Das «Bahnhöfli» in Effretikon gibt sein Comeback als «Bellissimo»
Neueröffnung «Bellissimo»
Drei Jahre lang bekochte Edilberto «Edi» Vetrale seine Gäste in einem Provisorium. Jetzt ist er mit seinem italienischen Restaurant an den ursprünglichen Ort zurückgekehrt – in einen Neubau.
Edilberto Vetrale, von seinen Stammgästen liebevoll Edi genannt, breitet die Arme aus. «Ich stehe hier sozusagen auf der Terrasse des ehemaligen ‹Bahnhöfli›», erklärt der «Bellissimo»-Wirt. Bodenlange Vorhänge filtern das Licht, das durch die mächtigen Glasschiebetüren in den Gastraum fällt. Beige- und Brauntöne dominieren und sorgen für eine entspannt-elegante Atmosphäre. Es riecht zart nach frischer Farbe. «Ist es nicht bellissimo, mein neues Restaurant? Ich bin total glücklich damit, wie alles gekommen ist.»
Der Gastronom ist mit seinem Speiserestaurant der erste Mieter, der Eröffnung gefeiert hat in der neuen Überbauung Bellis beim Bahnhof Effretikon. Die Bereuter Totalunternehmung AG hat hier 44 Wohnungen, Gewerbe- und Büroräume sowie Business-Apartments erstellt. Im April wird gleich nebenan die Raiffeisenbank gemeinsam mit der Bäckerei Vuaillat einziehen. «Es ist schon toll, wie sich das Zentrum von Effretikon gerade verändert», sagt er.


Noch stehen draussen überall Handwerkerautos herum, irgendwo kreischt eine Säge auf. Auf dem dem Bellis vorgelagerten, ebenfalls erst erstellten Bahnhofplatz stapeln sich Paletten. «Wenn dann aber meine Gäste im Sommer draussen unter grossen Sonnenschirmen speisen, wird es wie in den Ferien in Italien sein.» 40 Aussenplätze wird er dann anbieten können, zusätzlich zu den 50 Plätzen im Innern.
Baracke als Übergangslösung
Edilberto Vetrale kommt ursprünglich aus Salerno. 2014 übernahm der gelernte Koch mit dem «Bahnhöfli» eine typische Schweizer Beiz inklusive Stammtisch. «Ich weiss noch, wie ich damals zum ersten Mal den Begriff Schlafstadt gehört habe», erzählt der unterdessen 41-Jährige mit einem Schmunzeln. Erst habe er befürchtet, dass er bei der Effretiker Bevölkerung mit seiner gehobenen italienischen Küche anbrennen könnte. «Ich habe dann aber rasch gemerkt, dass die Menschen hier nicht nur schlafen, sondern auch gut essen wollen.»
Dass sein Lokal irgendwann der stetigen Verdichtung im Stadtzentrum zum Opfer fallen könnte, habe er gewusst. Als die Firma Bereuter im Sommer 2022 dann aber tatsächlich die Bagger habe auffahren lassen, sei das für ihn trotzdem ein Schock gewesen.

«Glücklicherweise ist Marco Bereuter schon sehr früh auf mich zugekommen. ‹Edi›, hat er gesagt, ‹wenn du mit deinem Restaurant in unsere neue Überbauung einziehst, dann stelle ich dir eine grosse Baracke als Übergangslösung auf.›» Und als es dann drei Jahre später an die Einrichtung des «Bellissimo» gegangen sei, sei er von Anbeginn mit involviert gewesen. «Noch besser hätte es wirklich nicht laufen können.»
Täglich wechselnde Mittagsmenüs
Unter der Woche bietet Edilberto Vetrale jeweils drei oder vier täglich wechselnde Mittagsmenüs an. Pizza sucht man auf der «Bellissimo»-Karte hingegen vergebens. Pizzerias gebe es in Effretikon schon genug, und die italienische Küche sei so viel mehr, sagt er. «Ob Kalbsleber nach venezianischer Art, Oktopus vom Grill oder Gnocchi alla sorrentina – jedes meiner Gerichte erzählt eine kleine Geschichte von der kulinarischen Vielfalt meiner Heimat.»
Restaurant Bellissimo da Edi, Bahnhofstrasse 21, Effretikon, Telefon 052 394 00 00, www.bellissimo-effretikon.ch.
