Zusammenstoss mit der Natur: Jede Stunde stirbt ein Reh
Wildunfälle im Strassenverkehr
Redaktorin Karin Sigg erzählt über ihr emotionales Miterleben eines Wildunfalls. Ein Jagdaufseher aus Bauma offenbart, dass solche Vorfälle auch gestandenen Jägern nahe gehen.
Eines frühen Morgens fuhr ich als Unbeteiligte an eine Wildunfallstelle. Der Fahrer hatte sich offensichtlich aus dem Staub gemacht. Zurück blieb nur ein angestrengt röchelndes, aus der Nase blutendes Reh, das mich mit weit aufgerissenen Augen anstarrte.
Daneben kniete ein Mädchen im Teenageralter. Es hatte das schwer verletzte Tier zuerst gesehen, als es mit dem Velo auf dem Weg zur Schule war. Es starrte mich ebenfalls mit grossen Augen an und war den Tränen nahe.
Der Jagdaufseher des betreffenden Bezirks war schnell gefunden. Er versicherte mir am Telefon, dass er schnellstmöglich einen Kollegen schicken würde. Minuten verstrichen, und wie so oft, wenn man in einer unangenehmen Situation warten soll, schien die Zeit stillzustehen.
