Kantonsrat bewilligt Radweg von Hombrechtikon nach Grüningen
Veloverkehr am Zürichsee
Der Kanton plant Velowege von Hombrechtikon in die Nachbargemeinden Oetwil und Grüningen. Sowohl deren Kosten als auch die Streckenführung sorgten im Kantonsrat für Kritik.
Eigentlich sollten Velofahrerinnen und -fahrer zwischen Hombrechtikon und Oetwil längst einen eigenen Veloweg entlangradeln können. Seit Jahren plant der Kanton, die auf diesem Abschnitt bestehende drei Kilometer lange Lücke im Radwegnetz zu schliessen. Doch noch immer müssen die Zweiräder auf der Strasse fahren, auf der die Autos mit bis zu 80 km/h vorbeirauschen.
Das gleiche Bild bietet sich zwischen Hombrechtikon und Grüningen: Überlandstrasse, schnell fahrende Autos, kein Veloweg. Auch hier plant der Kanton seit Längerem, die Lücke zu schliessen. Aus dem ursprünglichen Baustart im Frühling 2023 ist mittlerweile 2027 geworden.
Nun haben beide Vorhaben eine wichtige Hürde genommen. Der Kantonsrat bewilligte am Montag mit grosser Mehrheit zwei Kredite von insgesamt knapp 11,6 Millionen Franken für den Bau der Velowege.
Kritik von allen Seiten
Einige kritische Voten gab es dennoch. SVP-Kantonsrat Tumasch Mischol, selbst aus Hombrechtikon, befand zwar beide Velowege für sinnvoll, bezweifelte aber, dass sie tatsächlich genutzt werden. Dazu verwies er darauf, dass die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland den Busbetrieb auf diesen zwei Strecken mangels Nachfrage eingestellt haben. Auch die Kosten kritisierte Mischol. 6,3 Millionen Franken für drei Kilometer Veloweg nach Grüningen seien «eine stolze Summe».
Stephan Weber (FDP, Wetzikon) störte sich daran, dass für die Velowege Kulturland weichen muss, da sie entlang der Hauptstrasse geführt werden und nicht über bestehende Feldwege. «Wir erwarten von der Baudirektion, dass künftig in der Planung von Velowegen der Kulturlandverbrauch eine gewichtige Entscheidungsgrundlage in der Streckenführung ist.»
Der grüne Kantonsrat Thomas Schweizer wiederum bemängelte, dass Radwege nur dann vorangetrieben würden, wenn – wie in den vorliegenden Projekten – gleichzeitig eine Strassensanierung vorgesehen sei. «Radwege sollen eigenständig priorisiert werden», fand Schweizer.

Baudirektor Martin Neukom (Grüne) hielt dagegen, dass eine Kombination mit einer Strassensanierung günstiger sei. Bezüglich Streckenführung verwies Neukom auf die Richtpläne. In diesen sei die Linienführung bereits festgehalten, daher könne der Kanton sie nicht mehr frei wählen.
Auch das Argument der fehlenden Nachfrage griff der Baudirektor auf. Hier würden Alltagsrouten gebaut. «Und in der Regel ist es so, es folgt erst die Infrastruktur und dann die Nutzung.» Das sehe man beispielsweise an den Radwegen in den Niederlanden.
Schliesslich genehmigte der Rat den Kredit von 5,3 Millionen für den Veloweg Hombrechtikon–Oetwil mit 159 Stimmen. Eine Stimme mehr erhielt der Kredit von 6,3 Millionen für den Veloweg Hombrechtikon–Grüningen.
