Gerold Glättli war 40 Jahre Lehrer in den Hügeln des Tösstals
Sein eigener Herr und Meister
Er hat 1952 als Lehrer in einer Aussenwacht von Turbenthal angefangen – heute ist Gerold Glättli 94 Jahre alt. Ein Besuch bei ihm ist eine lebendige Geschichtslektion.
Gerold Glättli lebt in der Alterssiedlung hinter der Post in Turbenthal. «Besser könnte ich es heute nicht haben. Alles, was ich brauche, gibts um die Ecke: Läden, Arztpraxis, Post und eine Bahnstation», sagt der 94-Jährige. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1991 lebte er in den Aussenwachten Bühl und Schmidrüti, wo er an einer Mehrklassenschule unterrichtete.
Gerold Glättli ist aber nicht im Tösstal aufgewachsen, sondern am Stadtrand von Zürich in Wollishofen. Dort, wo die Stadt gegen das Sihltal ausfranst und ländlich wird. Aber das ländliche Leben kannte er: «Wir verbrachten im Frühjahr und Herbst jeweils mehrere Wochen bei Bauern und halfen.»
Glättli besuchte das Evangelische Lehrerseminar in Zürich-Unterstrass: «Der Unterricht begann um sieben Uhr morgens mit einer Andacht. Wer zu spät kam, fand eine verschlossene Tür vor.»

