und Freiflächen. Den Kiesplatz sollen dereinst auf drei Seiten Arkaden säumen.

«House of Mezze» zügelt

Vorderhand wird dies aber erst auf einer Seite der Fall sein. Im Sockelgeschoss, auf dem die drei Wohnblöcke stehen, wird das «House of Mezze» eröffnet. Jetzt ist das libanesische Restaurant nur wenige Meter vom neuen Standort noch auf dem Zeughausareal daheim.

Daneben kommt die School of Tomorrow zu liegen. Die zweisprachige private Tagesschule, welche die Schulstufen Kindergarten und Primar anbietet, eröffnet neben ihrem Hauptsitz in Zürich in Uster ihren zweiten Standort. Wie Dammann erklärt, stünden sie noch in Verhandlungen mit einem dritten Mieter für das Sockelgeschoss: «Es handelt sich um einen Betrieb aus dem Gesundheitsbereich.»

Vermietung wird gestartet

Ab August werden die 106 neuen Mietwohnungen bezogen werden können. Diese verfügen über Flächen von 28,2 bis zu 99,5 Quadratmetern und einem bis viereinhalb Zimmer. Die Miete beläuft sich je nach Grösse und Lage auf 1390 bis 3470 Franken pro Monat. Wie Dunia Fejzulahi von der Privera AG erklärt, werde die Vermietung in wenigen Tagen gestartet. Wer sich aber schon mal etwas in den Häusern umsehen will, kann das auf der Site www.gerichtsplatz.ch, die seit Kurzem aufgeschaltet ist.  

Dabei wird man auch auf die Kuppel auf dem Sockelgeschoss und die begrünten Dachgärten stossen. Diese sind als Gemeinschaftsflächen allen Mietern und damit auch den Schülern der School of Tomorrow vorbehalten.

Erste Bauphase kostet 62 Millionen

Abgesehen von kleineren Anpassungen habe die Seewarte AG ihr Projekt wie geplant umsetzen können, meint Dammann. Zu diesen Änderungen gehört etwa der Ausbau der Einrichtungen für die Elektromobilität. Die Baukosten für das Projekt der Seewarte werden auf rund 62 Millionen Franken geschätzt.

Darin eingeschlossen sind die gesamten Auslagen für den grossen Kanal quer unter dem ganzen Areal, in welchem etwa Gas-, Strom- oder Wasserleitungen geführt werden. Für diesen teilen sich die drei Grundbesitzer Seewarte, Kanton und Stadt die Aufwendungen. Und in die Summe ebenfalls eingerechnet ist die Gestaltung des Gerichtsplatzes. Daran beteiligen sich der Kanton und die Seewarte AG. Den Anteil der Stadt Uster übernimmt der private Bauherr. Im Gegenzug hat er von der Stadt das Recht erhalten, höher zu bauen.  

Kanton folgt 2031

Wiedererstehen wird nach der Bauzeit auch der letzte Stummel der Winterthurerstrasse. Dieses Teilstück wird aber nur noch als Fuss- und Radwegverbindung zum neuen Gerichtsplatz geführt. Die Ausgestaltung wird aber vorläufig provisorisch sein. Und das aus dem gleichen Grund wie die eingangs erwähnte Fassade zum Schilfkreisel hin.

2031 will der Kanton nämlich direkt an jene Fassade das neue Gerichtgebäude anbauen und darunter eine Tiefgarage. Da bis dahin noch fünf Jahre vergehen und «unser Bau den Minergie-P-Standard erfüllen muss, gilt es die hohe Fassade vorübergehend zu isolieren», hält Dammann fest. Diese Isolation wird für den nahtlosen Anbau wieder entfernt werden. «Aus optischen Gründen – die Fläche wäre sonst hässlich – begrünen wir die Wand», ergänzt Dammann.

Auch wenn es ursprünglich so angedacht gewesen sei, habe sich aufgrund der unterschiedlichen Planungs- und Bewilligungsprozesse die Realisation der Projekte des Kantons und der Seewarte AG zeitlich nicht zusammenlegen lassen, wie Dammann bedauert.

Am Gerichtsplatz wird also in ein paar Jahren wieder gebaut werden, wenn der Kanton zuerst diesen Anbau und danach auch die weiteren Neubauten ums denkmalgeschützte Bezirksgebäude errichten lässt. Dann wird es erneut viel zu koordinieren geben. Während der jetzigen Bauphase ist Dammann dafür besorgt, dass es für das Gericht möglichst wenig Belästigungen gibt. «Über die entsprechenden Massnahmen haben wir lange diskutiert», meint Dammann. Immerhin gelang es aber, über eine schmale, lichtsignalgesteuerte Passage die Zufahrt zum Parkplatz des Gerichts zu gewährleisten. 

Ob und wann der Gerichtsplatz wie vorgesehen auch auf einer dritten Seite eine Arkade erhalten wird, steht in den Sternen. Die Stadt Uster dürfte gemäss Gestaltungsplan neben der Tiefgaragenzufahrt zum Illuster ein bis zu knapp 19 Meter hohes Gebäude erstellen. Noch bestehen dafür aber keine konkreten Pläne.

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