Kein Balkon zu klein, ein Paradies zu sein
«Naturschutz»
Sie hätten gerne ein Stück Natur zu Hause, besitzen aber keinen Garten? Begrünen Sie Ihren Balkon mit Wildpflanzen. Damit machen Sie nicht nur sich selbst eine Freude, sondern Sie leisten auch einen Beitrag zur Biodiversität im Siedlungsraum.
Träumen Sie bereits von lauen Sommerabenden auf Ihrem Balkon? Gehört zu diesem Traum, dass Sie Ihren Abendtee inmitten eines kleinen grünen Paradieses schlürfen? Umgeben von üppigem, rankendem Grün, duftenden Blüten in allen Farben und Formen und dem beruhigenden Summen der Insekten? Dann ist jetzt genau die richtige Zeit, um das kleine Paradies zu planen.
Als Erstes sind einige Rahmenbedingungen zu klären. Wie viel Platz steht zur Verfügung? Reicht es für einen oder mehrere Töpfe – oder muss ich mich auf ein paar Balkonkistchen beschränken? Gibt es nur Platz für niedrige Pflanzen oder darf auch ein Strauch oder eine Kletterpflanze dabei sein? Wie sind die Standortbedingungen? Ist der Balkon sonnig und warm? Oder bleibt er auch im Sommer meist am Schatten?
Schier unbegrenzte Möglichkeiten
Grundsätzlich ist unter fast allen Bedingungen eine Balkon- oder Terrassenbepflanzung möglich, sofern einige Regeln beachtet werden. Es braucht die richtige Pflanze am richtigen Ort mit dem passenden Substrat.
Geben Sie einheimischen Pflanzen den Vorzug gegenüber Züchtungen und Exoten.
Die einheimischen Pflanzen bieten einheimischen Insekten und Vögeln Nahrung oder gar Lebensraum, während die Exoten für die meisten Tiere nutzlos sind. Zudem sind die einheimischen Pflanzen an unser Klima angepasst und somit winterhart, weshalb Sie nicht jeden Frühling neue Pflanzen kaufen müssen.
Wählen Sie Pflanzen, die zum entsprechenden Standort passen. Für ein Balkonkistchen an einem sonnigen Geländer suchen Sie also Pflanzen, die es sonnig und warm mögen. Wenn Sie darüber hinaus nicht ständig giessen wollen, nehmen Sie Pflanzen, die in der Natur in Trockenwiesen gedeihen.
Sie könnten dann zum Beispiel pink blühende Karthäusernelken mit dunkelblauer Wiesensalbei kombinieren und als schönen Farbkontrast Wundklee wählen, der gelbe Blüten hervorbringt. Vielleicht hätten Sie dazu gerne ein dekoratives Gras? Kein Problem. Zittergras oder Schafschwingel mögen es auch gerne trocken und sonnig. Da diese Pflanzen in der Natur oft gemeinsam vorkommen, haben sie keine Mühe, ein Balkonkistchen zu teilen.
Dies ist nur ein einziges Beispiel für eine bunte, duftende und summende Balkonbegrünung. Die Möglichkeiten sind aber fast unbegrenzt. Also nichts wie los!
Einige Tipps für das kleine grüne Paradies.
· Viele Wildpflanzen gedeihen in Töpfen, wenn die Art, der Standort und das Substrat richtig gewählt sind. Dasselbe gilt auch für Küchenkräuter und verschiedene Nutzpflanzen wie Tomaten oder Beeren (z. B. Johannis- oder Stachelbeeren).
· Je grösser die Pflanze, desto grösser muss der Topf sein. Wählen Sie möglichst grosse Töpfe. Denn je grösser das Volumen ist, desto mehr Wasser kann die Erde speichern und desto weniger trocknen die Pflanzen aus, auch wenn Sie im Sommer einmal nicht giessen können. Für Sträucher gilt die Regel: Töpfe mit mindestens 50 Zentimetern Durchmesser verwenden. Von Bäumen in Töpfen ist eher abzuraten; die Töpfe werden schnell zu klein, und die meisten Bäume gehen ein.
· Die meisten Pflanzen ertragen keine Staunässe. Legen Sie zuunterst in den Töpfen eine gut durchlässige, ungefähr 5 Zentimeter dicke Drainageschicht an (z. B. Kies oder Blähton).
· Das Substrat wählen Sie passend zu den Pflanzen. Handelsübliche Gartenerde oder reifer Kompost eignen sich gut; für Pflanzen, die magere Erde und trockene Standorte mögen, mischen Sie die Erde mit Sand oder Kies. Verwenden Sie nur torffreie Erde.
· Setzen Sie nur Pflanzen mit gleichen Standortansprüchen in den gleichen Topf. Pflanzen Sie kleinere Pflanzen mit einem Abstand von mindestens 15 bis 20 Zentimetern. Wenn Sie ansäen, dann bitte nicht dichter als auf der Verpackung angegeben.
· Unter Sträuchern oder Beeren ist oft Platz für niedrige Frühlingsblüher wie Krokus oder Traubenhyazinthen.
· Nützliche Links: bee-finder.ch (automatische Suche nach bienenfreundlichen Pflanzen, mit Standortangaben), natur-im-siedlungsraum.ch, umweltberatung-luzern.ch, floretia.ch
· Anfang April publiziert die Stadt Illnau-Effretikon einen Flyer zum Thema Biodiversität auf Balkon und Terrasse.
