Kirchenpräsident aus Grüningen tritt zurück
Per Ende Juni
Nach fünf Jahren gibt Markus Kreienbühl sein Amt als Kirchenpräsident ab. Damals übernahm er in turbulenten Zeiten. Jetzt muss er das Zepter aus gesundheitlichen Gründen weitergeben.
Per Ende Juni scheidet Markus Kreienbühl aus dem Präsidium der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Grüningen aus. «Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge», sagt der abtretende Präsident.
«Der Rücktritt erfolgt ausserplanmässig», schreibt die Kirche in einer Medienmitteilung. Kreienbühl sei seit geraumer Zeit wegen gesundheitlicher Probleme nur noch eingeschränkt verfügbar gewesen. Die Belastung durch den Beruf und das Milizamt wurde letztlich zu gross.
Das Amt als Kirchenpräsident übernahm Kreienbühl 2020 – mit dem Start der Covid-Krise. Er besetzte mit drei weiteren Personen die Kirchenpflege neu. Das fünfte Mitglied kam ein paar Monate später dazu. «Ich hatte diese Aufgabe nicht gesucht», sagt der 59-Jährige. Er wurde angefragt, für das Amt anzutreten.
Zu diesem Zeitpunkt sei eine Integrationsfigur gefragt gewesen. Beruflich habe er als Unternehmer, Verwaltungs- und Stiftungsrat viel mit Veränderungsprozessen zu tun. So folgte Kreienbühl dem Vorschlag und trat zur Wahl an.
Antritt in turbulenten Zeiten
Veränderungen schienen damals auch nötig zu sein. In den Monaten vor Kreienbühls Antritt leitete ein vom Kirchenrat eingesetzter Sachwalter die Geschäfte der Behörde, weil Ende Juni 2019 die gesamte dreiköpfige Kirchenpflege in Grüningen zurückgetreten war. Zwei Sitze waren bis dahin ohnehin schon vakant.
Grund für den Abgang war ein Knatsch zwischen dem Pfarrer und der damaligen Kirchenpflege. Diese schaltete letztlich die Bezirkskirchenpflege ein – und die wiederum den Kirchenrat. Es zeichnete sich ab, dass eine weitere Zusammenarbeit nur schwer möglich wäre. Ein Jahr später kam es zum Rücktritt der Kirchenpflege.
Wie wieder Ruhe einkehrte
Seit der Neubesetzung der Kirchenpflege mit Kreienbühl als Präsidenten ist in der Kirche wieder Ruhe eingekehrt. «Nachdem die Kirche Grüningen in den Monaten zuvor turbulente Zeiten durchlebt hatte, ist es dem neu zusammengesetzten Gremium unter seiner Führung gelungen, Ruhe und Stabilität in die Kirchgemeinde zurückzubringen», schreibt die Grüninger Kirchenpflege in der Medienmitteilung zum Rücktritt. Zudem hätten die Finanzen auf eine solide Basis gestellt werden können, ein neuer Teamgeist sei entfacht worden, und ein konstruktives Miteinander habe etabliert werden können.
Heute erklärt sich Kreienbühl die positive Entwicklung folgendermassen: «Wir mussten erst das Vertrauen wiederaufbauen. Dabei war es wichtig, die Menschen zu beteiligen und zu begeistern.» Denn ohne Verankerung in der Gemeinde könne die Kirchenpflege nichts bewirken.
Innerhalb des Gremiums seien dabei klare Verantwortlichkeiten nach Ressorts zentral gewesen. Als die Kirchenpflege im September 2020 wieder vollständig besetzt war, wusste Kreienbühl, dass sich die Gemeinde auf einem guten Weg befand.
Nun sucht die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Grüningen ein neues Kirchenpflegemitglied. Deshalb wird für den Rest der Amtsdauer 2022 bis 2026 eine Ersatzwahl angeordnet. Die Kirchenpflege gibt so rasch wie möglich einen Wahltermin bekannt.
